Piraten wollen Landtag entern

Von VN/Iris Burtscher
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Obmann Marc Fuhrken sieht vor allem in jenen Menschen, die jetzt gar nicht mehr wählen wollen, das Potenzial der Piraten. Obmann Marc Fuhrken sieht vor allem in jenen Menschen, die jetzt gar nicht mehr wählen wollen, das Potenzial der Piraten. - © VOL.AT/ Steurer
Lustenau - Die Vorarlberger ­Piratenpartei rüstet sich zum Wahlkampf. Sie wollen mitbestimmen.

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Im Innsbrucker Gemeinderat sind die Piraten jetzt vertreten. Im Nationalrat und im Vorarlberger Landtag wollen sie es bald auch sein. Gestern Abend beschlossen die Mitglieder in Lustenau bei einer Versammlung, sich aktiv an den nächsten Wahlen beteiligen zu wollen. „Wir wollen uns einmischen“, bestätigt Marc Fuhrken, Obmann der Vorarlberger Piraten, auf VN-Anfrage. 2013 ist die nächste Nationalratswahl, 2014 Landtagswahl. Das Potenzial? „Um fünf Prozent, aber es können auch ein, zwei Prozent mehr sein“, hofft Fuhrken. Bei bundesweiten Umfragen liegen die Piraten derzeit schon bei knapp sieben Prozent.  

Interessierte fragen an

„Wir haben Aufwind und spürbaren Druck von unten. Derzeit kommen viele Anfragen. Menschen wollen wissen, wer wir überhaupt sind und was wir machen“, freut sich der 41-jährige gebürtige Deutsche, der mittlerweile in Lustenau eine neue Heimat gefunden hat.
Die Piraten wollen anders sein. Ihre Vorstellungen und die Erfordernisse zur Führung einer Partei unter einen Hut zu bringen, ist für sie aber nicht einfach. „Wir tun uns schwer mit fixen Strukturen, weil wir relativ themenbezogen agieren“, erklärt der zweifache Familienvater. „Menschen engagieren sich bei uns, aber vielleicht nur temporär für ein bestimmtes Thema. In diesem Zwiespalt bewegen wir uns. Jetzt wollen wir Strukturen schaffen, die beides möglich machen.“ Die politischen Vorgänge sollen dabei bürgerfreundlicher werden. Denn dass Menschen nicht mehr miteinbezogen werden, sei ein wesentlicher Grund für die Politikverdrossenheit der Bürger. „Direkte Demokratie ist für uns ein Grundpfeiler. Die Menschen sind mündig, man darf ihnen Entscheidungen zutrauen. Momentan sehen wir nur, dass die Politiker an der Spitze kaum mehr eine Verbindung zu den Menschen haben.“
Bei den Piraten soll das anders funktionieren. Mitmachen soll einfacher werden, auch durch die Möglichkeiten des Internets. „Bei uns können Mitglieder über verschiedene Medien mitentscheiden. Ich bin letztes Jahr über eine Konferenzschaltung in den Bundesvorstand der österreichischen Piratenpartei gewählt worden, ohne da gewesen zu sein. Das geht bei uns“, nennt Fuhrken ein Beispiel. „Eingesessene Parteien begreifen die Onlinewelt als Parallelwelt. Das ist sie nicht, sie ist das Abbild von dem, was in der realen Welt auch stattfindet. Das wird von Altparteimitgliedern nicht verstanden.“ Jene Wähler, die sich deshalb enttäuscht von der Politik abwenden, sind das Potenzial der Piraten. Das freie Internet sei jedoch nicht ihr einziges Thema. Am Programm wird derzeit noch gefeilt. „Wir sind Menschen, die sich mit den Grundwerten unseres Zusammenlebens beschäftigen“, so Fuhrken vage. „Und wir sind die einzige Landesorganisation, die nicht zum Großteil aus Computerfachleuten besteht“, fügt er lachend hinzu. Zulauf haben die Piraten in Vorarlberg jedenfalls. Die Parteimitglieder sind aber noch überschaubar: Rund 50 sind es derzeit. „Es gibt auch die klassische Parteimitgliedschaft, mit Monatsbeitrag. Ohne Budget läuft auch bei uns nichts.“

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