Hohenems: So soll das neue Rathausquartier aussehen

Hohenems bekommt ein neues Zentrum.
Hohenems bekommt ein neues Zentrum. ©VOL.AT, Stadt Hohenems, Hartinger
Am Freitag wurde das künftige Rathausquartier präsentiert. Es bringt viele Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten und erweitert das Zentrum.
Rathausquartier präsentiert
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Zentrumsentwicklung in Hohenems

Wer die vergangenen Jahre durch Hohenems flanierte, konnte ständig neue Veränderungen beobachten: Hohenems blüht auf. Das Zentrum mit dem historischen Schlossplatz, die Marktstraße, das Jüdische Viertel – vieles wurde saniert, neugestaltet, mit Leben befüllt und lädt dank einer hohen Aufenthaltsqualität zum Verweilen ein. Die Innenstadt von Hohenems hat sich zu einem Juwel entwickelt. Nun steht das mit Abstand größte Unterfangen im Zeichen der Gestaltung der Hohenemser Innenstadt an: Am Eingang zur historischen Innenstadt entsteht das RathausQuartier, welches die Besucher städtebaulich und architektonisch willkommen heißt. Ein weiterer Meilenstein in der Stadtentwicklung, geprägt durch eine starke öffentliche Nutzung mit dem neuen Rathaus samt öffentlicher Tiefgarage, einem öffentlichen Park, Geschäften und Cafés, dem Literaturhaus Vorarlberg sowie einem neugestalteten Straßenraum als Begegnungszone.

Univ.-Prof.Arch. Dl Hermann Kaufmann (Architekt); Bürgermeister Dieter Egger; Dr. Martin Walser (Investorenvertreter); DI Markus Schadenbauer (Projektentwickler) Bild: Stadt Hohenems

Möglich ist ein Projekt dieser Größenordnung und Qualität dank der engagierten Zusammenarbeit von Stadt, Projektentwicklern, Investoren, Projektentwicklern, Investoren und Planern. Bei diesem Projekt trifft Alt auf Neu, wird historisch bedeutsames Kulturerbe wie die Villa Iwan und Franziska Rosenthal revitalisiert, und entstehen neue Gebäude, die höchsten ökologischen Vorgaben entsprechen. Durch das erweiterte Stadtzentrum wird Hohenems nachhaltig geprägt und entwickelt.

Rathaus als zentrale Anlaufstelle

Kern des Areals wird das neue Hohenemser Rathaus, das den Großteil der städtischen Verwaltung an einem Punkt, an der Kreuzung der Diepoldsauer Straße und Radetzkystraße, zentriert. Das energieeffiziente Gebäude in ökologischer Holzhybridbauweise markiert einen nördlichen, einladenden und besucherfreundlichen Zugang zum Stadtzentrum und den Beginn der Begegnungszone, welche auch den Straßenraum umfasst.

Ein neuer Stadtgarten mit Rathausplatz wird schwellenlos und fließend in eine übersichtliche Eingangshalle übergehen. Die Mitte des 6-geschossigen Rathauses bleibt durchgehend frei, natürliche Durchströmung und somit gute Durchlüftung und Nachtauskühlung sind das Resultat. Holz als nachwachsender Rohstoff ist der das Projekt prägende Baustoff. Bis auf die Forstverwaltung, die Stadtwerke und den Werkhof werden dann sämtliche städtischen Abteilungen in einem Gebäude vereint. Das neue Rathaus – die Architekten Berktold Weber sind mit ihrem Entwurf als Sieger eines EU-weiten Wettbewerbs hervorgegangen – wird ein "Stadtbaustein" an städtebaulich markanter Position: Es wird mit seinem einladenden Erdgeschoß und dem Stadtgarten als Stadtrezeption für alle dienen.

Attraktive fußläufige Durchwegungen bis in den Innenhof des Restaurants Moritz. Bild: ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consult

Literaturhaus wird kultureller Leuchtturm

Das historische Herz des Rathausquartiers ist indes die weitläufige, denkmalgeschützte Villa Iwan und Franziska Rosenthal, die das Jüdische Viertel als Kulturviertel abschließt. Nach der behutsam erfolgenden Sanierung bietet die Villa als Hauptnutzung dem künftigen „Literaturhaus Vorarlberg“ Platz. Die Gesamtnutzfläche bietet auch Platz für zusätzliche Gewerbeeinheiten. Für die Revitalisierung der ins späte 19. Jahrhundert zurückgehenden Villa zeichnen die Architekten Nägele Waibel ZT GmbH verantwortlich. Das Großprojekt, das als kultureller Leuchtturm wirken soll, wurde von der ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consult entwickelt; Bauherr ist die Villa Rosenthal GmbH. Die historische Durchfahrt für Fuhrwerke im Eingangsbereich wird sich für Spaziergänger öffnen und führt direkt in den alten Villengarten. Die Kegelbahn der prächtigen Villa wird einem Gastronomiebetrieb Platz bieten.

