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Piratenflagge nun offiziell gehisst

Stärkung der Bürgerrechte, mehr direkte Demokratie und Informationsfreiheit: Das haben sich die Ländle-Piraten auf die Fahnen geheftet.
Stärkung der Bürgerrechte, mehr direkte Demokratie und Informationsfreiheit: Das haben sich die Ländle-Piraten auf die Fahnen geheftet. ©VOL.AT/Bernd Hofmeister
Feldkirch - Die Vorarlberger Piraten­partei hat sich neu gegründet und nimmt nun Kurs auf die Wahlen.
Piraten wollen Landtag entern


Die Piratenpartei ist in aller Munde. Beflügelt von den Erfolgen in Deutschland, wo es bereits erste Polit-Freibeuter in Landesparlamente geschafft haben, ist kürzlich auch in Österreich der erste Pirat in eine Gemeindevertretung (Innsbruck) gewählt worden. Auch die Vorarlberger Piraten, die seit den Gemeinderatswahlen 2010 nicht mehr in Erscheinung getreten waren, geben jetzt wieder ein Lebenszeichen von sich. Gestern Abend trafen sich etwa 20 Anhänger in Feldkirch zur Neugründung der Landesorganisation. „Wir wollen Strukturen schaffen und uns für die nächsten Wahlen rüsten“, so Piraten-Sprecher Marc Fuhrken zu den VN. Es passiere derzeit sehr viel, berichtet der 41-jährige Deutsche, auch auf Bundesebene gebe es neue Strukturen. „Der ganze Laden wird sozusagen auf Vordermann gebracht, von unten nach oben.“ Man wolle mitmischen und raus aus dem stillen Kämmerlein, so Fuhrken.

Jung und Alt, bunt gemischt

„Ahoi!“ Ein mit Kugelschreiber gemaltes Plakat weist den Weg in den oberen Stock des Gründungslokals. Im privaten „Dining Room“ des Feldkircher Restaurants Rauch ­haben sich bereits einige Piraten eingefunden. Zwischen Laptops, Bier und Video­beamer wird diskutiert. Keiner hier dürfte unter 25 Jahre alt sein. Auch einige grauhaarige Herren sind dabei, jenseits der 50. Einer davon ist Gerhard Diem aus Dornbirn. Der gelernte Möbeltischler ist seit zwei Monaten bei den Piraten. Warum? „Die Parteien bringen nichts vorwärts, Wahlversprechen werden nicht gehalten. Die eingefahrenen Strukturen müssen aufgebrochen werden.“

Das denkt auch Samuel Passler aus Lauterach. Der 25-jährige Elektriker engagiert sich seit 2009 für die Piraten, war vor zwei Jahren bei der Gemeinderatswahl in Bregenz dabei. Verteilte Flyer „bis zum Umfallen“, wie er sagt. Auch Passler ist mit der herrschenden Politik unzufrieden und will etwas bewegen. „Das Ganze muss wieder menschenwürdig und ehrlich werden.“
Kurz nach 20 Uhr, mit etwa halbstündiger Verspätung, geht die Gründungsveranstaltung dann offiziell los. 21 Piraten sind stimmberechtigt. Die meisten sind schon länger dabei, etwa fünf Personen ließen sich neu eintragen. 20 Piraten, das sei österreichweiter Rekord, sagt Gerhard Kleinberg, der kürzlich in den Bundesvorstand der Piraten gewählt wurde. „Normalerweise haben Gründungsveranstaltungen Stammtischcharakter, mit etwa fünf Personen“, zeigt sich der Techniker zufrieden.

Insgesamt sechs Piraten stellten sich zur Wahl. Der Vorstand, erklärte Piraten-Sprachrohr Marc Fuhrken das weitere Prozedere, wird das Landesparteiprogramm erarbeiten und einen Landesparteitag innerhalb der nächsten sechs Monate organisieren. Erklärtes Ziel sei es, bei der Nationalratswahl 2013 anzutreten. Ein Jahr später wollen die Piraten den Landtag entern. „Wir rechnen mit mindestens einem Mandat“, glaubt Fuhrken an kommende Wahlerfolge seiner Partei.

Es wurden folgende Personen in den Interimsvorstand gewählt:
 
1. Vorstand: Christoph Fischer / Hard
2. Vorstand: Marc Fuhrken / Lustenau
3. Vorstand: Serdal Stern / Dornbirn
 
Nachbesetzer / Stellvertreter:
 
Christian Gutzwiller / Schruns
Lukas Bergauer / Nüziders
Sabrina Felder / Mäder

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