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Todeskurve in Göfis: "Als ob wir hier nicht mehr zum Dorf gehören würden"

©VOL.AT/Sturn
Göfis - Am vergangenen Freitag ereignete sich auf der Walgaustraße in Göfis ein tödlicher Verkehrsunfall. Jetzt regen sich die Anrainer: Die Unfallkurve sei viel zu gefährlich. Sie fordern Taten. 
Sonja Amann im Interview
Auto von Strohballen überrollt
So können Sie der Familie helfen

Sonja Ammann wohnt schon seit rund 40 Jahren in der Walgaustraße in Göfis. Obwohl sie die Straße gut kennt, atmet sie jedes Mal auf, wenn sie es heil auf die Straße geschafft hat mit ihrem Pkw. Denn ihre Hauseinfahrt liegt genau in jener langgezogenen Rechtskurve kurz vor Ortsende, wo vergangenen Freitag eine junge Mutter auf tragische Weise das Leben verloren hat.

“Kein Interesse der Behörden”

An die 100 Stundenkilometer hätten viele Autos in dieser Kurve auf dem Tachometer, erzählt die 62-Jährige. Vor allem Motorradfahrer würden sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h halten. Eine ständige Radarkontrolle oder zumindest regelmäßige Polizeikontrollen würde sich Ammann wünschen. Sie sei deswegen schon beim Bürgermeister der Gemeinde gewesen, beim Land und bei der BH Feldkirch. Wirklich interessiert habe sich niemand für ihr Anliegen. Und das, obwohl sie schon Fahrzeuge im eigenen Vorhof stehen hatte, weil die nicht mehr rechtzeitig bremsen konnten. Noch einen zweiten Kritikpunkt gibt es: Einen Gehsteig gibt es bei ihr nämlich keinen. Der endet nämlich schon einige Häuser früher. Gelegentlich fühle sie sich, “als ob wir hier nicht mehr zum Dorf gehören würden”, so Ammann.

Vier schwere Unfälle in 13 Jahren

Kerstin Ritzler wohnt mir ihrem Mann und ihren beiden Kindern nur zwei Häuser weiter. Auch sie spricht von Autos, die Tag und nacht “vorbeibrettern” würden. Wenn sie ihre fünfjährige Tochter morgens in den Kindergarten bringt, bekommt sie es deswegen öfters mit der Angst zu tun. Einen Gehsteig würde sie gutheißen, eine Radarbox hält sie ebenfalls für notwendig. Ihrem Ärger will sie Demnächst auf der Gemeinde Luft machen. Ebenso wie eine andere Mutter, die leiber unerkannt bleiben möchte. 13 Jahre wohne sie nun schon in Göfis. Vier schwere Unfälle habe sie in dieser Zeit schon erlebt. Keiner davon allerdings so schwer wie derjenige in der vergangenen Woche. Weniger kämpferisch als die beiden Damen sich ein weiterer Anrainer. Auch er möchte nicht erkannt werden. “Die ganze Situation ist beschissen”, sagt er, “aber was will man machen?” Im Ortsteil Tufers habe man eine Radarbox installiert, und gebracht habe das überhaupt nichts.

Gemeinde fühlt sich nicht zuständig

Von Seiten der Gemeinde Göfis war kein offizielles Statement zu bekommen. Man verwies lediglich darauf, dass es sich bei der Walgaustraße um eine Landesstraße handle, eine Zuständigkeit der Gemeinde somit nicht gegeben sei. Was den fehlenden Gehsteig betrifft, habe man bereist vor fünf Jahren versucht, das Problem zu lösen. Man sei damals aber am Widerstand der Grundeigentümer gescheitert. (MST)

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