Vielfältige, attraktive Wohnungen mit Blick in den Park. Bild: ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consul

Außenraumplanung mit Naturflächen

Der alte Villengarten der geschichtsträchtigen Villa wird mit einer Stadtwiese und Heckenzimmern ebenso zur öffentlichen Parkanlage wie auch beim Rathaus ein neuer Stadtgarten entsteht. Naturflächen auf dem von allen Seiten zugänglichen und mit einer mehrheitlich öffentlichen fußläufigen Durchwegung versehenen Areal bieten Erholung. Die ganzheitliche Außenraumplanung stammt von der Vogt Landschaftsarchitekten AG. Neben der öffentlichen Parkanlage und dem kühlenden Stadtgarten wird es einen schattenspendenden Boskett (verdichteter Baumbestand) geben, eine stimmig angelegte Rosenberankung der historischen Villa sowie eine Neuerrichtung der Grotte als gestalterisches Element. Ein besonderes Augenmerk lag bei der Planung auch auf dem bestmöglichen Erhalt des wertvollen Baumbestandes.

Das neue Rathaus! Der neue einladende Zugang zum Stadtzentrum. Bild: ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consult

Tiefgarage mit öffentlichen Parkmöglichkeiten

Das RathausQuartier, für das sieben neue Gebäude errichtet werden, bleibt frei von motorisiertem Verkehr: Eine hell und freundlich gestaltete Tiefgarage mit zwei Untergeschossen und 167 Parkplätzen, davon bis zu 70 öffentliche, wird die städteplanerische Richtung der vergangenen Jahre fortsetzen, das Zentrum für Pkws zugänglich halten, aber den innerstädtischen Fahrzeugverkehr reduzieren: Das RathausQuartier mit seinen rund 9.800 m2 Nutzfläche wird ganz den Menschen gewidmet sein und denkbar hohe Wohn-, Arbeits- und Aufenthaltsqualität garantieren.

Fortführung der Begegnungszone bis zum neuen Rathaus. Bild: t ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consult

Städtebaulicher Prozess

Eine Besonderheit ist, dass der gesamte Prozess von einem sogenannten mehrstufigen "kooperativen Verfahren" stark profitiert hat, welches unter der Leitung der ARGE Schadenbauer Swiss Town Consult abgehalten wurde. In Phase 1 fand ein Selektionsverfahren mit neun ausgewählten Architekturbüros statt, in Folge konnte in Phase 2 ein Expertenteam mit den vier Architekten Hermann Kaufmann, Bernardo Bader, Andreas Cukrowicz und Ernst Waibel gebildet werden. Für die weitere Planung wurden Verkehrsplaner, Außenraumplaner, die Stadtplanung sowie der städtische Fachbeirat einbezogen. Zahlreiche Workshops folgten. Mit einer Nachbearbeitung und anschließenden Plausibilisierung des Ergebnisses konnte der Bebauungsplan erstellt werden und mit der Planungsphase der einzelnen Gebäude in laufender Abstimmung begonnen werden.

Öffentliche Parkanlage im alten Villengarten zum Verweilen und Erholen. Bild: ARGE Schadenbauer – Swiss Town Consult

Neuartiges Wohnen, Handels- und Dienstleistungsflächen

Die beiden straßenseitigen Gebäude "A2/A3" versammeln bis zu 14 attraktive, flexibel unterteilbare Gewerbeeinheiten für Handel und Dienstleistungen sowie 28 Miet-Wohnungseinheiten, die 1- bis 4- Zimmer-Stadtwohnungen beinhalten. Die Häuser werden von der Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH in massiver Bauweise und mit mineralisch verputzter Fassade und Holzfenstern geplant. Die Gebäude werden den heutigen technischen Anforderungen mit Lüftungs- und Kühlsystemen gerecht.

Die hofseitigen Gebäude "B1" und "B2" sind von der Hermann Kaufmann + Partner ZT GmbH als ökologischer Holzbau konzipiert und bieten insgesamt 35 Wohnungseinheiten. Die Garten- und Maisonettewohnungen inmitten der Parkanlage werden ebenfalls zur Miete stehen.

Entwickelt werden die Gebäude A2, A3, B1 und B2 von der ARGE Schadenbauer Swiss Town Consult und Bauherr ist die Villa Rosenthal GmbH. Die Bebauungsstruktur der Marktstraße ("d’Gass") führen die beiden neu geplanten Häuser Radetzkystraße 14/16 fort: Gewerbeeinheiten für Handel und Dienstleistung sowie eine Rathausbar. Darüber hinaus entstehen wiederum attraktive Wohneinheiten sowie eine eigene Tiefgarage. Das von der Schadenbauer Projekt- und Quartierentwicklungs GmbH entwickelte Haus wird vom Büro Bernardo Bader Architekt ZT GmbH gestaltet; Bauherr ist die I3S Immobilien Investment GmbH.

Zahlen und Fakten

Investitionsvolumen ca. 55 Millionen Euro
Nutzfläche 9.800 m2
Projektumfang
7 Neubaukörper, gemeinsame Tiefgarage mit 2 Geschossen
167 Parkplätze davon bis zu 70 öffentlich, weitere Tiefgarage mit einem Geschoss und 9 Parkplätzen
Denkmalschutz Sanierung der Villa Iwan und Franziska Rosenthal
108 Einheiten
77 Einheiten für ein- und mehrgeschossige Wohnungsnutzungen; 1- bis 4-ZimmerWohnungen
Bis zu 31 Einheiten für Handels- und Dienstleistungsnutzungen

(VOL.AT)

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