Integra Thema im Kontrollausschuss

Von links nach rechts: Michael Ritsch (SPÖ), Daniel Allgäuer (FPÖ) und Roland Frühstück (ÖVP).
Von links nach rechts: Michael Ritsch (SPÖ), Daniel Allgäuer (FPÖ) und Roland Frühstück (ÖVP). ©Stiplovsek/Lerch
Am Dienstag stand die Causa Integra auf dem Programm des Kontrollausschusses des Vorarlberger Landtags.
Schwarzgeldkonto: Integra entlässt Geschäftsführer
Das sagt der Landesrechnungshof

Ein entlassener Geschäftsführer, ein Schwarzgeldkonto und Fehler in der Buchführung brachte Integra harte Kritik ein. Am Dinestag war die Causa nun Thema im Kontrollausschuss des Vorarlberger Landtags.

Schlechter Zeitpunkt für Rechnungsprüfung

Nach Ansicht von VP-Klubobmann Roland Frühstück brachte dieser jedoch keine neuen Erkenntnisse. "Das kaufmännische Fehlverhalten ist im Rechnungshofbericht detailliert dokumentiert." Die Gesellschafter hätten klargestellt, dass sie die 31 Empfehlungen des Landes-Rechnungshofes binnen einen Jahren umsetzen möchten.

Laut Frühstück sei die Rechnungsprüfung, welche den Stein ins Rollen gebracht hatte, zu einem schlechten Zeitpunkt erfolgt. "Integra hat bei der raschen Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hervorragende Arbeit geleistet. Das Unternehmen hat in dieser Zeit jedoch die organisatorische Weiterentwicklung vernachlässigt." Der wirtschaftliche Schaden sei aber überschaubar und würde nicht über den Betrag von 5000 Euro hinausgehen.

"Lasches Kontrollumfeld"

Für die FPÖ handelt es sich bei diesen Aussagen allerdings um Schönreden. "Hier geht es um den Einsatz einer hohen Summe an Steuergeldern. Es würde daher auch der ÖVP gut anstehen, etwas einsichtiger und sensibler dahingehend zu sein, dass die Risiken, die durch ein zu lasches Kontrollumfeld entstehen, dringend zu minimieren sind", so Daniel Allgäuer in einer Aussendung.

Der FPÖ-Ausschussobmann sagt, dass der Rechnungshof wesentliche Mängel im Bereich der betriebswirtschaftlichen Führung und Kontrolle aufgezeigt habe. "Es liegen insgesamt 31 Empfehlungen am Tisch, die es gilt, rasch umzusetzen. Für sehr wichtig halte ich die Einrichtung eines Aufsichtsrates sowie die Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer."

"Schaden wurde von Geschäftsführung angerichtet"

Auch SPÖ-Clubobmann Michael Ritsch pocht auf die Einhaltung der Empfehlungen. "Um weiteren Schaden von der Institution und den Mitarbeitern abzuwenden, muss die Umsetzung der Empfehlungen auf Punkt und Komma erfolgen." Er erwarte eine proaktive Vorgehensweise.

Für das Personal fand Ritsch nur lobende Worte. "Die Mitarbeiter der Integra machen hervorragende Arbeit. Als SPÖ stehen wir klar hinter diesen engagierten Leuten, die tagtäglich viel leisten. Der Schaden wurde nicht von ihnen, sondern von der Geschäftsführung angerichtet. Und auch einige Gesellschafter müssen sich den Vorwurft gefallen lassen.

"Gravierende Fehler"

Entsetzt über die Vorkommnisse innerhalb von Integra ist auch NEOS-Landtagsabgeordneter Daniel Matt. "Während die Organisation nach außen gute Arbeit leistet, ist Integra im Finanzbereich desolat aufgestellt. Dringender Handlungsbedarf ist gegeben." Die Geschäftsführung habe gravierende Fehler begangen, wie zum Beispiel der "großzügige Umgang mit einem vorbestraften Mitarbeiter sowie das offensichtlich uneingeschränkte Vertrauen diesem gegenüber".

"Liest man den Rechnungshofbericht, ist schnell klar, dass Integra froh sein kann, dass die Organisation mit einem blauen Auge davongekommen ist", so Matt.

(red)

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