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Voggenhuber rechnet mit Glawischnig ab

Johannes Voggenhuber mit Eva Glawischnig.
Johannes Voggenhuber mit Eva Glawischnig. ©APA
Das Urgestein der Grünen, Johannes Voggenhuber, ist nach dem Wechsel von Eva Glawischnig zum Glücksspielkonzern Novomatic mit seiner Ex-Parteikollegin hart ins Gericht gegangen.
So reagiert HC Strache
Parteifreunde "maßlos enttäuscht"
Glawischnig geht zu Novomatic

Viele ehemaligen Parteifreunde zeigten sich von Eva Glawischnig “maßlos enttäuscht”.

Unter diesen ist auch Johannes Voggenhuber. Mit einem Posting auf Facebook hat auch Johannes Voggenhuber, Ex-EU-Parlamentarier und Urgestein der Grünen, auf den Wechsel von Ex-Parteichefin Eva Glawischnig zum Glücksspielkonzern Novomatic reagiert.

Das Posting von Johannes Voggenhuber im Wortlaut:

Der Fall Glawischnig

Die wohlverdiente Quittung der Wählerschaft für ihre Politik wollte sie bei den letzten Nationalratswahlen nicht mehr persönlich entgegennehmen. Und so suchte Eva Glawischnig unmittelbar vor dem großen Scherbengericht über die Grünen überstürzt das Weite. Ich dachte, das wenigstens wäre ausgestanden und die Grünen hätten nach jahrelangen Abwegen eine Chance zu einem Neubeginn.

Ich habe mich getäuscht. Eva Glawischnig hat doch noch eine Möglichkeit gefunden, den Grünen, nachdem sie diese an den politischen Abgrund geführt hat, noch einen letzten gewaltigen Tritt zu versetzen. Sie heuerte beim Glücksspielkonzern Novomatic an, gegen dessen Machenschaften und politische Verstrickungen einige grüne Abgeordnete jahrelang gekämpft haben.

Doch damit nicht genug. In ihrer unsäglichen Rechtfertigung erklärt Glawischnig allen Ernstes, sie werde sich vor allem “um die Nachhaltigkeit” im Glücksspielkonzern kümmern und zeigte sich besonders von “seiner Internationalität fasziniert”. Die einzige Nachhaltigkeit eines Glücksspielkonzerns besteht in der Spielsucht zahlloser seiner “Kunden”. Die ist allerdings “international” und sie ist der Treibstoff für unbegrenztes Wachstum.

Ausgerechnet die Initiatorin einer langjährigen allumfassenden Verbotspolitik der Grünen, die sie selbst an die Stelle einer mühsamen Aufklärungs- und leidenschaftlichen Überzeugungsarbeit in der Gesellschaft gesetzt hat, erklärt nun: “Man könne unerwünschte gesellschaftliche Erscheinungen nicht wegverbieten.”

Nein, “wegverbieten” kann man die Spielsucht nicht. Aber gut leben kann man davon. Skrupellosigkeit vorausgesetzt.
Doch dazu möchte ich Frau Glawischnig ein allerletztes Mal an an eine “grüne Weisheit” erinnern: “Gut leben” meint etwas gänzlich anderes, als sich an den Schwächen Anderer zu bereichern und dafür jede politische und moralische Integrität zu opfern – auch nicht in der zynischen Maskerade einer “Verantwortungsmanagerin”.

Video: Glawischnig heuert bei Novomatic an
Glawischnig tritt bei den Grünen aus
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