Schwangerschaftsabbruch: Das sagt unsere Diözese

Bischof Glettler und Bischof Elbs bei der Vollversammlung der Bischöfe.
Bischof Glettler und Bischof Elbs bei der Vollversammlung der Bischöfe. ©APA
Joachim Mangard (VOL.AT) joachim.mangard@russmedia.com
Angesichts der entflammten Debatte um Abtreibung, entfacht durch das Urteil des US Supreme Courts, spracht VOL.AT mit der Diözese Feldkirch.
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In der österreichischen Bischofskonferenz ist der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler mit Fragen aus dem Bereich der Familie betraut.
Seiner Haltung schließt sich auch die Diözese Feldkirch an.

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. ©APA

Die Kirche wolle, "dass Frauen in Konfliktschwangerschaften jene Hilfen erhalten, die sowohl ihren Bedürfnissen und Rechten als auch jenen ihrer Kinder gerecht werden", erklärte Glettler. Besonderen Schutz müssten dabei immer die Schwächsten der Gesellschaft bekommen. Jene Förderungen, die für die Annahme und Erziehung von Kindern notwendig seien, müssten garantiert werden. Eine sachliche Diskussion darüber sei jedoch in Österreich bisher kaum möglich gewesen, bedauerte der Bischof.

"Hochsensibel"

Da das Thema so "hochsensibel" sei, brauche es eine Enttabuisierung und die Schaffung einer neuen "Kultur des Dialogs", sagte Glettler, der hier als Impuls zum Gesprächseinstieg den jüngst angelaufenen Film "Lass uns reden" empfahl. Eine vollzogene Abtreibung bleibe für die meisten betroffenen Frauen unabhängig ihrer religiösen Einstellung lebenslang ein Thema, erklärte Glettler. Das sei aus therapeutischen und seelsorglichen Gesprächen bekannt. Zugleich sei klar: "Niemandem steht es zu, über Frauen zu urteilen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben. Auch damit wurde viel Leid verursacht", so der Bischof.

"Das US-Urteil ist eine juristische Entscheidung, die Fragen aufwirft"

"Wichtig ist es, dass das US-Urteil als das gesehen wird, was es ist, eine juristische Entscheidung. Sie wirft viele Fragen auf. Hier gilt es, kritisch auf die Entwicklung zu achten. Was bedeutet dieses Urteil beispielsweise für Frauen in ihren jeweiligen Situationen. Wichtig ist, dass sie nicht alleingelassen werden mit ihren Fragen, Ängsten und Sorgen, dass sie nicht an den Rand gedrängt werden. Schon gar nicht steht es uns zu, über Frauen zu urteilen, die einen Schwangerschaftsabbruch gemacht haben", informiert Veronika Fehle von der Diözese Feldkirch. Das Leben an sich sei ein hohes Gut. Gerade deshalb sei es auch wichtig, in jeder Diskussion, in der es um das menschliche Leben geht, allen Betroffenen eine Stimme zu geben und zu einer Kultur des Dialogs zu finden.

(VOL.AT)

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