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"Den Spasti zocken wir ab, der wehrt sich nicht"

Das beschauliche Dorfzentrum von Frastanz: Am Friedhof hinter dem Gemeindepark begann die blutige Geschichte
Das beschauliche Dorfzentrum von Frastanz: Am Friedhof hinter dem Gemeindepark begann die blutige Geschichte ©Hartinger
Frastanz - Gewalttat in Frastanz: Exklusive „NEUE am Sonntag“-Recherchen bringen nun neue, teils schockierende Fakten ans Tageslicht.
Neue Details zur brutalen Tat in Frastanz
Brutalo-Tat in Frastanz vor Anklage
Schwerverletzter nach Raub in Frastanz

Von Jörg Stadler (NEUE am Sonntag)

Sechs Jugendliche fahren in einem weißen Opel Corsa durch die Dämmerung. Aus dem Autoradio dröhnt deutscher Gangster-Rap. Einer der Burschen – ihm wurde das Handy abgenommen und eine schwarze Kappe übers geschundene Gesicht gezogen – zittert vor Angst. Die Fahrt endet in einem abgelegenen Waldstück, wo das Martyrium des Opfers erst so richtig beginnt.

Was sich wie ein Klappentext zu einem knallharten Krimi-Schocker liest, hat sich Anfang des Jahres in Frastanz tatsächlich so abgespielt. Die Tat der Brutalo-Bande, die ihr Opfer mutmaßlich ausraubte, mit einem Korkenzieher malträtierte und schließlich bei Minusgraden schwerverletzt auf einem Forstweg zurückließ, schockiert selbst erfahrene Ermittler. Schockierend sind auch die Details aus dem polizeilichen Abschlussbericht und den Vernehmungsprotokollen, die der NEUE am Sonntag exklusiv vorliegen. Sie zeugen von hoher Gewaltbereitschaft, fieser Gruppendynamik und einem räuberischen Tatplan, ausgeheckt zwischen Bewährungshilfetermin, Biergelage und Playstation-Session.

Bei den Protagonisten dieser Geschichte – übrigens allesamt Vorarlberger – handelt es sich entgegen eines anders lautenden, kürzlich erschienenen Medienberichts nicht „um ehemals enge Freunde, die sich wegen eines geplatzten Drogendeals zerstritten“. Diese Behauptung sei frei erfunden, sagt Rechtsanwalt Sanjay Doshi, der das 16-jährige Opfer vertritt. „Mein Mandant ist kein Teil dieser kriminellen Gruppe. Er wurde ganz gezielt als Opfer ausgewählt“, stellt Doshi klar. Auch die Eltern seien bestürzt über die falschen Behauptungen, da diese mitunter auch schulische Konsequenzen nach sich ziehen hätten können. Laut Polizeibericht kennt das Opfer die Tatverdächtigen mehr oder weniger nur vom Sehen, teilweise überhaupt nicht – guten Kontakt scheint der 16-jährige Schüler jedenfalls zu keinem seiner späteren Peiniger gehabt zu haben. Der Polizei hingegen sind zumindest die drei Hauptverdächtigen im Alter von 16 und 17 Jahren bestens bekannt. Der Rädelsführer (17) des Trios sitzt gerade wegen eines ganz ähnlichen Vorfalls vom November 2018 in Strafhaft.

Was unter Jugendlichen verharmlosend „Abzocken“ genannt wird, bezeichnen Polizei und Justiz ganz nüchtern als „Räuberischer Diebstahl“, „Räuberische Erpressung“ oder „Raub“. Letzteres wird den fünf Tatverdächtigen nun auch vorgeworfen. Die Ermittler sind überzeugt, dass sie „im bewussten und gewollten Zusammenwirken einen schweren Raubüberfall“ verübt und im Anschluss daran „eine absichtlich schwere Körperverletzung“ begangen haben. Der Anführer der Truppe wird sich zusätzlich wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten müssen. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizisten selbst gebaute Schlagwaffen, darunter auch ein verbotener Totschläger. Zwei der fünf Beschuldigten stehen im Verdacht, als Beitragstäter fungiert zu haben. Insider rechnen schon bald mit einer Anklage. Bei einer Verurteilung drohen lange Haftstrafen, noch gilt die Unschuldsvermutung.

Auch das nunmehrige Opfer sollte so richtig „abgezockt“ werden. „Weil er ein Spasti ist und sich nicht gegen uns wehrt“, erklärte einer der Delinquenten. Die vermeintliche „Abzocke“ ereignete sich am Abend des 22. Jänner. Das Trio trank Bier, spielte Playstation, rauchte ein paar Joints und kam laut Polizei irgendwann „auf die Idee, den (…) auszurauben. Sie planten (…), unter dem Vorwand, etwas Cannabis kaufen zu wollen, herzulocken. Sie machten auch untereinander aus, dem (…) einige Ohrfeigen zu verpassen, um ihn einzuschüchtern“.

Doch es blieb nicht bei Ohrfeigen. Sie verpassten ihrem Opfer Faustschläge und Fußtritte. Laut Aussagen mehrerer Beteiligter dürfte der Hauptakteur irgendwann total ausgerastet sein. „Er stampfte mit seiner Sohle gegen den am Boden liegenden Kopf von (…) und hat ihm auch mit der Ferse ins Gesicht getreten.“ Irgendwann, so erinnert sich einer der Burschen, „lag (…) wie tot dort“. Auf die Frage, „ob es ihm schon gehen würde“, habe er mit „Ja, ja“ geantwortet. Dann fuhren die fünf Burschen mit dem Auto davon und ließen den benommenen Schwerverletzten in der klirrenden Kälte (minus sieben Grad Celsius) auf dem verschneiten Forstweg liegen.

>>Lesen Sie die ganze Geschichte in der heutigen Ausgabe der NEUE am Sonntag<<

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