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Hund nach Bissattacke in steirischem Tierheim eingeschläfert

Der Hund hatte nach den Bissen neurologische Aussetzer undeinen epileptischen Anfall.
Der Hund hatte nach den Bissen neurologische Aussetzer undeinen epileptischen Anfall. ©pixabay.com (Sujet)
Nach der Hunde-Attacke in einem steirischen Tierheim am Samstag, bei der zwei Frauen schwer verletzt wurden, wurde der Vierbeiner nun eingeschläfert.
Zahn steckte im Arm des Opfers
Hund attackierte Frauen

Am Samstag erlitten eine 18-Jährige und eine 54-Jährige schwere Verletzungen, als ein American Staffordshire Terrier, der in einem Tierheim in Straß (Bezirk Leibnitz) untergebracht war, die Frauen anfiel und regelrecht zerbiss.

Das Tier fügte der 54-jährigen Betreuerin Bisswunden am ganzen Körper zu, sie musste notoperiert werden. Am Montag war ihr Zustand stabil.

Vierbeiner wurde nach Bissattacke eingeschläfert

Vom Verein "Aktiver Tierschutz Steiermark", der mit dem Tierheim in Straß eng zusammenarbeitet, hieß es Montagnachmittag im APA-Gespräch, dass der Vierbeiner noch am Sonntag eingeschläfert wurde. Grund war aber nicht ausschließlich die Bissattacke, sondern auch neurologische Auffälligkeiten: "Der Hund erlitt einen epileptischen Anfall", sagte Nadine Harrer vom Tierschutz-Verein.

Sie schilderte, dass Pfleger nach dem Angriff des Hundes in Straß rund drei Stunden benötigt haben, um das Tier ins Auto zu bringen und nach Graz zu fahren. "Der Hund versuchte auch die Pfleger zu beißen." Angekommen in der Arche Noah wurde das Tier noch einmal genau untersucht und dabei entdeckte man neurologische Aussetzer. Später erlitt der American Staffordshire Terrier auch noch einen epileptischen Anfall. "Unsere Ethikkommission mit zwei Medizinern, Leuten aus dem Vorstand, Pflegern und der Hundetrainerin entschieden sich angesichts aller Umstände für die Einschläferung", sagte Harrer.

Hund hatte sich davor völlig normal verhalten

Bis zur Bissattacke habe sich das Tier die wenigen Tage im Heim in Straß völlig normal verhalten. "Der Besitzer füllte bei der Abgabe ein Formular aus und kreuzte bei Beißvorfällen 'ja' und 'nein' an. Auf Nachfrage, ob denn der Hund beißt, sagte der Mann: Nein, nur zwicken, wenn er sich schreckt", so Harrer. Tierärzte checkten anschließend den Vierbeiner durch und auch die Trainerin machte Tests mit dem Tier. Dabei sei nichts passiert. Das Tier habe sich normal verhalten und die Pfleger konnten ihn die halbe Woche wie jeden anderen versorgen: "Eine Kollegin wollte ihn sogar mit nach Hause nehmen."

Auslöser für die Attacke am Samstag war laut Harrer eine Markisenstange. Als man den Hund dann für den Transport nach Graz einfangen musste, reagierte er auch auf einen Besen und die Fangstange aggressiv. Weshalb er diese Reaktion zeigte, sei unklar. Der Besitzer gab weder aggressives Verhalten noch die neurologischen Aussetzer im Formular an. Für das Heim war er außerdem bis Montag noch nicht erreichbar.

Besitzer aus Wien droht Anzeige wegen grober Fahrlässigkeit

"Wir wollen ihn wegen grober Fahrlässigkeit anzeigen", hieß es seitens des Tierheims. Man geht davon aus, dass der Wiener vom Bissverhalten wusste: "Er hätte uns die Wahrheit sagen können. Wir hätten den Hund trotzdem aufgenommen, ihn dann aber sofort nach Graz gebracht." In der Arche Noah gibt es für Hunde, die nach dem Ampelsystem des Vereins als rot eingestuft werden, spezielle Räumlichkeiten ohne direkten Kontakt zu den Pflegern.

Bei der 54-jährigen Frau, die vom Hund schwer verletzt wurde, handelt es sich um die Mitgründerin des Tierheims in Straß. Sie hat seit Jahren ehrenamtlich dort gearbeitet und viel Hundeerfahrung. Als sie die 18-jährige Kollegin im Zwinger schreien hörte, ging sie hinein und dazwischen, schilderte Harrer. Die Steirerin erlitt schwerste Verletzungen an den Unterarmen. Auch die 18-jährige Angestellte wurde schwer verletzt.

Nach dem Vorfall will der Verein nun noch mehr Vorkehrungen treffen: Die Trainerin soll die abgegebenen Hunde zusätzlichen Tests unterziehen und auch die Tierärzte werden ihre Untersuchungen ausweiten, kündigte Harrer an. Entscheidend bleibe aber, dass die Besitzer die Wahrheit über ihre Tiere sagen.

(APA/Red)

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