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"Mussten nachts die Tür offen lassen" - Wieder Wirbel um spanische Fußballnationalmannschaft

Schon wieder Wirbel um spanische Frauen-Nationalmannschaft.
Schon wieder Wirbel um spanische Frauen-Nationalmannschaft. ©Reuters; AFP; Canva
Neue Vorwürfe erschüttern die spanische Frauenfußballnationalmannschaft. Nach dem Kuss-Skandal des ehemaligen Verbandspräsidenten Luis Rubiales kommt nun Jennifer Hermoso mit besorgniserregenden Anschuldigungen gegen den früheren Nationaltrainer Jorge Vilda.
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Darum geht's:

  • Jennifer Hermoso wirft dem ehemaligen Nationaltrainer Jorge Vilda fragwürdige Methoden vor.
  • Spielerinnen mussten nachts ihre Zimmertüren offen lassen und wurden kontrolliert.
  • 15 Spielerinnen traten zurück, Vilda wurde nach dem Rubiales-Skandal entlassen.

Fragwürdige Methoden

Jennifer Hermoso äußerte sich in der Sendung „Planeta Calleja“ über die umstrittenen Praktiken Vildas während seiner Zeit als Trainer. Sie beschreibt Situationen, in denen die Spielerinnen gezwungen waren, nachts ihre Zimmertüren offen zu lassen, damit Vilda für Gespräche zu ihnen kommen konnte. "Wenn wir schlafen gingen, mussten wir die Tür offen lassen und darauf warten, dass er nachts hereinkam, damit er mit uns reden konnte. Er sagte, das sei die einzige Zeit, in der er mit uns persönlich sprechen könne." Zudem schildert sie Begegnungen, bei denen der Trainer die Spielerinnen nach ihren Einkäufen kontrollierte. "Wenn wir einkaufen gingen, wartete er auf uns und fragte uns, was wir in unseren Taschen hätte", so Hermoso.

Protest und Folgen

Diese Methoden führten 2022 zu massiven Protesten innerhalb der Mannschaft, in deren Folge 15 Spielerinnen ihren Rücktritt erklärten. Der Verband hielt zunächst an Vilda fest, doch nach dem WM-Sieg und im Zuge des Rubiales-Skandals musste er seinen Posten räumen. Vilda selbst sieht sich als Opfer ungerechter Kritik und äußerte sich entsprechend in einem Gespräch mit dem Radiosender „Cadena Ser“.

Neue Führung, neue Erfolge

Montserrat Tomé, ehemalige Spielerin des FC Barcelona und Vildas Assistentin, übernahm als Nachfolgerin das Ruder der Nationalmannschaft. Unter ihrer Leitung errang das Team fünf Siege in sechs Spielen, lediglich ein Nations-League-Spiel gegen Italien ging verloren.

(VOL.AT)

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