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Rund 3.000 Hektar von Vorarlberg durch Verkehrsflächen versiegelt

VCÖ begrüßt Prüfung von kostengünstigeren Alternativvarianten bei S18.
VCÖ begrüßt Prüfung von kostengünstigeren Alternativvarianten bei S18. ©Unsplash, VOL.AT/Mayer
Der VCÖ begrüßt die Entscheidung des Nationalrats zur Prüfung von S18-Alternativvarianten. Gerade angesichts der aktuellen Hochwasser-Katastrophe wolle man betonen, dass Bodenversiegelung die Folgen von Starkregen verschärfe.
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Die Hochwasser-Katastrophe der vergangenen Tage führt drastisch vor Augen, dass es rasch verstärkte Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen braucht, betont der VCÖ. Starkregen-Ereignisse, wie wir sie in Mitteleuropa in den vergangenen Tagen erlebt haben, werden künftig zunehmen. Versiegelte Flächen verhindern, dass das Wasser im Boden versickern kann.

3.000 Hektar in Vorarlberg versiegelt

In Vorarlberg sind bereits rund 3.000 Hektar durch Verkehrsflächen versiegelt, macht der VCÖ aufmerksam. 97 Prozent der versiegelten Flächen sind Straßen und Parkplätze. Die am Montag vom Nationalrat mit großer Mehrheit beschlossene Prüfung von kostengünstigeren Alternativvarianten zur S18 wird vom VCÖ begrüßt.

"Die vergangenen Tage haben drastisch vor Augen geführt, dass auch in Mitteleuropa die Klimakrise zur Klimakatastrophe werden kann. Die Warnungen der Klimawissenschaft und Meteorologie sind eindeutig: Wir brauchen sowohl eine raschere Reduktion der Treibhausgas-Emissionen als auch verstärkte Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Infolge der massiven Erwärmung in der Arktis wird der Jetstream schwächer. Dadurch halten sich die Wetterlagen länger an einem Ort, also auch Gewitter und damit verbundener Starkregen. Die Wassermassen, die an einem Ort niedergehen, sind entsprechend größer.

Versiegelte Böden nehmen kein Wasser auf

Bodenversiegelung verschärft die Folgen von Starkregen. Versiegelte Böden können kein Wasser aufnehmen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Vorarlberg allein wegen der Verkehrsflächen rund 3.000 Hektar des Landes versiegelt sind, das entspricht der Fläche von rund 5.000 Fußballfeldern. 97 Prozent davon sind Straßen und Parkplätze, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen.

VCÖ für Entsiegelungsprogramm

Der VCÖ betont, dass eine rasche Umsetzung eines Entsiegelungsprogramms dazu beitragen könne, die negativen Folgen von Starkregen zu minimieren. Gerade bei Parkplätzen kann durch eine andere Oberfläche das Versickerungsvolumen vergrößert werden. Besonders bei großen Parkplätzen, etwa bei Supermärkten, Einkaufszentren oder Firmen, bestehe akuter Handlungsbedarf. Während Asphaltbeton kein Wasser durchlässt, kann beispielsweise bei Rasengittersteinen und Kalkschotterdecken viel Wasser in die Böden versickern. "Die Entsiegelung von Pkw-Parkplätzen wirkt zusätzlich bei Hitzewellen gegen das massive Aufheizen der Parkplätze. Asphaltdecken verursachen Hitzestaus, Parkplätze werden regelrecht zu Backöfen, die die Umgebung noch stärker aufheizen", betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Entscheidung des Nationalrats wird begrüßt

Der Nationalrat hatte am Montag eine Prüfung von Alternativvarianten zur S18 beschlossen. Eine vom Kanton St. Gallen beauftragte bautechnische Machbarkeitsstudie schlägt eine Tunnelverbindung zwischen der Schweizer N13 und der Vorarlberger A14 Rheintalautobahn bei Hohenems-Diepoldsau vor. Diese Variante wäre mit 3,5 Kilometer deutlich kürzer und flächensparender als die aktuelle Variante, die 8,5 Kilometer lang wäre. "Infrastrukturentscheidungen legen für Jahrzehnte das Mobilitätsverhalten fest. Deshalb ist es vernünftig, solche gravierenden Entscheidungen genau zu überdenken und zu prüfen", begrüßt VCÖ-Experte Schwendinger den Beschluss des Nationalrats. Der VCÖ betont, dass es darüber hinaus rasch wirksame Maßnahmen brauche, um die aktuelle Verkehrsbelastung zu reduzieren. So könne mit Hilfe von betrieblichem Mobilitätsmanagement der Autopendelverkehr reduziert werden, auch Anreize zur Bildung von Fahrgemeinschaften seien wichtig. "Es ist wichtig, die betroffene Bevölkerung jetzt zu entlasten. Wenn alle, die können, einen Beitrag leisten, von den Unternehmen über Gemeinden und Freizeiteinrichtungen bis hin zu den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, dann ist schon jetzt eine große Entlastung zum Wohle aller möglich", ist VCÖ-Experte Schwendinger überzeugt.

(Red.)

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