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Große Rettungsaktion beim FC Koblach

Die Zukunft des FC Koblach liegt in der Schwebe.
Die Zukunft des FC Koblach liegt in der Schwebe. ©Stiplovsek
Nachdem Vereinsobmann Werner Amann, er soll als Finanzberater 2,5 Millionen Euro veruntreut haben, verhaftet wurde, steht der Verein vor großen Herausforderungen. Verein und Gemeinde basteln an einem Rettungspaket.
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Auszug aus AWD-Mail


Damals war die Welt in Koblach noch in Ordnung. Am 4. Februar 2011 verkündete der Vorstand des Landesligisten auf der Jahreshauptversammlung stolz, dass der Verein schuldenfrei sei. Jahrelang habe der Abbau des Schuldenberges gedauert. Jetzt könne man endlich mit dem Neustart beginnen. 15 Monate später stehen die Verantwortlichen des FC Koblach vor einem Trümmerhaufen. Obmann Werner Amann sitzt in Untersuchungshaft. Wie berichtet, soll er als AWD-Finanzberater 2,5 Millionen Euro veruntreut haben. Angeblich wanderte ein Teil dieses Geldes in den FC Koblach. Es gilt die Unschuldsvermutung. Das Problem: Alle Konten, mit denen der ehemalige Obmann zu tun hatte, sind aus ermittlungstechnischen Gründen gesperrt.

Gemeinde unterstützt

In der Gemeinde Koblach herrscht Unsicherheit, wie es mit dem ortseigenen Fußballverein weitergehen soll. Hinter den Kulissen schnüren Gemeinde und Verein bereits ein Rettungspaket. Bürgermeister Fritz Maierhofer gibt sich optimistisch: „Es wird auch nächstes Jahr einen FC Koblach geben.“ Dieses Versprechen gab er auch vergangenen Freitag den Verantwortlichen des Fußballvereins. Verhandlungsführer auf Klubseite ist Günther Ellensohn, der die Obmannposition bis Sommer übernommen hat. Er wurde von der Situation regelrecht überrumpelt. Bis vor einer Woche habe er von nichts gewusst. Jetzt gelte es erst einmal, den laufenden Betrieb zu sichern. Wie es im Sommer weitergeht, wird sich zeigen. Fix sei, dass es auch nächstes Jahr zwei Kampfmannschaften und die Nachwuchsabteilung geben wird. Andere sind sich da nicht so sicher. Innerhalb der Mannschaft herrscht große Verunsicherung. Einige hätten seit geraumer Zeit kein Geld mehr gesehen. Aus Insiderkreisen heißt es, dass die ausständigen Gelder nicht nachbezahlt werden. Bis Montag sollen sich die Akteure entscheiden, ob sie nächstes Jahr bleiben werden. Für ein Bier und eine Wurst. Ohne Bezahlung. Je nach Kaderstärke entscheidet der Verein, ob die Mannschaft schlagfertig genug für die Landesliga ist. Wenn nicht, spielt das Team nächstes Jahr in der 4. Landesklasse. Einige Spieler haben schon entschieden, dass sie bleiben, andere überlegen noch. Noch weiß niemand so recht, wie die finanzielle Lage ausschaut und wie große das Loch in der Vereinskasse ist. Ein Kassasturz sei die erste Aufgabe der Verantwortlichen. Davon macht die Gemeinde abhängig, inwieweit sie hilft. Zwar will der Bürgermeister den Verein unbedingt am Leben erhalten, schränkt aber ein: „nicht um jeden Preis.“ Was es brauche, da sind sich FC und Gemeinde einig, seien neue Strukturen und neues Personal an der Spitze. „Der Verein soll auf eine solide Basis gestellt werden“, fordert Maierhofer.

Haftungsfragen klären

Außerdem beauftragte die Gemeinde Koblach einen Anwalt, um Haftungsfragen zu klären. Dies ist auch auf Vereinsseite ein Thema. „Es handelt sich um ein Vergehen einer Einzelperson, die jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Der Verein FC Koblach hat nichts angestellt“, stellt Obmann Ellensohn klar. Trotzdem müsse zuerst geklärt werden, ob der Verein, und damit der neue Vorstand, für Vergehen des ehemaligen Obmanns belangt werden kann. Nachdem am Montag die Spieler ihre Entscheidung mitgeteilt haben, wird sich zeigen, in welchem Bewerb der FC Koblach nächstes Jahr auf Punktejagd gehen wird. Um dies zu klären, wird kommende Woche eine Spielerversammlung mit dem Bürgermeister und dem Vorstand abgehalten. Sportlich kann also bald eine Entscheidung fallen. Bis das finanzielle Ausmaß des Desasters eingeschätzt werden kann, wird es noch dauern.

(Quelle: Neue am Sonntag/Michael Prock)

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