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Einbruch im Wohnbau: Rückgang von über 50 Prozent

Heimische Bauunternehmen stehen derzeit vor vielen Herausforderungen.
Heimische Bauunternehmen stehen derzeit vor vielen Herausforderungen. ©Canva
Die Bauwirtschaft in Vorarlberg erlebt derzeit schwierige Zeiten. Eine aktuelle Umfrage unter heimischen Bauunternehmen bestätigt einen Rückgang im Wohnbau, der wohl über 50 Prozent ausmacht.
Warum der Vorarlberger Wohnbau in der Krise steckt

Innungsmeister Johannes Wilhelm zeichnete bei der Jahresbilanz der Bauinnung ein düsteres Bild: rund 30 Prozent weniger Aufträge und ein Rückgang von über 50 Prozent im Wohnbau gegenüber dem Vorjahr. Der Wohnbau steht durch hohe Zinsen, die KIM-Verordnung und Preissteigerungen vor schwerwiegenden Herausforderungen.

Schlechtere Auftragssituation als im Vorjahr

Die aktuelle Umfrage unter den heimischen Bauunternehmen bestätigt, was sich bereits im Vorjahr abgezeichnet hat. Bereits im Dezember 2022 verzeichnete die Auftragslage einen leichten Rückgang von neun Prozent. Aktuell wird die Lage noch kritischer bewertet, mit einer um 25 Prozent schlechteren Auftragssituation im Vergleich zum Vorjahr.

30 Prozent weniger Aufträge

Für das erste Halbjahr 2024 prognostiziert man einen weiteren Rückgang der Auftragslage um nahezu 30 Prozent, eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu den 13 Prozent Rückgang, die vor einem Jahr prognostiziert wurden. Besonders schwer getroffen ist der Bereich des Wohnbaus, in dem ein über 50-prozentiger Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu erwarten ist. Positiver gestaltet sich die Lage im Bereich der Sanierungen, hier wird mit einem Anstieg der Aufträge um sechs Prozent gerechnet.

KIM-Verordnung unter Kritik

Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, fordert indess eine sofortige Abschaffung der KIM-Verordnung. Diese Verordnung, die die Kreditvergabe erschwert, wird als Hauptgrund für den Einbruch im Wohnbau gesehen. Sie hindere insbesondere junge Menschen daran, Wohnungseigentum zu erwerben, und gefährdet damit die Zukunft junger Generationen in Vorarlberg. Außerdem wird gefordert, "im Sinne von Umwelt und leistbarem Wohnraum endlich höhere Baunutzungszahlen zuzulassen".

Diversifizierte Auftragslage

Mit dem Rückgang im Wohnbau richtet sich der Blick dafür mehr auf den öffentlichen und gewerblichen Bau. Insgesamt sei die Lage allerding noch stabil. Johannes Wilhelm betont, dass die heimischen Bauunternehmen die Lage realistisch einschätzen und auf die Veränderungen flexibel reagieren. Die Betriebe halten ihren Personalstand stabil und setzen auf Innovationen wie die Digitalisierung, insbesondere im Kontext von Klimaschutzvorgaben.

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(VOL.AT)

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