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"Lügen, dass sich Balken biegen": ÖGB-Loacker attackiert Post-Chef Pölzl

„Es handelt sich um ein System der Angst, mit dem MitarbeiterInnen klein gehalten werden“, berichtet Loacker.
„Es handelt sich um ein System der Angst, mit dem MitarbeiterInnen klein gehalten werden“, berichtet Loacker. ©VOL.AT/Hofmeister
Harsche Attacke des ÖGB-Landesvorsitzenden Norbert Loacker auf Postvorstandschef Georg Pölzl: Er wirft den Postverantwortlichen "Schönreden" vor. Die Post habe zudem ein "System der Angst" geschaffen.
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Im Interview mit den “Vorarlberger Nachrichten” verteidigt Post-Vorstandschef Georg Pölzl die Personalsituation im Ländle. Von allen 276 Zustellbezirken in Vorarlberg sei derzeit nur einer unbesetzt. Die Kritik stehe “in keiner Relation zur Realität”.

Zwar habe es im Sommer durchaus personelle Engpässe gegeben, gibt der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Georg Pölzl, zu. Das liege aber vor allem daran, dass in Vorarlberg nahezu Vollbeschäftigung herrsche und es deshalb schwer sei, Mitarbeiter für Zustelltätigkeiten zu gewinnen. Es seien jedoch genügend Mitarbeiter vorhanden, um dem Postgesetz entsprechend an fünf Tagen der Woche Briefe zuzustellen. Die gesetzlich vorgeschriebene Quote werde erfüllt. Zu dem Vorwurf, dass die Zahl der Zusteller halbiert wurde, meint Pölzl, dass sich auch das Volumen der Briefe halbiert habe und dass effizienzsteigernde Maßnahmen gesetzt wurden.

Geharnischte Reaktion des ÖGB

Die Reaktion des ÖGB-Landesvorsitzenden Norbert Loacker auf diese Aussagen fällt geharnischt aus: “Lügen, dass sich die Balken biegen”, lautet es in einer Aussendung. “Ich schlage Pölzl als Kandidat für die Sendung Undercover Boss vor, damit er die unzumutbaren Zustände bei der Post hautnah miterleben kann”, ärgert sich Loacker und ortet ein “Schönreden” der Postverantwortlichen.

Loacker: Arbeitspensum hat sich nicht verringert

Pölzl gebe zwar zu, dass die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren halbiert wurde – das Arbeitspensum habe sich aber nicht verringert. “Das Volumen der Briefe mag sich verringert haben, durch die Paketzustellung durch den Onlinehandel und Werbeaussendungen, ist das Volumen aber gleich, wenn nicht sogar größer geworden.” Mit halber Mannschaft, gleiche Arbeit zu erledigen, das bringe die Mitarbeiter an den Rand ihrer Belastbarkeit, so Loacker. “Es wundert mich nicht, dass kein Mitarbeiter lange bleibt und Krankenstände und die Burnoutquote steigen.” Auch, dass es nur einen unbesetzten Zustellbezirk gebe, sei falsch. Das würden zahlreiche erboste Anrufe von Postmitarbeiter zeigen, die genau das Gegenteil erleben würden.

“System der Angst”

Wer die Zustände öffentlich kritisiere und Verbesserungen anstrebe, werde unter Druck gesetzt. “Es handelt sich um ein System der Angst, mit dem MitarbeiterInnen klein gehalten werden”, berichtet Loacker. Dem Postgewerkschafter begegne das Management demnach mit weiteren Repressalien. “Da können die Post Obersten noch so viel aus der Zeitung grinsen und 1 Million Glückskekse verteilen, das wird das Image auch nicht aufpolieren. Aber im fernen Wien in den oberen Etagen ist vor allem wichtig, dass die Kasse klingelt. Für das miserable Image sind die Post-Manager schon selbst verantwortlich”, hält Loacker fest.

“Jede Ungerechtigkeit wird weiterhin aufgezeigt”

Pölzl kenne die Situation in Vorarlberg ganz genau. “Er sollte sie aber am eigenen Leib spüren. Dann sieht Herr Pölzl einmal, wie die Leute schon vor dem offiziellen Dienstbeginn ihre Arbeit aufnehmen, um mit der Verteilung annähernd nachzukommen. Außerdem bekommt Herr Pölzl bei minus 5 Grad ein Fahrrad zur Verteilung der Briefe und ein Gehalt von 1.400 Euro netto. Dann schauen wir mal, wie lange er das macht.” Loacker “verspricht” den Mitarbeitern der Post und dem Management: “jede Ungerechtigkeit wird auch weiterhin aufgezeigt und Versuche der Postmanager, zu beschönigen, werden widerlegt!”

(Red.)

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