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Ski-Weltcup in Zürs: Naturschutzanwältin Lins erhebt Vorwürfe

Naturschutzanwältin Katharina Lins kritisiert die Bauarbeiten für die Weltcup-Strecke.
Naturschutzanwältin Katharina Lins kritisiert die Bauarbeiten für die Weltcup-Strecke. ©Paulitsch/Sterer
Nach 26 Jahren findet in Vorarlberg wieder ein alpines Skiweltcup-Rennen statt. Naturschutzanwältin Katharina Lins erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betreiber. Es soll ohne Bewilligungen gebaut worden sein.
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Das Rennen in Zürs ist jedoch nur durch schwere Eingriffe in die Landschaft möglich. Für die Pisten mussten annähernd 17.000 Quadratmeter Fläche umgegraben werden. An der Strecke wurden 20 Flutlichtmasten aufgestellt, die das Gelände extrem hell ausleuchten können. Doch nicht nur das ist Naturschutzanwältin Katharina Lins ein Dorn im Auge. Sie kritisiert laut ORF Vorarlberg auch, dass für ein Ganzjahresschneedepot ein enormer Schneehaufen mit 35.000 Kubikmeter angelegt wurde, der 4.500 Quadratmeter Vegetation zerstört haben soll.

Ohne Genehmigung durchgeführt?

Im Bescheid vom 28. August wurde das Projekt genehmigt, weil in der Abwägung andere Interessen höher bewertet wurden, als der Landschafts- und Naturschutz. Trotzdem sind laut Lins wichtige Punkte ohne Bewilligung geschehen.

So soll das "Snowfarming-Depot" schon im Winter 2020 ohne Bewilligung angelegt worden sein. Ende August sollen Bauarbeiten für die Geländeveränderungen ohne Bewilligung durchgeführt worden sein. Außerdem soll eine Zufahrt zur Liftstation ohne Bewilligung errichtet und nachträglich als "Viehtriebweg" beantragt worden sein. Laut Bescheid dürften Beschneiungen erst ab dem 1. November stattfinden, Lins behauptet aber, dass diese jetzt schon stattfinden.

Kritik von den Grünen

Das freudige Ereignis, nach 26 Jahren wieder ein alpines Skiweltcuprennen in Vorarlberg zu veranstalten, werde von negativen Schlagzeilen überschattet, betont Nadine Kasper: „Zu den schweren Eingriffen in die Landschaft und den Ausgaben von 1,3 Mio. Euro Steuergeldern zu Corona-Zeiten gesellt sich nun auch der Vorwurf fehlender Bewilligungen für die Bauarbeiten rund um das Skiweltcuprennen in Zürs!“, schließt sich die Grüne Tourismussprecherin der Kritik von Naturschutzanwältin Katharina Lins an.

„Die Abfahrt für den Skiweltcup in Zürs ist, neben den Vorarbeiten zum Speicherteich Schwarzköpfle, nun das zweite Projekt, das offenbar ohne Genehmigung irreversibel in die Natur eingreift“, ortet Kasper eine gewisse Kontinuität im Nichteinhalten der Verfahren in der Wintertourismus-Branche.

Kasper verstehe die angespannte Lage in der Branche: Die Klimaerhitzung bringe den Wintertourismus erheblich ins Schwitzen. Dazu würden Corona-Reisewarnungen und fehlende Gäste kommen. Es brauche jedoch neue Konzepte und Ansätze, nicht immer höhere Investitionen in Beschneiungsanlagen und massivere Eingriffe in die natürliche Bergwelt, so Kasper.

Kasper kündigt Anfrage an

In einer Anfrage an Sportlandesrätin Rüscher und Umweltlandesrat Rauch werde sie den offenen Fragen bezüglich Bewilligung bzw. Baubeginn des „Snowfarming-Depots“, der Geländeveränderungen, der Zufahrt zur Liftstation sowie dem tatsächlichen Start der Beschneiungen nachgehen.

(Red.)

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