Kaum Güterzüge in Bregenz - Ritsch will trotzdem zwei Gleise

Michael Ritsch will die Bahnstrecke zwischen Lochau und Bregenz ausbauen.
Michael Ritsch will die Bahnstrecke zwischen Lochau und Bregenz ausbauen. ©Steurer/Lerch
Zwischen Lindau und Bregenz fahren kaum Güterzüge. Trotzdem will der Bregenzer Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch (SPÖ) ein zweites Gleis auf dieser Strecke, um sie attraktiver für den Güterverkehr zu machen.

Vor der Gemeinderatswahl am 13. September fordern einige Parteien und Interessensgruppen ein zweites Gleis, das am liebsten unter der Erde verlaufen soll. Verkehrsministerin Gewessler gab dieser Möglichkeit vor kurzem eine Absage mit der Begründung, dass die Kapazität derzeit ausreiche.

Tatsächlich spielt der Güterverkehr auf der besagten Strecke eigentlich keine Rolle. Wie die VN berichten, fuhr 2019 auf dieser Strecke durchschnittlich weniger als ein Güterzug pro Tag. 2020 fuhr bisher sogar nur ein Güterzug pro Woche, was aber auch an den Streckensperren auf deutscher Seite liegt.

Michael Ritsch (SPÖ) will Strecke attraktiver machen

Dass es so wenig Güterzüge auf dieser Strecke gibt, zeigt exakt das Problem auf, erklärt SPÖ-Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch: "Jährlich brettern 1,5 Millionen LKW durch den Pfändertunnel. Das sind über 4.000 Lastkraftwagen am Tag. Gleichzeitig verkehrt zwischen Bregenz und Lochau nicht einmal ein Güterzug täglich. Das zeigt, dass das Gleis für Speditionen in dieser Form nicht attraktiv ist. Solange die Strecke nicht zumindest ein zweites Gleis bekommt, wird das auch so bleiben. Wir müssen ausbauen, dann sparen wir uns hunderttausende Lkw-Fahrten im Großraum Bregenz."

Rauch: "Ausbau in Bregenz würde sowieso nichts bringen"

Landesrat Johannes Rauch (Grüne) ist da anderer Meinung: "Ein Ausbau in Bregenz würde sowieso nichts bringen. Auf deutscher Seite fehlen auf 100 Kilometern entweder Zweigleisigkeit oder Elektrifizierung."

Unnötige CO2-Emissionen einsparen

Michael Ritsch weist darauf hin, dass die Speditionen selbst großes Interesse an einem Transport über die Schiene hätten. Weil aber die Kapazitäten des Gleises zwischen Bregenz und Lochau einen schnellen Transport verhindern, bringen viele ihre Container zuerst per Lkw zum Terminal bei Neu-Ulm, um sie erst dort auf Waggons zu verladen. Dazwischen liegen über 100 Straßenkilometer und Orte wie Bregenz und Lochau, die durch diesen Verkehr außerordentlich belastet werden. "Die völlig überalterte Schieneninfrastruktur in Vorarlberg ist verantwortlich für unnötig viel CO2-Emissionen. Das wäre nicht nötig, wenn die Blockade gegen den Ausbau eines zweiten Gleises endlich beendet wird", so Michael Ritsch.

Wirtschaftsstandort sichern

Neben den negativen Folgen für Mensch und Umwelt ist die veraltete Gleis-Infrastruktur auch für den Wirtschaftsstandort eine Gefahr, erklärt Michael Ritsch: "Rund um uns herum werden die Kapazitäten auf der Schiene ausgebaut. Nur in Vorarlberg findet man praktisch noch dasselbe Schienennetz vor wie vor 150 Jahren. Durch ihre Untätigkeit nehmen die Verantwortlichen bewusst einen Wettbewerbsnachteil für Vorarlbergs Betriebe in Kauf."

(Red.)

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