Rotlicht-Serie: Todesschüsse aus dem fahrenden Auto

Im nächsten Kapitel der VOL.AT-Serie anlässlich des neuen Buchs von Lokalhistoriker Sigi Schwärzler endet die Fahrt eines tödlich getroffenen Handlangers an einer Hauswand.
Auftakt zur Serie

Als Reaktion auf den Messerstich im Rahmen der blutigen Revierkämpfe in Bregenz, der im ersten Teil der VOL.AT-Serie zu Sigi Schwärzlers Buch "Rotlicht – Blutiges Milieu in Vorarlberg" ausführlich thematisiert wurde, kam es zwei Tage später, am 13. August 1978, zu filmreifen Szenen in Lustenau.

Aus Rache für den lebensgefährlich verletzten Zuhälter Rudolf Nikolatti wurden auf die Bregenzer Bleibe der mutmaßlichen Auftraggeber Franz Popovic und Josef Salcher Schüsse abgegeben. Das führte zur endgültigen Eskalation, oder wie die VN damals titelte "Totaler Zuhälterkrieg: Konkurrent erschossen". Die aufgebrachten Zuhälter beschlossen, ihren Kontrahenten "eine aufs Maul zu geben".

Für die Gegenseite war Josef Stumpf, seines Zeichens ehemaliger Fremdenlegionär und bekannt für sein Faible für Schusswaffen, als Mann fürs Grobe tätig, unter anderem auch für Otto Lamberger. Die Gruppe um Popovic, Salcher oder Herbert Messerle hatte schon des Öfteren unliebsame Bekanntschaft mit dem Schläger gemacht. Dem sollte nun ein Riegel vorgeschoben werden. Gegen 23 Uhr verließen die Männer, die zum Äußersten bereit waren, ihre Wohnung und fuhren mit ihren Wagen nach Lustenau, in die Wohngegend Lambergers.

Herbert Messerle saß hinter dem Steuer seines BMWs, im Wagen befanden sich außerdem zwei Komplizen, als Josef Stumpf mit seinem Ford Mustang auftauchte. Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd setzten die drei Häscher zum Überholmanöver an.

Der Mustang mit dem zuvor erschossenen Handlanger der
Zuhälter krachte gegen die Hauswand.
©handout/Schwärzler

Auf Höhe des metallicgrünen US-Cars zückte Messerle eine Pistole und schoss dem ehemaligen Scharfschützen der Fremdenlegion in den Kopf. Josef Stumpf war sofort tot, der Wagen mit der Leiche hinter dem Steuer krachte frontal gegen eine Hauswand. Und wie es der Zufall wohl wollte, war diese Mauer Teil des Domizils von Otta Lamberger, dem verfeindeten Zuhälter, dem man "eines auswischen wollte.

Die Tatwaffe, mit der aus dem fahrenden Auto geschossen wurde. ©handout/Sigi Schwärzler

Die weiteren Hintergründe zur Tat, der eine blutige Welle der Gewalt folgte, hat Sigi Schwärzler in seinem Buch "Rotlicht – Blutiges Milieu in Vorarlberg" detailliert herausgearbeitet.

Das neue Werk wird am 29. Oktober, 20 Uhr, im ORF Funkhaus Dornbirn präsentiert.

Die im Buch und in der VOL.AT-Serie publizierten Namen entsprechen aus Opferschutzgründen nicht der Realität.

(VOL.AT)

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