„Ja, der Babybauch ist echt!“

Bussi aufs Bauchi: Die stolzen werdenden Eltern Candy Ken und Baby J.
Bussi aufs Bauchi: Die stolzen werdenden Eltern Candy Ken und Baby J. ©Wann&Wo
Der Bregenzer TikTok-Star Candy Ken (28) erwartet erstmals Nachwuchs in seiner „Unicorn Family“ und spricht über Babyglück, alte Sünden und sein ­Influencer-Leben.
Candy Ken wird Papa
Candy Ken auf Heimatbesuch im Ländle

Der Bregenzer TikTok-Star Candy Ken (28) erwartet erstmals Nachwuchs in seiner „Unicorn Family“ und spricht über Babyglück, alte Sünden und sein ­Influencer-Leben.     

WANN & WO: Gratulation zum anstehenden Nachwuchs! Wie geht es den werdenden Eltern?

Candy Ken: Uns geht’s super, wir genießen die Zeit sehr und sind rundum glücklich. Man hört ja immer wieder Horrorgeschichten von Schwangerschaften, von Morgenübelkeit und allem möglichem, aber wir können uns nicht beklagen. Meine Frau Baby J fühlt sich wohl und sie strahlt das auch aus. Ihre Energie ist absolut positiv, sie hat alles voll im Griff. Klar war sie am Anfang müde und wir machen jetzt mehr Pausen, aber das ist normal. Die Zeit jetzt ist extrem spannend, sie vergeht ohnehin zu schnell. Neun Monate klingen lang, aber die Hälfte ist schon fast um. Wir freuen uns eigentlich jetzt schon auf ein zweites Kind... (lacht)

WANN & WO: Du scheinst dich an die Vaterrolle schon sehr gut gewöhnt zu haben.

Candy Ken: Ich war immer schon ein Familienmensch. Ich bin mit Julius, meinem zehn Jahren jüngeren Bruder aufgewachsen. Ich hätte mir zwar nicht gedacht, dass ich schon so früh meine eigene Familie gründen würde, aber als ich Baby J kennenlernte, hat einfach alles gestimmt. Wir haben uns beide dieses Kind sehr gewünscht. Natürlich kommt das mit großer Verantwortung – und schlaflosen Nächten.

WANN & WO: Der Babybauch deiner Frau ist zwar unübersehbar, trotzdem fragen sich angesichts deiner überlebensgroßen Inszenierungen viele Menschen, die dir folgen: Ist das nun echt oder doch alles nur Show?

Candy Ken: Ich kann die Unsicherheit schon verstehen. Wir haben mit dem Thema Schwangerschaft schon das eine oder andere Mal in Inszenierungen gespielt. Als wir die Schwangerschaft vor wenigen Tagen bekannt gaben, hatte ich erwartet, ein paar Nachrichten aus dem Ländle zu bekommen. Aber da kam fast nichts. Deshalb war es mir wichtig, im WANN & WO nochmal klar zu sagen: Ja, das ist echt! Ich will, dass es alle wissen.

WANN & WO: Die Großeltern ­werden wohl auch sehr stolz sein?

Candy Ken: Ja, klar. Schade ist nur, dass wir uns aufgrund der Pandemie schon so lange nicht gesehen haben und die Schwangerschaft praktisch an ihnen vorüber geht. Ich hoffe, dass bis im Sommer wieder Flugreisen möglich sein werden. Ich vermisse meine Familie sehr.

WANN & WO: Ist jetzt bei Candy Ken der klassische – um nicht zu sagen biedere – Vorarlberger Plan von „Haus, Hochzeit, Kinder“ zu erkennen?

Candy Ken: Kinder waren immer der Plan, aber bieder würde ich jetzt nicht sagen. Junge Eltern sind immer cool. Außerdem sind wir hier in Los Angeles, unser Influencer-Dasein bleibt bunt. Ich glaube, unser Kind wird noch viel mehr Spaß und Farbe in unsere Leben bringen.

WANN & WO:: Darf man schon nach dem Geschlecht bzw. dem Namen fragen oder gibt’s eine Gender Reveal Party?

Candy Ken: Wir haben ein cooles Event vor, das kannst du dann auf YouTube sehen. Den Namen wissen wir noch nicht. Es wird aber wohl nichts Konventionelles, also kein Franz. (lacht)

WANN & WO: Steht eine Rückkehr nach Vorarlberg zur Diskussion, damit euer Kleines „auf dem Lande“ aufwachsen kann?

Candy Ken: Nein, absolut nicht. Ich könnte mir ein Leben außerhalb von L.A. nicht mehr vorstellen. Hinzu kommt, wenn du in dieser Branche erfolgreich sein willst, musst du hier leben.

WANN & WO: Soll dein Kind mal in deine künstlerischen Fußstapfen treten oder wäre dir egal, wenn sie/er ganz andere berufliche Wege einschlagen würde, zum Beispiel HedgefondsmanagerIn oder BuchhalterIn?

