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Ende einer Ära: Feldkircher Kult-Händler verkauft sein Traditions-Unternehmen

Aus für ein echtes Traditionsunternehmen in Feldkirch, der Betrieb soll aber weitergehen.
Aus für ein echtes Traditionsunternehmen in Feldkirch, der Betrieb soll aber weitergehen.
Joachim Mangard (VOL.AT) joachim.mangard@russmedia.com
Seit Jahrzehnten ist das eingesessene Geschäft ein Magnetpunkt im Zentrum von Feldkirch. Nun verkauft der Inhaber sein Geschäftsfeld. Mitarbeiter erhalten Übernahmeangebot.

Schwierige Zeiten für alle, egal in welcher Branche. Nun zieht sich ein weiteres Traditionsunternehmen, mit Sitz in der Montfortstadt, zurück, zumindest aus seinem Hauptgeschäft.

Der Betrieb wird fortgeführt, die Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, zu den gleichen Konditionen unter neuer Führung weiterzuarbeiten.

Seit 2000 eine fixe Größe im Vorarlberger Handel

"Das Umfeld hat sich in den letzten Jahren stark geändert und auch ich habe mich sehr verändert. So ist dies für mich ein guter Zeitpunkt. So ein großer Schritt fällt einem leichter, wenn man weiß, dass es anschließend auch in guten Händen ist", führt Sajas-Gründer Tobias Bechtold aus. Bereits vor einigen Jahren hat Markus Bair, Inhaber von Moreboards, die Sajas-Filiale in Dornbirn übernommen.

im Geschäft wird demnächst eine Moreboards-Filiale unterkommen. ©Mayer

"Sämtliche Mitarbeiter wurden bereits informiert, alle Sajas-Verkaufsangestellten erhalten ein gleichwertiges Angebot vom neuen Betreiber, wenn sie weiterhin in dem Shop arbeiten möchten", informiert Bechtold gegenüber VOL.AT. Außerdem würden einzelne seiner Fachkräfte in seinem nachhaltigen Shop Levendl, den Bechtold weiterbetreibt, übernommen. Mit dem Tiroler Unternehmen, das Filialen in ganz Österreich betreibt, verbindet den Geschäftsmann eine langjährige Freundschaft.

Mitarbeiter können weitermachen

Von den rund 15 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, bei denen sich der langjährige Händler aus dem Skate-, Snowboard-, Surf- und Lifestyle-Bereich herzlich verabschiedet: "Ich möchte mich bei all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Fans, Kunden und der ganzen Community für die jahrzehntelange Treue bedanken. Für mich war es nun aber an der Zeit, mich meinen neuen Interessen zu widmen", informiert der Händler weiter. Gegründet wurde Sajas unter dieser Bezeichnung im Herzen von Feldkirch im Jahre 2000, Bechtold startete seine Einzelhandels-Karriere 1996 mit einem Mitarbeiter. Jetzt möchte sich der fünffache Familienvater neu orientieren.

Tobias Bechtold hat Sajas verkauft und gibt an Moreboards ab. ©handout/Bechtold

Ende einer Ära, die eine ganze Generation geprägt hat

Sajas stand seit seiner Gründung wie Fels in der Brandung einer Jugendkultur, die eine ganze Generation geprägt hat. Untrennbar verknüpft mit den Anfängen der Freestyle-Bewegung lieferte der Shop die Hardware für all jene, die sich mit dem Snowboard-, Skate- und Surf-Style identifiziert haben. Egal, ob es um das Sportgerät selbst oder die zugehörige Kleidung drehte, bei Sajas in Feldkirch wurde die Szene fündig.

Snowboarden als Fixpunkt in der Geschäftsphilosophie. ©Stiplovsek

Unterstützung und Support
für die heimische Szene

Sajas ist und war weit mehr als eine Marke. Sajas stand auch für Sponsoring, für Unterstützung und für den Support der lokalen Szene. Gerade in Sportarten, die sich abseits von Vereins- oder Verbandsstrukturen bewegen, war es für Tobias Bechtold und der Sajas-Crew wichtig, heimische Talente zu finden, zu unterstützen und sie mit dem nötigen Equipment auszustatten. Oder den gesamten Lebensstil einer Generation in Form unzähliger Events fest in der Vorarlberger Kultur zu verankern.

Neuorientierung für Sajas-Gründer

"Bereits zuvor haben wir unser Geschäftsmodell angepasst, im Sinne einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Ausrichtung. Deswegen wird das Geschäft Levendl weitergeführt, und zieht Anfang August an den Marktplatz 3 in Feldkirch. Moreboards wird die Verkaufsfläche erweitern und das Geschäft in der bewährten Form weiterführen", informiert der charismatische Unternehmer.

Wer sich noch ein Stück des Traditionsunternehmens sichern möchte, hat jetzt die Möglichkeit dazu, der Abverkauf der gesamten bestehenden Ware ist bereits in vollem Gange. Außerdem würden sämtliche Gutscheine und Garantieleistungen, die noch Gültigkeit besitzen, auch vom neuen Betreiber akzeptiert.

(VOL.AT)

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