Schweizer "Mohrenköpfe" aus Geschäften verbannt

Die "Mohrenköpfe" der Firma Dubler sind ein Schweizer Traditionsprodukt.
Die "Mohrenköpfe" der Firma Dubler sind ein Schweizer Traditionsprodukt. ©https://www.facebook.com/MohrenkopfDubler
Rassismus-Debatte um Süßigkeiten: Die Schweizer Handelskette Migros hat die "Dubler Mohrenköpfe" bereits aus den Regalen genommen, Volg und Spar denken über den selben Schritt nach.

Unterdessen rennen Kunden dem Familienunternehmer Dubler beinahe die Türen ein, wie Schweizer Medien berichten. Selbst in der Schweizer Politik ist das Thema angekommen. SVP-Nationalrat Andreas Glarner rief sogar zu einem Migros-Boykott auf

Die Handelskette Volg sucht nach eigenen Angaben nun das Gespräch mit dem Hersteller und möchte eine Namensänderung anregen.

Rassismus-Debatte um Dubler

Losgetreten hatte die Diskussion über die "Mohrenköpfe" eine Twitter-Userin, die Migros aufgefordert hatte, das Produkt aus den Regalen zu nehmen. Der Name sei "äusserst rassistisch konnotiert und entspricht nicht der Political Correctness", wie die Userin schrieb. Migros reagierte, und nahm die "Mohrenköpfe" aus dem Sortiment.

Dubler lässt das kalt

Mohrenkopf-Chef Robert Dubler macht sich angesichts der aktuellen Situation keine Sorgen um sein Geschäft. Er verkauft 50 Prozent seiner Ware selbst, ist von den großen Handelsketten nicht abhängig, wie er sagt.

Das Problem sei nicht der Name seines Produktes. Eigentlich gehe es um etwas anderes, meint Dubler. "Etwas verändern und Gutes tun bedeutet, dass man den Kontinent Afrika fairer behandelt. Aber dazu sind die Menschen nicht bereit, das würde ja etwas kosten", wird er von blick.ch zitiert. Er will den Namen seiner "Mohrenköpfe" beibehalten: "Ich bin nicht bereit, den Namen zu wechseln, nur damit ein paar Leute besser schlafen können." Eine Diskussion über Rassismus finde er gut, so Dubler, dann müsse aber auch etwas getan werden. Der Kapitalismus sei eben unbarmherzig und nutze nur die Schwachen aus, sieht Dubler er das System als das eigentliche Problem.

Bis in die 70er warb Dubler übrigens mit einem Logo, das einen schwarzen Kopf mit dicken Lippen zeigte. Das Logo gibt es schon lange nicht mehr, der Name wurde allerdings beibehalten.

Debatte um alte Logos und Namen

Aufregung um Firmenlogos und Produktnamen gibt es immer wieder. So kocht etwa in Vorarlberg die Diskussion rund um Logo und Namen der Dornbirner Mohrenbrauerei immer wieder auf. Zuletzt etwa im April 2019, als das KUB Café Bar in Bregenz von Bier der Mohrenbrauerei auf Egger Bier umstieg. Es habe immer wieder Erklärungsbedarf bei ausländischen Gästen gegeben, so die Verantwortlichen damals.

2015 kritisierten deutsche Bands beim Szene Open Air in Lustenau Name und Logo der Vorarlberger Traditonsbrauerei.

(VOL.AT)

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