FPÖ-Allgäuer übt Kritik an Integra-Geschäftsleitung

Für FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer (l.) verspielen die Integra-Geschäftsführer ihre Glaubwürdigkeit.
Für FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer (l.) verspielen die Integra-Geschäftsführer ihre Glaubwürdigkeit. ©Stiplovsek, VOL.AT/Philipp Steurer
FPÖ-Klubobmann Allgäuer gibt sich zu den neuesten Erkenntnissen in Sachen Integra verärgert: "Die Geschäftsführer verspielen zunehmend ihre Glaubwürdigkeit!"
Integra trennt sich von Millionenbetrüger
Integra will externe Prüfung durch RH

Nachdem die Vorarlberger Nachrichten am Donnerstag Abend berichteten, dass der ehemalige Integra-Bereichsleiter, der in Liechtenstein verurteilte Millionenbetrüger Michael S., zwar bereits in St. Gallen bereits den Rest seiner Haftstrafe absitzt, aber noch bis 31. Mai bei der Integra angestellt ist, gehen die Wogen in der Causa wieder hoch. Michael S. baut noch Urlaub ab, verdient also GEld, während er bereits seit Ende Februar in Haft ist.

Die Integra-Geschäftsführer Robert Baljak und Stefan Koch hatten bereits Ende Jänner betont, das Dienstverhältnis mit Michael S. zu beenden, was sich offensichtlich bisher zieht. Geschäftsführer Stefan Koch bestätigt den VN: “Er hatte Ende Februar seinen letzten Arbeitstag, anschließend baute er Mehrstunden und Urlaub ab.”

Nachdem Gerald Loacker von den NEOS und AK-Vizepräsidentin Manuela Auer bereits die Integra-Geschäftsführung kritisierten, übt jetzt auch FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer heftige Kritik.

Allgäuer nimmt Integra-Geschäftsführer ins Visier

Freiheitlichen-Klubobmann Daniel Allgäuer ist äußerst erbost im Hinblick auf die neuesten Erkenntnisse in Sachen INTEGRA. „Die Geschäftsführung führt uns da was die Beendigung des Dienstverhältnisses mit einem ehemaligen Millionenbetrüger betrifft offenbar an der Nase herum und verspielt damit zunehmend ihre Glaubwürdigkeit!“, so Allgäuer.

„Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine Prüfung von INTEGRA durch den Landesrechnungshof ist. Wir setzen viel Steuergeld im Sozialbereich ein. Umso wichtiger ist es, dass diese Mittel dann auch treffsicher bei jenen ankommen, die wirklich unsere Hilfe benötigen. Der Einsatz eines verurteilten deutschen Millionenbetrügers als Personalentwickler in einer Sozialeinrichtung des Landes fällt für uns Freiheitliche definitiv nicht unter den Begriff ,treffsicher‘!, so der FP-Politiker weiter.

„Es ist aus meiner Sicht daher untragbar, wie unsensibel die Verantwortlichen bei INTEGRA mit diesem Thema umgehen. Mein Ansatz ist es grundsätzlich, Ergebnisse von Prüfungen abzuwarten, bevor Konsequenzen eingefordert werden. In dieser Angelegenheit stellt sich für mich langsam aber sicher schon die Frage, ob hier nicht Gefahr in Verzug ist und entsprechende personelle Konsequenzen schon vor Abschluss der Prüfung gezogen werden müssen! Ohne umgehende nachvollziehbare Erklärung durch die Geschäftsführer ist das aus meiner Sicht jedenfalls unumgänglich“, so Freiheitlichen-Klubchef Allgäuer abschließend.

NEOS Loacker fordert Konsequenzen

“Alleine dass er bei der Anstellung seine Haftstrafe verheimlicht hat, wäre ein Grund gewesen, den Bereichsleiter fristlos zu entlassen. Absurd ist, dass sich der Finanzbetrüger bereits seit Ende Februar im Strafvollzug in St. Gallen befindet, während seine Chefs behaupten, es gäbe eine Übergabe. Noch bis Ende Mai ist er bei Integra angestellt und bezieht Geld, obwohl die offene Strafe schon im Jänner aufgeflogen war. Anstatt von Anfang an richtige Konsequenzen zu ziehen, nehmen ihn die Geschäftsführer der Integra sogar noch in Schutz und erklären der Öffentlichkeit fälschlicherweise, dass er nur bis Ende März angestellt sei. Der Sozialbetrieb finanziert sich aus öffentlichen Geldern. Die Öffentlichkeit hat die Wahrheit verdient und soll nicht mit Halbwahrheiten und fadenscheinigen Ausreden für dumm verkauft werden”, reagiert NEOS Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker auf die neuen Details im Fall Integra.

Rechnungshof prüft

Der Sozialbetrieb Integra ist wichtiger Bestandteil des Vorarlberger Arbeitsmarkts. Ende 2017 waren über 700 Menschen bei Integra beschäftigt, übers ganze Jahre verteilt sogar 1500. Der Rechnungshof prüft derzeit die Integra und den Fall des Bereichsleiters. Die Integra hat der Prüfung freiwillig zugestimmt.

Die Integra finanziert sich zur Hälfte über private Aufträge, die andere Hälfte kommt vom AMS und aus Bundesförderungen, ein Million kommt aus dem Landesbudget.

(Red.)

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