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Lützerath: Polizei setzte erneut Pfefferspray und Schlagstöcke ein

Die Einsatzkräfte der Polizei richteten sich am Dienstag auf mehrere spontane, dezentrale Aktionen ein.
Die Einsatzkräfte der Polizei richteten sich am Dienstag auf mehrere spontane, dezentrale Aktionen ein. ©APA; AFP
Nach der Räumung der Siedlung Lützerath in Nordrhein-Westfalen hat es am Dienstag neuerliche Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten gegeben.
Aktivisten in Tunneln verschanzt
Einbetonierte Aktivisten flehen um Hilfe
Attacken auf Polizei
Proteste in Lützerath

Beamte hätten auch wieder Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gehört laut Beobachtern zu einer Gruppe von Demonstranten, die in der Nähe von Lützerath von der Polizei eingekreist worden ist.

Zusammen mit etwa 60 bis 70 anderen Menschen saß sie in der Nähe der Abbruchkante zum Braunkohletagebau Garzweiler. Polizisten umringten die Gruppe. Der Tagebau hat eine scharfe Abbruchkante, der Aufenthalt dort ist gefährlich und verboten. Auch Lützerath ist abgeriegelt. Zuvor hatten sich nach Angaben der Polizei Menschen aus einer Demonstration herausgelöst und in Richtung des Tagebaus und Lützerath aufgemacht. Dadurch kam es zur Konfrontation mit der Polizei.

Aktivisten beklagten Polizeigewalt

Davor gab es in dem Bundesland bereits mehrere weitere Protestaktionen. Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion klebten sich in Düsseldorf am NRW-Innenministerium fest. Etwa ein Dutzend Menschen, darunter eine Mutter mit Kind, waren an der Aktion beteiligt, wie Sprecher von Polizei und Innenministerium sagten. Sie protestierten gegen die Räumung der Siedlung für den Braunkohle-Abbau und forderten den Rücktritt von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wegen des dortigen Polizeieinsatzes. Die Aktivisten beklagten außerdem Polizeigewalt und Kriminalisierung im Zuge der Räumung vergangene Woche.

Nach einiger Zeit beendeten die Einsatzkräfte die Aktion: Einige Demonstranten seien freiwillig gegangen, andere weggetragen worden. Die Aktivisten, die sich an Scheiben geklebt hatten, wurden von der Polizei gelöst. Unterdessen versammelten sich am Landtag in Düsseldorf rund 150 Demonstranten, die dann vor das NRW-Wirtschaftsministerium zogen. Auch sie protestierten gegen den Abriss von Lützerath.

Klima-Kleber - Staatsschutz schaltet sich ein

Eine Gruppierung der Letzten Generation brachte mit einer Blockade-Aktion den Kölner Frühverkehr massiv ins Stocken. Bei der Blockadeaktion klebten sich Klimaaktivisten auf einer Straße fest und hielten ein Banner hoch, das auf die Gruppierung Letzte Generation hinwies. Bei der Protestaktion waren auch gelbe Kreuze zu sehen - die Protest-Symbole gegen den Abriss von Lützerath. Sechs Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der Staatsschutz habe sich eingeschaltet. Die Gruppierung Letzte Generation twitterte ein Foto aus Köln und erklärte: "Die Kohle unter #Lützerath muss im Boden bleiben!"

Besuch von Greta Thunberg

Indes hielt sich die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg noch in der Region auf. Am Dienstag lief sie überraschend bei einer Klimaschutz-Demonstration mit, die im Ort Keyenberg in der Nähe von Lützerath begonnen hatte, wie ein Fotograf berichtete. Ein Thunberg-Sprecher erklärte auf Anfrage, dass sie noch "an verschiedenen Aktivitäten" teilnehmen werde. Thunberg war in den vergangenen Tagen immer wieder in und um Lützerath aufgetaucht. Unter anderem nahm sie an einer Kundgebung am Samstag teil.

Die Einsatzkräfte der Polizei richteten sich am Dienstag auf mehrere spontane, dezentrale Aktionen ein. Das Aktionsbündnis "Lützerath Unräumbar", zu dem auch Gruppen von Fridays For Future und Letzte Generation gehören, hatte zu einem gemeinsamen Aktionstag aufgerufen.

Bei einer Kundgebung am vergangenen Samstag hatte es Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten gegeben, als Teilnehmer in Richtung Lützerath gelaufen waren. Der Braunkohletagebau hat eine scharfe Abbruchkante, der Aufenthalt dort ist gefährlich und verboten. Auch Lützerath ist abgeriegelt. Das Dorf wurde in den vergangenen Tagen von der Polizei geräumt und soll abgebaggert werden.

(APA/dpa)

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