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Fohrenburg-Übernahme durch Brau Union unter Auflagen genehmigt

Wolfgang Sila bliebt Geschäftsführer. ©Hofmeister/Flickr
Wolfgang Sila bliebt Geschäftsführer. ©Hofmeister/Flickr
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gibt unter Auflagen die Mehrheitsübernahme der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg mit Sitz in Bludenz durch die zur Heineken-Gruppe gehörende Brau Union frei.

So sollen unter anderem Rabattaktionen der Brau Union in den nächsten drei Jahren überwacht werden, zudem wird die Brau Union in den nächsten fünf Jahren keine andere österreichische Brauerei kaufen.

Am 13. Februar 2020 wurde die geplante Übernahme von weiteren 62,94 Prozent der Fohrenburg-Anteile durch die Brau Union bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet.

Im März stellten die BWB und der Bundeskartellanwalt einen Prüfungsantrag an das Kartellgericht, da die Wettbewerbshüter wettbewerbliche Bedenken "in Hinblick auf mögliche Abschottungs- und Verdrängungsstrategien gegenüber konkurrierenden Brauereien und Getränkegroßhändlern" hatten. Weil die vorgelegten Verpflichtungszusagen der Parteien die Wettbewerbsbedenken nicht ausräumen konnten, wurde ein Prüfungsantrag an das Kartellgericht gestellt.

Rabattaktionen werden überwacht

Nun einigten sich Wettbewerbshüter und Unternehmen vor dem Kartellgericht auf Auflagen, informierte die BWB am Donnerstag in einer Aussendung. Vorgesehen ist ein Monitoring der Rabattaktionen im Lebensmitteleinzelhandel für die nächsten drei Jahre. Treten dort oder im Direktvertrieb an die Gastronomie Bedenken bezüglich der Rabattaktionen auf, muss die Brau Union der BWB und dem Bundeskartellanwalt alle Kostendaten zur Verfügung stellen. Weiters verpflichtete sich die Brau Union unter bestimmten Voraussetzungen für die nächsten fünf Jahre keine anderen Brauereien mit Sitz in Österreich zu erwerben. In Vorarlberg darf die Brau Union in den nächsten fünf Jahren zudem keine neuen Gaststätten kaufen oder pachten.

Die Maßnahmen sollen Rabattaktionen transparenter machen, die Überprüfung von Verdrängungsstrategien durch bestimmte Preise vereinfachen, einen großflächigen Erwerb von Gaststätten in kritischen Regionen Vorarlbergs verhindern und das externe Unternehmenswachstum der Brau Union begrenzen, so die BWB. Die Befragungen des Gutachters im Rahmen des Kartellgerichtsverfahrens hätten ergeben, dass die Mitbewerber "zwar erhebliche Bedenken gegenüber dem Zusammenschluss haben, sich aber nicht konkret gefährdet sehen, vom Markt verdrängt zu werden", hieß es.

BWB und Bundeskartellanwalt hätten die vorgeschlagenen Auflagen als geeignet erachtet, die Wettbewerbsprobleme zu beseitigen. Die Parteien zogen daher ihre Prüfungsanträge beim Kartellgericht zurück, das Zusammenschlussprüfverfahren wurde eingestellt. Die Verfahrensbeteiligten gaben einen Rechtsmittelverzicht ab.

Rauch und Sila bleiben Miteigentümer

Bisher hielt die Brau Union rund 11 Prozent an der Vorarlberger Fohrenburg Brauerei. Zur Brau Union gehören unter anderem die Marken Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Schladminger und Edelweiss. In Vorarlberg war die Brau Union als größte Brau-Gruppe bisher kaum aktiv. Verkäufer der Fohrenburg-Anteile ist der Fruchtsafthersteller Rauch, der aber ebenso wie Fohrenburg-Chef Wolfgang Sila weiter Miteigentümer der Fohrenburger Brauerei bleibt. Sie halten gemeinsam mit Streubesitzaktien noch 26 Prozent.

(APA)

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