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Von ATIB bis zur Föderation

©VOL.AT/Rauch
Vorarlberg verfügt über ein buntes und vielseitiges Vereinsleben. Auch innerhalb der türkischen Gesellschaften gibt es Sportvereine, Kulturvereine, Moscheevereine und politische Vereine.
"Wenn man sich zuhause fühlt"
Türkisches Leben in Vorarlberg

von Michael Prock (VN) und Hüseyin Çiçek

Alle türkisch-muslimischen und anderen muslimischen Gruppen oder Vereinigungen engagieren sich stark im Bereich der Integration und unterstützen staatliche Einrichtungen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die einzelnen Vereinigungen auch eigene Interessen verfolgen, wodurch sich Reibungspunkte ergeben.

Das muslimische Leben in Vorarlberg wird derzeit von türkisch-muslimischen Vereinigungen dominiert. Sie stellen die meisten Vereine oder Moscheen. Abgesehen davon finden wir aber auch muslimische Einwanderer aus Afghanistan, Afrika, Bosnien, Aleviten aus der Türkei, Tschetschenien, Irak und Syrien. Offizielle tschetschenische Moscheen sind nicht bekannt. Tschetschenische oder syrische Gläubige nutzen verschiedene türkisch-muslimische Einrichtungen in Vorarlberg, um ihren religiösen Verpflichtungen nachzukommen. Es ist nicht auszuschließen, dass die beiden Gruppen in Zukunft eigene Moscheen gründen werden.

In Lauterach und Weiler bestehen seit mehreren Jahren zwei alevitische Vereine. In diesen beiden Vereinen wird die Zugehörigkeit zum Islam kontroversiell diskutiert. Auch Vereinigungen der Gülen-Bewegung finden sich in Vorarlberg. Einigen ihrer Mitglieder wird in der Türkei vorgeworfen, den gescheiterten Putschversuch 2016 organisiert zu haben. Derzeit gibt es zudem drei bosnische Vereine und Moscheen: In Dornbirn, in Bludenz und in Feldkirch. Alle drei gehören dem Dachverband der bosniakisch-islamischen Vereine an. Laut verschiedenen Sprechern der türkisch-muslimischen Vereine finden sich von diesen über 30 in Vorarlberg.

Kein geringer Einfluss

Detaillierte Zahlen zu den Mitgliedern türkischer Vereine und Moscheen liegen noch nicht vor. Innerhalb islamischer Gemeinschaften gibt es keinen formalen Akt der Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft. Es ist üblich, dass die Familien von Mitgliedern ebenso Teil der Moscheegemeinschaft sind. In den vergangenen Jahren wurde mit Blick auf den islamischen Religionsunterricht begonnen, detaillierte Zahlen zu erheben.

Ob sich alle Muslime von den bestehenden Organisationen vertreten fühlen, kann nicht beantwortet werden. Laut einer deutschen Studie aus dem Jahr 2012 sind die muslimischen Dachverbände weder als Vertreter aller Muslime in Deutschland zu sehen, noch darf deren Einfluss als zu gering eingestuft werden. Auch in Österreich kommen Analysen zu vergleichbaren Ergebnissen.

Die oft zitierte Einschätzung, dass türkisch-islamische oder türkische Vereine in Vorarlberg erst nach den Ereignissen von 9/11 eine lose Zusammenarbeit begonnen hätten, ist nicht haltbar. Die politischen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Vorarlberg sind Belege für eine frühere Zusammenarbeit türkisch-islamischer oder türkischer Vereine, die durch gemeinsame Aktionen (etwa Kundgebungen) seit den 1990er-Jahren den österreichischen Staat zu strengeren Maßnahmen gegenüber türkisch-linken und kurdisch-nationalistischen Gruppen aufriefen. In Deutschland traten sie im Zuge der ausländerfeindlichen Übergriffe der 1990er-Jahre gemeinsam auf.

Innerhalb Vorarlbergs existieren einige wichtige Vereinigungen der türkischen Einwanderungsgesellschaft, wie die islamische Föderation, die türkische Föderation, die Vereinigung islamischer Kulturzentren im österreichischen Alpenraum und die türkisch-islamische Union (ATIB). Über allen steht die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, kurz: IGGiÖ. In den kommenden Ausgaben werden die VN diese Einrichtungen näher vorstellen.

Den Artikel lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten und online auf VN.AT.

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