Google I/O 2014: Android in Zukunft auch auf Autos, Uhren und Fernseher

Android- und Chrome-Boss Sundar Pichai führte durch die Keynote zur Google I/O 2014.
Android- und Chrome-Boss Sundar Pichai führte durch die Keynote zur Google I/O 2014. ©EPA
Vernetzte Autos, Computer-Uhren, Fernsehgeräte und all das mit neuem Design - Googles Android soll allgegenwärtig werdem. Das Zusammenspiel der Geräte soll das Leben der Nutzer verbessern, so die Kernaussage auf der Google I/O 2014.
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Android everywhere: Google will sein dominierendes Smartphone-System – rund 80 Prozent Marktanteil – auch in Armbanduhren, Autos und im Wohnzimmer bringen. Zum Start der Entwicklerkonferenz Google I/O lag der Fokus vor allem darauf, wie verschiedene Geräte der Plattform einander ergänzen können.

1.000.000.000 Android-Nutzer pro Monat

Eingeleitet wurde die Keynote von Sundar Pichai zunächst einmal mit aktuellen Zahlen. Im Gegensatz zu Apple auf seiner WWDC 2014 verzichtete man jedoch auf Seitenhiebe auf die Konkurrenz und auch bei den Superlativen hielten sich alle Sprecher zurück. Stattdessen verdeutlichte Pichai den eigenen Erfolg mit einer neuen Kennzahl: aktive Nutzer in den letzten 30 Tagen. Demnach verwendet inzwischen über eine Milliarde Menschen mindestens einmal im Monat ein Android-Gerät.

Auch im Tabletbereich steigt der Marktanteil, nach 39 Prozent 2012 werden inzwischen 62 Prozent aller neuen Tablets mit Android ausgeliefert, so Pichai.

Die Keynote der Google I/O 2014

Das nächste große Ding: Android “L”

Die Handschrift Pichais, der inzwischen als die rechte Hand der Google-Gründer Page und Sergey Brin gehandelt wird, ist bei den kommenden Änderungen rund um Android und Chrome deutlich zu erkennen.

Android “L”, der nächste große Release nach KitKat, soll der größte Sprung in der Geschichte von Android werden, größer noch als das Update von Gingerbread (2.3) auf Ice Cream Sandwich (4.0). Die Frage, ob “L” die Versionsnummer 4.5 oder 5.0 tragen wird, wurde nicht beantwortet.

Innen und außen neu

Neben über 5.000 neuen internen Schnittstellen steht dafür auch ein vollkommen neues Design, das als größte sichtbare Neuerung einen Höhenwert für App-Fenster und Bereiche bietet. Android selbst kümmert sich automatisch um korrekte Schatten und Perspektiven. Google nennt den Stil “Material Design”. Weitere Schwerpunkte von Android “L” sind eine verbesserte Grafik-Engine und “Project Volta”, mit welchem die Akkulaufzeit verlängert werden soll.

Die neue Android-Version bekommt verbesserte Funktionen unter anderem mit interaktiven Benachrichtigungen, die laufende Apps wie Spiele nicht unterbrechen, sondern einige Sekunden eingeblendet werden. Der Nutzer kann sich dann entscheiden, ob direkt aus der Einblendung heraus eine Aktion ausführt oder diese wegtippt.

Google folgt Apple nach und unterstützt in Zukunft Chips mit 64-Bit-Technologie, was unter anderem mehr Speicher erlaubt. Die entsprechende Hardware dürfte in Android-Geräten jedoch erst 2015 verbaut werden.

Android  Wear

Google war bei der rund zweieinhalb Stunden langen Eröffnungs-Keynote besonders bemüht, das Zusammenspiel der verschiedenen Android-Geräte zu demonstrieren. So sieht man auf der Computeruhr, wer gerade anruft und kann sogar das Gespräch ablehnen, ohne das Telefon aus der Tasche nehmen zu müssen. In Zusammenspiel mit Google Now zeigt die Uhr Benachrichtigen zu anstehenden Terminen oder die Bordkarte fürs Flugzeug an. Die Datenbrille Google Glass spielte dagegen keine Rolle.

©V.l.n.r.: Samsung Gear Live, LG G Watch und Moto 360. (AP)

Offiziell wurden noch am Mittwoch zwei Geräte vorgestellt., die “LG G Watch” und die “Samsung Gear Live”. Beide Geräte sind in einigen Ländern bereits im Google Play Store erhältlich, ob und wann sie auch in Österreich bestellbar sind ist noch nicht bekannt. Eine dritte Smartwatch von Motorola, das Modell “360” mit einem runden Bildschirm, soll im Sommer folgen.

Demo: Samsung Gear Live

Android Auto

Die Präsentation von Android Auto. (AP)
Die Präsentation von Android Auto. (AP) ©Die Präsentation von Android Auto. (AP)

Android Auto bringt die vom Smartphone bekannte Bedienung auf die Displays der Fahrzeuge. So kann man zum Beispiel auf Musik oder ausgewählte Apps zugreifen. Die Navigation soll von der Verknüpfung der Google-Karten mit Kalender und Adressbuch der Android-Nutzer profitieren. Der Konzern gab 40 Partner aus der Automobilindustrie bekannt. Darunter sind unter anderem Audi, Volkswagen, Opel, Renault, Fiat und Volvo. Das System ähnelt dem Konzept “CarPlay” von Apple.

Android TV

Mit Android TV macht Google den nächsten Anlauf, auch die Unterhaltung im Wohnzimmer zu übernehmen. Android TV soll auch mit Sprachsteuerung funktionieren, hier kommen erneut Smartwatches ins Spiel. Die Plattform wird unter anderem von Sony unterstützt. Neben der Integration in Fernseher wird es auch Settop-Boxen geben. Apple und Amazon sind bereits mit ähnlichen Boxen auf dem Markt.

Google Fit

In der Plattform Google Fit werden Fitness-Informationen von verschiedenen Geräten zusammengeführt. Für Gadgets wie Armbänder mit Schrittzähler gibt es Schnittstellen. Apple geht einen ähnlichen Weg mit der Plattform HealthKit, die für Herbst angekündigt ist.

Der Ankündigungen waren zu einem großen Teil bereits vorher durchgesickert. Die Börse reagierte trotz fehlender Überraschungen wohlwollend mit einem Plus von knapp 2,5 Prozent.

Zweifacher Protest auf der Bühne

Die Präsentation wurde kurz von einem Demonstranten unterbrochen, der Google als “totalitäres Unternehmen” verurteilte. “Google baut Roboter, die Menschen töten”, rief er im Saal. Das war ein offensichtlicher Hinweis auf die Übernahme der Firma Boston Dynamics, die an Robotern auch für das US-Militär forscht. Zuvor stellte sich eine Lehrerin vor die Bühne, die behauptet, sie werde von einem bei Google beschäftigten Juristen aus ihrer Mietwohnung herausgedrängt. (red/APA/dpa)

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