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Österreich: Absage von Anschober an Putins Corona-Impfstoff

Anschober ist aber zuversichtlich, dass 2021 einer oder mehrere umfassend getestete, sichere, wirksame und zugelassene Impfstoffe vorliegen.
Anschober ist aber zuversichtlich, dass 2021 einer oder mehrere umfassend getestete, sichere, wirksame und zugelassene Impfstoffe vorliegen. ©APA
"Ein nicht ausreichend erprobter Impfstoff kommt für Österreich nicht in Frage", betont der Gesundheitsminister am Mittwoch. "Qualität und Sicherheit gehen vor." Russland weist Bedenken gegen Impfstoff zurück.
Erste Corona-Impfung in Russland
Was bedeutet die Zulassung von Sputnik V?

Die Regelungen zur Erprobung von Impfstoffen müssen auch beim Coronavirus zu 100 Prozent eingehalten werden. Das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch hinsichtlich der Zulassung einer russischen Vakzine betont. "Für die EU und damit für Österreich kommt ein nicht ausreichend erprobter Impfstoff nicht in Frage", versicherte er in einer Aussendung.

"Qualität und Sicherheit" gehen demnach vor.

Anschober ist aber zuversichtlich, dass 2021 einer oder mehrere umfassend getestete, sichere, wirksame und zugelassene Impfstoffe vorliegen.

EU splittet Impfstoff nach Bevölkerungsanteil

Innerhalb der EU werden die reservierten Liefermengen nach Bevölkerungsanteil aufgesplittet. "Österreichs Ziel ist dabei, eine Impfung für alle zu ermöglichen, die sich impfen lassen möchten. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Ziel ehestmöglich erreichen. Derzeit arbeiten wir an der Impfstrategie, um Vorgangsweise, Vorrang und Logistik für diese Schlüsselphase im Kampf gegen Covid-19 gut vorzubereiten", berichtete Anschober.

Anträge auf Zulassungen für Coronavirus-Impfstoffe können derzeit bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA beschleunigt abgewickelt werden. Das bedeutet nicht, dass dabei weniger Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe vorgelegt werden müssen als bei anderen Zulassungsverfahren, hieß es in der Aussendung des Gesundheitsministeriums.

Manche Studien, die normalerweise nacheinander durchgeführt werden, können jedoch damit auch parallel angelegt werden.

Russland weist Bedenken gegen Impfstoff zurück

Russland hat Vorbehalte aus dem Ausland gegen seinen Corona-Impfstoff "Sputnik V" - den ersten zugelassenen weltweit - zurückgewiesen. "Ausländische Kollegen versuchen offenbar, irgendeine Meinung zu äußern, die nach unserer Ansicht absolut unbegründet ist", sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Agentur Interfax zufolge.

Russland hatte das Vakzin am Dienstag zur breiten Verwendung in der Bevölkerung zugelassen. Dieser Schritt erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse sogenannter Phase-III-Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen lassen sich derzeit fundiert beurteilen.

Anschober-Berater Kollaritsch in "ZIB 2" zu Russlands Impfstoff

Infektiologe Herwig Kollaritsch, Mitglied des Corona-Beraterstabes von Gesundheitsminister Anschober (Grüne), kritisiert die angeblich zu kurze Testphase mit zu wenigen Versuchspersonen und die fehlenden Informationen über den Impfstoff.

Service: WHO-Liste zum Stadium von Impfstoff-Kandidaten

(APA)

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