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Pfändertunnel bei Bregenz in Vollbetrieb: Zweite Röhre offen

Die zweite Röhre des Pfändertunnels wurde für den Verkehr freigegeben.
Die zweite Röhre des Pfändertunnels wurde für den Verkehr freigegeben. ©VOL.AT/Philipp Steurer
Bregenz - Kilometerlange Staus vor dem Pfändertunnel - damit müsste es jetzt ein für alle Mal vorbei sein: Am Mittwochabend wurden nach siebenjähriger Bau- und Sanierungszeit erstmals beide Röhren für den Verkehr freigegeben.
Die erste Durchfahrt
Kurz vor der Freigabe
Tausende stürmten Eröffnungsfeier
Zweite Röhre eröffnet
Beide Röhren ab 4. Juli geöffnet
Bures eröffnet Pfändertunnelröhre
Asfinag- Schedl zur Eröffnung
Pfändertunneleröffnung
Bilder der Eröffnung I
Bilder der Eröffnung II
Bilder der Eröffnung III

Im nun betriebenen Vollausbau soll es vor den Portalen nicht nur keine Staus mehr geben, auch die schweren Unfälle gehören hoffentlich der Vergangenheit an.

Von der Politik – Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) – war der Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn (A14) bereits am Sonntag mit einem Festakt “eröffnet” worden. Nach letzten Arbeiten waren am Mittwoch um 21.30 Uhr erstmals beide Röhren gleichzeitig befahrbar.

Aus Kostengründen einröhrig gebaut

Der 6,7 Kilometer lange Pfändertunnel als Umfahrung der Landeshauptstadt Bregenz galt bei seiner ersten Eröffnung im Jahr 1980 als einer der sichersten Tunnels Europas. Er war vor allem aus Kostengründen jedoch nur einröhrig mit Gegenverkehr gebaut worden.

Kilometerlange Blechlawinen 

Doch die Verkehrszahlen erhöhten sich in wenigen Jahren derart stark, dass sich vor den Tunnel-Portalen während der Morgen- und Abendstunden und vor allem in Ferienzeiten kilometerlange Staus bildeten. Zuletzt passierten den Pfändertunnel täglich rund 30.000 Fahrzeuglenker. Prognosen sagen bis 2020 sogar einen täglichen Verkehr von etwa 36.000 Fahrzeugen voraus.

Siebenjährige Bau- und Sanierungszeit

Der Bau der neuen Röhre, die mit modernster Sicherheitstechnologie ausgestattet ist, konnte ab 2006 in sechs Jahren bewerkstelligt und im Juni 2012 abgeschlossen werden. Sie wird seit etwa einem Jahr befahren. Seitdem wurde die alte Röhre generalsaniert und ebenfalls auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Kosten für den Neubau und die Sanierung beliefen sich nach Angaben der Straßenbaugesellschaft Asfinag auf rund 200 Mio. Euro. Ursprünglich waren 212 Mio. Euro veranschlagt gewesen.

ASFINAG: “Meilenstein”

“Der zweiröhrige Pfändertunnel ist ein Meilenstein im laufenden Tunnelsicherheit-Programm der ASFINAG”, so ASFINAG Vorstand Alois Schedl vorab, “auch durch eine neue Überwachungszentrale in Hohenems setzen wir neue Maßstäbe in punkto Verkehrssicherheit”.

Die Hoffnungen der ASFINAG sind groß: “Modernste Sicherheitstechnologie” und “technische Innovationen” sollen den Tunnel für täglich rund 30.000 Fahrzeuglenker sicherer machen. Auch die häufigen Staus im Nahbereich des Tunnels sollen ein Ende finden.

Schwerste Unfälle im einröhrigen Tunnel

Ministerin Bures hatte am Sonntag vor allem auf die erhöhte Sicherheit hingewiesen, die durch zwei Röhren gegeben ist. “Unfälle wird man durch eine zweite Röhre nicht ganz verhindern können. Aber die Schwere der Unfälle wird – so zeigt die Erfahrung – in Tunnels ohne Gegenverkehr zurückgehen”, sagte sie. In der Tat hatten sich im einröhrigen Pfändertunnel immer wieder schwerste Unfälle auch mit tödlichem Ausgang zugetragen. Der bisher letzte Frontalunfall im Tunnel ereignete sich am Sonntag nur wenige Stunden vor der Eröffnung durch die Ministerin.

Aus für Korridorvignette

Mit der Freigabe beider Röhren des Pfändertunnels wurde am Donnerstag auch der Verkauf der Korridorvignette wie vorgesehen eingestellt. Die Korridorvignette war eine für den Pfändertunnel konzipierte Maut-Sonderlösung zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und Hohenems. Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) hatte sich bei Bures bis zuletzt für eine Beibehaltung der Korridorvignette stark gemacht, stieß dabei aber auf taube Ohren. Für die Asfinag bedeutete die pro Richtung zwei Euro teure Korridorvignette einen Schaden in Millionenhöhe. (APA; red.)

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