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Entgegen Regierungsversprechen: Polizei will Lehrling abschieben

©VOL.AT/Rauch
Bisher war die Linie der Regierung, das Flüchtlinge eine laufende Lehre abschließen dürfen, auch bei negativem Asylbescheid. Eine Polizeiaktion im "Schmugglar" in Lustenau zeichnet ein anderes Bild.

Am Mittwochabend standen drei uniformierten Polizisten plötzlich im Lokal am Blauen Platz in Lustenau, auf der Suche nach dem Lehrling im zweiten Lehrjahr, Qamar aus Pakistan. Dieser hatte jedoch frei, der andere im Lokal befindliche Lehrling musste sich den Polizisten gegenüber ausweisen. Damit sei die Sache jedoch nicht erledigt gewesen: Am Donnerstagmorgen habe die Polizei die Türe der Unterkunft aufgebrochen, der Lehrling ist inzwischen jedoch untergetaucht.

Flüchtling ist untergetaucht

Dabei versicherte die Bundesregierung bislang, dass Flüchtlinge zwar keine neue Lehrausbildungen beginnen dürfen, aber zumindest laufende Ausbildungen vor einer Abschiebung abschließen können. Lokaleigentümer Marcel Lerch fühlt sich nach dem Polizeieinsatz von der Regierung hintergangen, es sei alles andere als einfach Personal für die Gastronomie zu finden. Konkurrenz für Einheimische sei Qamar keine gewesen, schließlich habe man einfach sonst niemand für die Ausbildungsstelle gefunden.

Nachfolger wohl aus dem EU-Ausland

Das Verschwinden des jungen Qamar aus dem laufenden Betrieb bedeute nun vor allem Überstunden für die anderen Mitarbeiter. Lerch muss nun Ersatz suchen, voraussichtlich im EU-Ausland.

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