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Missstände in Schweinezucht: Neue Informationen zum Fall

Der VGT setzt sich gegen Vollspalten ein.
Der VGT setzt sich gegen Vollspalten ein. ©VOL.AT/Mayer
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) kritisierte Zustände in einer steirischen Schweinezucht. Vor Ort gibt es zwei Betriebe - einen mit und einen ohne AMA-Zertifikat.
VGT deckt Schweinzucht auf

Am Mittwoch zeigte der VGT "katastrophale" Zustände in einer Schweinezucht in der Steiermark auf.

Fälschlicherweise wurde dabei angegeben, es handel sich um einen AMA-Gütesiegel-Betrieb. Das stimmt so nicht, wie neue Informationen zum Fall aufzeigen: Vor Ort gibt es zwei Betriebe an gleicher Adresse, mit gleichem Namen - Blasius Gsöl - und einer großen Stallanlage. Einer der Betriebe, eine Schweinezucht, aus der auch die Fotos stammen sollen, wird vom Vater geführt. Der Sohn führt einen Mastbetrieb, der anders als der des Vaters ein AMA-Gütesiegel trägt. Der Betrieb von Gsöl Junior sei ein guter Betrieb und regelmäßig kontrolliert worden, so Manuela Schürr von der AMA gegenüber VOL.AT. Dabei habe es keine Abweichungen gegeben.

Betreiber gesteht Misstände ein

Die vom VGT veröffentlichten Bilder zeigen die Zustände in beiden Betrieben im steirischen Obergnas, beide auf dem Grundstück Gsöl Seniors. In den Stallbereichen gibt es Misstände zu sehen: Fehlendes Beschäftigungsmaterial im Vollspaltenbodenbereich, Gülleseen und ein bewegungsunfähiges Schwein im Teilspaltenbodenbereich. Überall liegen die Tiere auf hartem Beton ohne Einstreu.

Man habe Kontakt mit Gsöl Senior gehabt, so Schürr auf VOL.AT-Anfrage. Er habe sich zur Zeit, als die Fotos aufgenommen worden seien, nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus befunden. "Er gibt zu, dass es während seiner Abwesenheit Probleme mit der Gülle gab", so Schürr. Er mache keinen Hehl daraus, dass die Zustände nicht in Ordnung gewesen seien. Es habe sich um Kontrollfehler gehandelt, diese müsse man natürlich beheben. Man werde das Gespräch mit Gsöl Senior suchen, alles Weitere sei Aufgabe der Behörden.

AMA zu Vollspalten

Der VGT fordert weiterhin die Abschaffung der Vollspaltenböden. Die Vollspaltenhaltung sei in Österreich eine ganz übliche Praxis, so die Auskunft der AMA-Sprecherin. Rund 95 Prozent der Tiere würden in Österreich auf Vollspalten leben, so gesehen sei es die am weitesten verbreitete Haltungsform, die auch laut Bundestierschutzgesetz erlaubt sei, so Schürr. Eine Gesetzesänderung müsse vom Markt mitgetragen werden. Die AMA habe daher einen anderen Weg gewählt: In den Richtlinien bietet sie ein freiwilliges Modul an, in dem Tiere mehr Platz im Stall und keine Vollspalten, sondern eingestreute Liegeflächen haben. Dafür gebe es eine Auszeichnung und das Fleisch koste auch mehr. Genau das sei aber derzeit der Knackpunkt: Die Nachfrage sei verschwindend gering. Man habe sich große Hoffnungen gemacht, dass das neue Modul zum Standardprogramm werden könne. Damit man hier weiterkomme, brauche man einfach die Solidarität der Konsumenten. Das Fleisch sei teurer, man müsse bereits sein, mehr zu zahlen.

(Red.)

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