Candy Ken: Damit hätte ich kein Problem. Ich habe schon oft gehört, dass Kinder von „crazy“ Eltern weniger den Drang hatten, sich wie Mama oder Papa zu zelebrieren. Klar wärs schön, wenn mein Kind nicht gerade das komplette Gegenteil von mir wird. Und falls es wirklich eine Künstler- oder Influencer-Karriere anstrebt, hätte es zumindest schon einen gewissen familiären Vorteil.

WANN & WO: Dein Entwicklungsbogen ist faszinierend: Im Ländle warst du ein exotischer Blickfang, dann in den USA Social Media Aufreger mit pornösen Connections, zuletzt Teil eines schillernden Entertainer-Paares. Und nun wirst du Familienvater. Wie funktionieren diese Wandlungen?

Candy Ken: Ich finde es sehr enttäuschend, wenn Influencer ihrem Publikum Geschlechterrollen und gesellschaftliche Zwänge aufdrücken, insbesondere den Jungen. Als ich Candy Ken kreierte, hatte ich keine Community oder Zielgruppen im Auge. Candy Ken war und machte alles anders als die anderen. Er ist ein freies Unicorn, er kleidet sich ungewöhnlich, er hinterfragt. Es ist wichtig, dass du dir bewusst bist, welche Rolle du spielst und wieso. Je bewusster du dir dessen bist, desto glücklicher kannst du mit dir selbst sein. Ich war lange Zeit sehr unzufrieden mit der Rolle, in die mich die Gesellschaft drängte. Das ist vorbei. Auf TikTok habe ich ein breites und junges Publikum. In meine Beiträge bringe ich vielfach auch gesellschaftlichen Aspekte aus meinen Erfahrungen ein, von Konflikten mit Eltern oder Lehrern bis zu Bullying. Es geht oft um das „nicht in die Norm passen“.

WANN & WO: Wie stehst du heute als „Bald-Papa“ zu deinen „alten“ Videos mit Erwachsenen-Content und nackten Tatsachen?

Candy Ken: Ich stehe dazu. Für mich war es spannend, in diese Materie einzutauchen und ich finde es wichtig, dass man über Sexualität redet. Aber als ich gemerkt habe, dass Candy Ken besonders junge Leute anspricht, habe ich aufgeräumt. Klar, wenn du es suchst, findest du es auch. Ich wollte nicht, dass da jemand drüber stolpert.

WANN & WO: Content-Erstellung für TikTok, YouTube, Insta & Co. kostet viel Zeit. Hast du vor, nun ein wenig ruhiger zu werden, damit dein Kind in euren fordernden Social Media Alltag passt?

Candy Ken: Ja, das ist schon ein Full-Time-Job, das muss man mögen. Wir drehen meistens alles selbst, ich mache den Schnitt. Aber ich bin froh, dass sich nach sieben Jahren Candy Ken mit dem jungen Publikum auf TikTok endlich auch der finanzielle Erfolg eingestellt hat. 2020 ist diesbezüglich das beste Jahr bislang, wohl auch zu einem gewissen Grad durch Corona. Was die Zeit für das Kind betrifft: Als Influencer sind wir sehr flexibel in der Gestaltung unseres Zeitplans und haben darüber hinaus Haushaltshilfen. Außerdem sind wir wegen Corona sowieso fast nur daheim. Dazu kommt, dass das Leben Teil unseres Contents wird, aktuell z.B. die Schwangerschaft. Das ist weniger aufwändig zu drehen als komplette Inszenierungen und teils sogar erfolgreicher.

WANN & WO sprach mit Candy Ken über Zoom

KURZ GEFRAGT:

Was sagst du zu den aktuellen politischen Entwicklungen in den USA?
Die Politik betrifft mich weniger, aber eine Zeit lang wurde diskutiert, TikTok abzudrehen. Deshalb sind wir auch dran, Alternativen wie den YouTube-Familienkanal auszubauen. YouTube hat sich über die Jahre gut gehalten, da hast du die volle Kontrolle und kannst deine eigene RealityTV-Show machen.

Welchen Tipp hast du für junge Talente aus Vorarlberg, die es zum Social Media Star bringen wollen?
Komm nach L.A.! Hier hast du extreme Vorteile, kennst die Trends und triffst viele gleichgesinnte Menschen. Wenn du schon nicht herziehst, dann mach zumindest einen Urlaub hier. Habe ich auch gemacht. Dann bin ich geblieben.

Zur Person: Candy Ken

Alter, Wohnort: bürgerlicher Name Jakob Kasimir Hellrigl, geboren am 27. Juli 1992 in Bregenz, wohnhaft in Los Angeles

Familienstand: verheiratet mit „Baby J“ (@Jostasy)

Karriere: Rapper, Model und Künstler, Influencer TikTok (11,2 Mio. ­Follower) und Instagram (221.000 Follower)

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