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Schutzmaske wird Pflicht: So läuft die Verteilung in den Supermärkten

Die Verteilung der Schutzmasken dürfte auf die Supermarkt-Mitarbeiter entfallen.
Die Verteilung der Schutzmasken dürfte auf die Supermarkt-Mitarbeiter entfallen. ©APA/AFP/PASCAL GUYOT
Die Organisation der Maskenverteilung wird je nach Supermarkt unterschiedlich ablaufen. Auch bei der Nutzungshäufigkeit ist vieles noch unklar.
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Die von der Regierung angekündigte Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wirft weiterhin viele Unklarheiten auf - insbesondere bezüglich der Organisation der Maskenverteilung in den Geschäften.

Eine einheitliche Handhabung ist bisher nicht in Sicht - in den meisten Lebensmittelketten dürfte die Verteilung der Masken wohl auf die Mitarbeiter entfallen.

Schutzmasken bei Hofer an der Kassa erhältlich

Bei Hofer seien die Masken künftig an den Kassen erhältlich, hieß es in einem Statement gegenüber der APA. Zudem sei der mehrmalige Gebrauch der Masken durchaus erwünscht.

"Wir ersuchen unsere Kunden die MNS-Masken so oft wie möglich zu verwenden, damit wir eine längerfristige Verfügbarkeit sicherstellen können", hieß es vom Unternehmen. Kunden könnten auch ihre eigenen Masken mitnehmen.

Mundschutz aus Tüchern und Schals bei Rewe und Lidl erlaubt

Ähnlich sieht man das bei der Billa- und Bipa-Mutter Rewe. "Wir werden niemanden wegweisen, so lange Mund und Nase in der Filiale bedeckt sind," so ein Sprecher zur APA. "Unsere Kunden können auch von zuhause mitgenommene bzw. selbst produzierte Masken für ihren Einkauf verwenden - die Verwendung von selbst hergestelltem Schutz aus Stoff, etwa aus Tüchern und Schals, ist ebenfalls zulässig, so Rewe.

Auch die mehrmalige Verwendung sei erlaubt und erbeten. Dies merkt auch Lidl an, "ansonsten wird es innerhalb kürzester Zeit zu weiteren Engpässen kommen".

Experten sehen mehrmalige Nutzung der Masken skeptisch

Der Wiederverwertbarkeit von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) skeptisch gegenüber stehen jedoch Experten. So betonte der Vizerektor der MedUni Wien, Oswald Wagner, im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radio, dies zu unterlassen.

"Die Maske aus dem Supermarkt bitte nicht wiederverwenden", meinte Wagner darauf angesprochen. Selbst gebastelte Masken z.B. aus Stoff könnten indes nach einem Waschgang mit 60 Grad wieder benutzt werden, hielt er fest.

"Eine Maske pro Kunde" soll Engpässe vermeiden

Wie genau die Masken verteilt werden sollen, ließ Rewe offen. Ein erstes Kontingent an MNS-Masken stehe laut dem Sprecher zur Verfügung, das ab morgen, Mittwoch, als "Erstausstattung" in den Filialen verteilt werde. Dabei soll nur maximal ein Stück pro Kunde vergeben werden und nur "solange der Vorrat reicht". Man bemühe sich um Nachschub, allerdings seien Schutzmasken derzeit ein knappes Gut und Lieferungen unterlägen Hindernissen wie Grenzsperren, Ausfuhrverboten und Lieferverzögerungen.

Der Diskonter Hofer hofft darauf, dass die Masken-Lieferungen in den kommenden Tagen eintreffen werden. "Bis zu dem Zeitpunkt einer lückenlosen Verfügbarkeit wird es Kunden auch ermöglicht, ohne MNS-Maske in unseren Filialen einkaufen zu gehen", so das Unternehmen. Der Diskonter unterstütze überdies die Vorgehensweise der Regierung, die mit Hofer akkordiert gewesen sei.

Nah&Frisch wusste nichts von Maskenpflicht

Nicht so einfach dürfte es für Nah&Frisch sein - der Lebensmittelhändler hatte bereits am Montagabend bekanntgegeben, nicht von den Maßnahmen der Regierung informiert worden zu sein. Es sei sehr schwer, Masken zu bekommen sagte Geschäftsführer Hannes Wuchterl am Dienstag im Ö1-Mittagsjournal.

Wuchterl rechne mit Kosten von knapp unter einem Euro pro Maske. Insgesamt werde die Maßnahme Hunderttausende Euro pro Woche kosten, da voraussichtlich auch Hunderttausende Masken pro Woche benötigt würden.

Schutzmasken werden für Kunden gratis sein

Laut einer Aussendung des Handelsverbands vom Montag dürften die Händler jeden Tag vier Millionen Masken benötigen. Wer die Kosten am Ende übernehmen soll, sei noch nicht klar - für die Kunden sollen sie jedenfalls gratis sein.

Die Verteilung der Masken werde wohl auf die Mitarbeiter entfallen, für Kontrollen beim Eingang gebe es nicht genügend Personal, so Wuchterl.

Keine Chance für "Masken-Hamsterer" bei Spar

Auch bei Spar werden die Mitarbeiter mit der Verteilung betraut werden. "Die Masken werden ganz sicher nicht einfach aufliegen," so die Spar-Sprecherin zur APA. Damit sollen "Masken-Hamsterer" verhindert und gewährleistet werden, dass jeder Kunde auch nur eine Maske bekommt.

Spar habe bis zu 20 Millionen Masken bestellt, berichtete das Ö1-Mittagsjournal. Zu den Kosten wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Man habe via Handelsverband aber die "Ansage" an die Regierung gerichtet, "dass wir das vergütet bekommen".

Lidl: Masken "bis auf Weiteres kostenlos"

Der Diskonter Lidl tut zwar eigenen Angaben zufolge auch alles, um den Menschen ein sicheres Einkaufen in Coronazeiten mit baldiger MNS-Maskenpflicht zu ermöglichen. In einer Aussendung von Dienstagabend klingt aber auch leise Kritik an. "Die Anforderungen an den Lebensmittelhandel hinsichtlich der Corona-Krise ändern sich ständig - die Erfüllung führt zu hohen Mehrkosten", heißt es dort.

Die Erst-Mengen seien noch relativ gering "und werden schnell vergriffen sein". Daher dürften Kunden, die keine Maske haben, dürfen trotzdem beim Diskonter einkaufen - zumindest vorerst, denn ab 6. April gilt eine Maskenpflicht im Supermarkt wie heute aus einem Erlass des Gesundheitsministeriums hervorging.

"Die verfügbaren Mengen an Masken werden bis Freitag deutlich steigen. Pro Kunde gibt es eine Maske, die bis auf Weiteres kostenlos ist. Die Masken sollen öfter verwendet und nicht weggeworfen werden, ansonsten wird es innerhalb kürzester Zeit zu weiteren Engpässen kommen", wird Alessandro Wolf, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich, in der Aussendung zitiert.

Eigenes Gesetz für Schnellmasken

Der Nationalrat wird am Freitag eine rechtliche Grundlage für den künftig in Supermärkten verpflichtenden Mund- und Nasenschutz schaffen. In dieser wird - gemäß dem der APA vorliegenden Entwurf - geregelt, dass für entsprechende Schnellmasken keine Zertifizierung nach dem Medizinproduktegesetz notwendig ist.

Bei der Entnahmestelle ist ein Hinweis anzubringen, dass die Mund-Nasen-Schnellmasken nicht national zertifiziert und nicht medizinisch oder anderweitig geprüft sind.

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(APA/Red)

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