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Schlecker-Nachfolger dayli geht in Konkurs - 3.400 Jobs wackeln

Die Regale waren schon seit Wochen praktisch leer - jetzt ist es fix, dayli geht in Insolvenz.
Die Regale waren schon seit Wochen praktisch leer - jetzt ist es fix, dayli geht in Insolvenz. ©APA
Die Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli ist zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden. Das Unternehmen hat am Donnerstag beim Landesgericht Linz einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht.
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Juni: 103 Fillialen geschlossen
Klagsdrohung wegen Sonntagsöffnung

Den Gläubigern werde eine Quote von 25 Prozent angeboten, gab dayli in einer Aussendung bekannt. Betroffen von der Insolvenz sind rund 3.400 Mitarbeiter in Österreich sowie mehr als 1.000 in Italien, Polen, Belgien und Luxemburg.

Eigentümerwechsel vor Insolvenz

Die TAP 09 Beteiligungs GmbH von dayli-Chef Rudolf Haberleitner hat ihre Anteile unmittelbar vor dem Antrag bei Gericht an die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger abgetreten, um eine Sanierung und die Finanzierung der Zukunft des Unternehmens zu ermöglichen. Zieger war Geschäftsführer von Hunkemöller, Charles Vögele und Palmers.

Fortführung geplant

Das Unternehmen soll unter dem neuen Eigentümer fortgeführt werden. Offen ist, wie viele der 3.468 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihren Job behalten. “Das Ziel ist die Finanzierung des Unternehmens zu sichern und in Zusammenarbeit mit Politik und Gewerkschaft möglichst viele Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern,” betonte der neue Eigentümer Martin Zieger. Die Beteiligungsgesellschaft TAP 09 von Rudolf Haberleitner soll dayli um einen Euro an Ziegers ICU Unternehmensberatung GmbH abgetreten haben.

Verhinderte Sonntagsöffnung mit Schuld?

Das Fortführungskonzept sieht auch ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell vor, das ab nächster Woche den dayli-Mitarbeitern vorgestellt wird, heißt es. Als Grund für die Pleite führt die Firma an, dass Teile des Nahversorger-Konzepts – dazu zählt auch die Sonntagsöffnung – nicht wie geplant umgesetzt werden konnten. “Die dadurch verursachte öffentliche Diskussion führte zur Verunsicherung von potenziellen Investoren”, heißt es am Donnerstag in einer Aussendung des Unternehmens.

Ultimatum des Kreditschutzvereins

Der Kreditschutzverband 1870 wollte den Konkursantrag einbringen, sollte es die Drogeriekette nicht selbst machen. Über diese Ankündigung hatte sich dayli-Chef Rudolf Haberleitner “irritiert” gezeigt. Er glaubte wohl bis kurz vor Schluss weiter an die Firma und sprach von Verhandlungen mit Investoren und Banken. Die Gewerkschaft hatte indes das Unternehmen aufgefordert, endlich die noch ausstehenden Juni-Gehälter sowie das Urlaubsgeld für tausende Beschäftigte zu bezahlen.

Gläubiger sitzen auf 3 Mio. Euro Forderungen

Der KSV1870 vertritt 15 Lieferanten mit 3 Mio. Euro Außenständen. Insgesamt schätzt der Kreditschutzverband die offenen Forderungen aller Lieferanten auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Der Betrieb der noch bestehenden 783 österreichischen dayli-Filialen koste pro Arbeitstag rund eine halbe Mio. Euro nur an Personal- und Sachaufwand, also ohne Wareneinsatz gerechnet. “Der Betrieb der Drogeriekette wird ohne Rücksicht auf die seit Wochen nicht mehr bezahlten Lieferanten und die seit Ende Juni nicht bezahlten Dienstnehmer fortgesetzt”, kritisierten die Kreditschützer einen Tag vor dem Insolvenzantrag.

Hundstorfer sieht Managementfehler

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht die anhaltenden Probleme beim Nahversorger dayli im Unternehmen selbst begründet. Es handle sich um einen “Managementfehler, wo jetzt der Staat alles übernehmen soll”, so der Ressortchef am Donnerstag in der “Fragestunde” des Nationalrats. Für die betroffenen Beschäftigten würden jedenfalls die üblichen Hilfsinstrumente zur Verfügung stehen.

BZÖ will “Masterplan”

Den Insolvenzantrag nutzte BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher für eine Aussendung mit der Forderung, einen sofortigen Masterplan für mehr Beschäftigung seitens der Politik zu fordern. “Wir brauchen unter anderem dringend eine steuerliche Entlastung für die Unternehmen sowie einen Bürokratieabbau. Den Betrieben müssen alle Möglichkeiten gegeben werden, um Jobs zu schaffen und den Bürger Beschäftigung zu geben, von der sie auch leben können. Österreich muss wieder wettbewerbsfähig gemacht und eine Gründeroffensive gestartet werden”, betont der BZÖ-Chef.
Auf die ausständigen Juli- und Urlaubsgehälter der Angestellten ging Buchner nicht ein. (APA/red)

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