Paszek wegen Therapieform unter Dopingverdacht

Die 18-Jährige erhielt Eigenblutinjektionen
Die 18-Jährige erhielt Eigenblutinjektionen ©APA (EXPA PICTURES/GRODER)
Tamira Paszek ist nach Aussagen auf einer Pressekonferenz vom Dienstag in Bad Gastein wegen einer von ihr angewandten Therapieform in Schwierigkeiten geraten.

Im Zuge einer Therapie in Dornbirn bei einer mongolischen Ärztin unterzog sich die 18-Jährige Eigenblut-Injektionen, die in die Bandscheiben-Region zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel injiziert wurden. Nun besteht Dopingverdacht.

Auf APA-Nachfrage wurde sich Tamira Paszek am Mittwoch bewusst, dass sie da möglicherweise zumindest gewisse Formalitäten übersehen hat. “Diese Unsicherheit ist nach diesem Medientermin ein bisschen größer geworden”, erklärte Paszeks Pressesprecher Karlheinz Wieser.

Gemeinsam mit dem ÖTV wandte sich Paszek an die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA), die wiederum eine Sachverhaltsdarstellung von der Vorarlbergerin verlangt hat. Die Eigenblut-Injektionen waren laut Paszek mit homöopathischen Essenzen angereichert. Wieser: “Tamira wird diese Sachverhaltsdarstellung ehebaldigst bei der NADA abgeben.”

Dass Eigenblut-Transfer nur mit Genehmigung und in bestimmten Fällen gestattet ist, ansonsten als Doping gelten würde, war ihr offenbar nicht bewusst, weshalb sie es auf der Pressekonferenz auch erwähnte. Ein Statement der behandelnden Ärztin war vorerst nicht zu bekommen.

Für Anti-Doping-Experten Hans Holdhaus ist der Sachverhalt jedoch klar: Bei Wiederzuführung von Eigenblut liegt Doping vor, außer man hat eine Ausnahmegenehmigung. Der Leistungsdiagnostiker und Anti-Doping-Experte sagte auf Anfrage der APA: “Sobald du Blut entnimmst und wieder zuführst, ist das Doping. Völlig egal, was du damit macht, und wenn du es nur anschaust. Das ist verboten.” Durch den offensiven Weg, selbst an die NADA heranzutreten, und die offensichtliche Unwissenheit, hofft Paszek nun, möglichen weiteren Konsequenzen zu entgehen.

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