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Nach Vorarlberger Erfahrungen: Öffnung ohne Lockdown möglich

Infektionsepidemiologin Daniela Schmid: Es gebe auch "andere Wege".
Infektionsepidemiologin Daniela Schmid: Es gebe auch "andere Wege". ©APA, VN, VLK
Die großen Öffnungsschritte ab Mittwoch werden nicht zwangsläufig in einem nächsten Lockdown enden, sondern sind beherrschbar. Das hat Infektionsepidemiologin Daniela Schmid von der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) am Dienstag bei einer Zwischenbilanz zur "Modellregion Vorarlberg" betont.
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Der Versuch in Vorarlberg habe gezeigt, dass es sehr wohl möglich sei, auch "andere Wege" zu gehen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach von einem großen Erfolg.

Wallner: Wertvolle Vorarbeit

Schmid - sie ist auch Sprecherin der Corona-Kommission - unterstrich, dass die Voraussetzungen für eine österreichweite Wiedereröffnung von Gastronomie und Hotellerie, aber auch anderer Bereiche, gegeben seien. Konkret sprach sie die digitale Infrastruktur in den Bundesländern an. In Vorarlberg habe man während des Modellversuchs mit geöffneter Gastronomie und Zugang zu Kultur und Sport 60 bis 70 Prozent der Infektionsfälle abklären und so die Ansteckungsketten unterbrechen können. Sie wies aber auch darauf hin, dass jedes Bundesland seine Spezifika habe, auf die man eingehen müsse. "Die Ausgangslage für die anderen Bundesländer ist exzellent, besser, als es die unsere war", sagte Wallner. Vorarlberg habe wertvolle Vorarbeit geleistet.

Start der "Modellregion" am 15. März

Die AGES hat die Vorarlberger Verantwortlichen seit dem Start der "Modellregion" am 15. März auf Basis von Analysen täglich beraten und etwa auf Infektionsherde hingewiesen. "Wir haben darauf klar mit Ausreisetestpflichten reagiert", sagte Wallner - diese Maßnahme hat zeitweise für das Leiblachtal, den Bregenzerwald und die Rheindelta-Gemeinden bestanden. Für das Gelingen der "Modellregion" seien die wissenschaftlichen Clusteranalysen der AGES entscheidend gewesen, so der Landeshauptmann. "Eine Pandemie muss täglich genau beobachtet werden, um sie in den Griff zu bekommen", stellte Wallner fest.

Cluster nicht in geöffneten Bereichen

Sowohl Wallner, Schmid als auch Public Health-Experte Armin Fidler unterstrichen, dass die Cluster in Vorarlberg nicht in den geöffneten Bereichen entstanden, sondern in Kindergärten, Schulen und bei privaten Zusammenkünften. Diese habe man durch eine rasche Reaktion eindämmen können. "Wir haben gezeigt, dass wir es ernst meinen", so Wallner.

Anstieg war schon zuvor klar

Der Landeshauptmann räumte auch ein, dass er sich die Einführung der "Modellregion" vor einem Jahr "nicht getraut" hätte. Man habe aber seit dem Beginn der Pandemie viel gelernt und mittlerweile mit der Impfung und den Tests auch ganz andere Instrumente zur Verfügung. Es sei schon vor den Öffnungsschritten in Vorarlberg klar gewesen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland ansteigen werde. "Das hatte aber nichts mit den Öffnungen zu tun, sondern mit der britischen Virus-Variante", betonte Fidler. Auf den Intensivstationen sei man nie an die Kapazitätsgrenze gelangt, sagte Wallner. Die Sieben-Tage-Inzidenz werde bald an die Werte in den anderen Bundesländern angeglichen sein. "Das Ziel, nicht in einen weiteren Lockdown zu müssen, ist erreicht worden", betonte der Landeshauptmann.

80 Prozent Durchimpfungsrate nötig

In einem Ausblick auf die kommenden Monate sagte Fidler, dass die Impfung einen großen Einfluss haben werde, "wir sehen, dass sie funktioniert". Allerdings sei eine Durchimpfungsrate von 80 Prozent notwendig, um Herdenimmunität zu erreichen. Deshalb würden in den USA bereits massive Impf-Anreize gesetzt. Passiere das nicht weltweit, "werden wir immer wieder Einschleppungen haben", so Fidler. Man werde mit dem Virus viele Jahre weiterleben und sich arrangieren müssen.

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(APA)

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