AA

Kiesabbau in Altach: Land und Asfinag prüfen Autobahnanschluss

Stefan Siegele, Asfinag-Geschäftsführer.
Stefan Siegele, Asfinag-Geschäftsführer. ©Hartinger/Paulitsch
Nachdem die Altacher am vergangenen Sonntag "Ja" zum Kiesabbau gesagt haben, wird jetzt nach einer Verkehrslösung gesucht. Die Gemeinde Altach und die Nachbarstadt Hohenems schlugen schon im Vorfeld eine direkte Autobahnverbindung bei den Rheinauen vor.
Ja zum Kiesabbau in Altach
"Entscheidung stärkt Rohstoffversorgung"
Altacher stimmen für Kiesabbau

Durch den verstärkten Kiesabbau im Sauwinkel steigt die Verkehrsbelastung für die Altacher. Ein Autobahnanschluss, der nur von den Kiestransportern benützt werden soll, soll die Lösung für das Verkehrsproblem sein, so der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) gegenüber ORF Vorarlberg.

Gemeinde beschloss Regelung

Was dieser leisten soll, hat Altach bereits Anfang November mit den Stimmen der Volkspartei und Sozialdemokratie beschlossen: Die Umsetzung des Projekts Kiesabbau "neu" wurde an eine Reduzierung des aktuellen Kies-Schwerverkehrs um mindestens drei Viertel innerorts gebunden. Eine entsprechende Lösung muss bis Ende September 2024 umgesetzt werden, ansonsten müsse der Kiesabbau im Sauwinkel unterbrochen werden.

132 Kies-Lkw pro Tag

Bis eine entsprechende Lösung gefunden und umgesetzt ist, beträgt die Kiesabbaumenge maximal 40.000 Kubikmeter und die Verfüllmenge 23.500 Kubikmeter pro Jahr - immerhin noch 132 Lkw-Fahrten pro Tag, wie die Gemeinde gegenüber VOL.AT erklärt.

Autobahnanschluss als Lösung

Ein Autobahnanschluss soll über die Abfahrt zur Raststätte Hohenems einen Bypass ableiten, der direkt zum Parkplatz des Erholungszentrum Rheinauen führt. So könnte sowohl der Kies- als auch der Badeverkehr gelenkt werden.

Gespräche laufen bereits

Die finanzielle Belastung soll sich laut Egger in Grenzen halten. Auch die von der Gemeinde Altach geforderte Umsetzung bis 2024 wäre im Zuge dieser Lösungsvariante möglich.

Es würden bereits intensive Gespräche mit dem Land laufen, so Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele gegenüber ORF Vorarlberg. Es gehe um die Frage, ob der Kiesabbau und das Freizeitzentrum Grund genug für eine eigene Autobahnanbindung seien. Für die Genehmigung solcher Projekte müssten nämlich bestimmte Parameter erfüllt werden, beispielsweise müsste ein öffentliches Interesse bestehen.

Noch vor Weihnachten soll ein Treffen zwischen Land und Asfinag stattfinden. Die Entscheidung über die Verkehrslösung trifft der Verkehrsminister.

Planungssicherheit

Das klare Votum der Altacherinnen und Altacher für den weiteren Kiesabbau im Sauwinkel durch die Firma „Kopf Kies und Beton GmbH“ schafft laut VP-Klubobmann Roland Frühstück Planungssicherheit über das künftige Angebot an Baurohstoffen, aber auch über die Möglichkeit der Deponierung von Altstoffen im Land: "Mit der Entscheidung verbunden ist auch der Auftrag an die Politik, nun rasch eine Rohstoff- und Deponiestrategie für die Region auf den Weg zu bringen. Klar ist auch, dass in dieser Strategie die Versorgung der heimischen Unternehmen mit Baurohstoffen Vorrang hat."

Arbeitsprogramm als Leitlinie

Frühstück verweist in diesem Zusammenhang auf das aktuelle Arbeitsprogramm von Volkspartei und Grünen: "Beide Regierungsfraktionen bekennen sich darin zu einer Versorgung Vorarlbergs mit mineralischen Rohstoffen aus der Region. Klar ist auch, dass dabei die Aspekte des Natur- und Umweltschutzes Berücksichtigung finden werden."

Mit Blick auf den von den Regierungsfraktionen forcierten Strategiedialog "Wirtschaft & Umwelt" hält Frühstück fest: "Ich sehe es als unsere Aufgabe, unternehmerisches Handeln weiterhin in Vorarlberg maximal zu unterstützen. Dies muss und kann Hand in Hand mit einer vernünftigen Klima- und Umweltpolitik gehen!"

SPÖ Hohenems für Einbindung der Bevölkerung

Die SPÖ sieht damit die Hohenemser Gemeindepolitik in der Pflicht: "Diese Entscheidung betrifft auch die Hohenemser. Wenn der Hohenemser Bürgermeister als Folge den Ausbau der Autobahnausfahrt im Gebiet Rheinauen ins Spiel bringt, muss darüber vorher breit diskutiert werden. Es ist gut, dass die Altacher die Möglichkeit der Mitsprache hatten. Dasselbe muss auch den Hohenemsern ermöglicht werden", sagt Günter Zechner, Verkehrssprecher der SPÖ Hohenems.

Gemeindeausschüsse öffentlich machen

Zechner sieht im Ausbau des Kiesabbaus eine Bedrohung für das dortige Erholungs- und Naturgebiet Rheinauen. Der Ausbau der Autobahnausfahrt könne diese geplante Entlastung sehr schnell zu einer schweren Belastung für Hohenems machen. Dieser Schritt müsse gut überlegt werden – und das gehe nur unter breiter Beteiligung der Bevölkerung: "Ein erster Schritt wäre es, alle Sitzungen der zuständigen Gemeinde-Ausschüsse öffentlich abzuhalten", so Zechner.

Alle Hohenemser in Entscheidungsprozess einbinden

Schlussendlich dürfe die wertvolle und artenreiche Lebenswelt in den Rheinauen nicht aufs Spiel gesetzt werden. "Ohne aussagekräftige Prüfungen für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt kann keine Entscheidung getroffen werden. Das ist eine Sache, die alle Gemeindebürger angeht. Sie müssen in den Entscheidungsprozess eingebunden werden", so Zechner.

(Red.)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Altach
  • Kiesabbau in Altach: Land und Asfinag prüfen Autobahnanschluss
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen