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Das Problem heißt Erdogan

Pit Gottschalk ist CR, Autor und Lehrbeauftragter.
Pit Gottschalk ist CR, Autor und Lehrbeauftragter. ©Facebook/Pit Gottschalk
Ein Gastkommentar von Funke Sport Chefredakteur und "Doppelpass"-Experte Pit Gottschalk zu Mesut Özil.
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Von Pit Gottschalk

Die Rücktrittserklärung von Mesut Özil kann man, wenn man es zulässt, positiv sehen: Endlich hat er sich doch, wie es DFB-Präsident Grindel ja wollte, nach über zwei Monaten zu seinem umstrittenen Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan geäußert. Und er hat sich, auch das kann man positiv werten, weder vom öffentlichen noch vom politischen Druck umbiegen lassen. Özil steht zu seiner Entscheidung: Er hätte dieses Foto mit Erdogan unter allen Umständen gemacht.

Die Empörungswelle wird Özil hart treffen. Rechtspopulisten der AfD werden seine Sätze dankend als Bestätigung ihrer Mutmaßungen und Vorbehalte zu nutzen wissen. Da kann Özil noch so leidenschaftlich beteuern, dass er nicht aus politischen Gründen handelte, sondern aus Respekt vor der Heimat seiner Eltern: Der Hass gegen Özil fällt im verführbaren Teil der Bevölkerung auf fruchtbaren Boden. Vor diesem Hass aus der rechten Ecke muss man Özil unbedingt schützen.

Gleichzeitig muss man aber sagen dürfen, dass Özil mit Teilen seiner Abrechnung falsch liegt. Niemand, der bei Verstand ist, wirft ihm seine Verbundenheit zur Türkei vor. Viele kennen das Gefühl in den Familien, wenn die Eltern oder die Großeltern nach dem Krieg vertrieben wurden, sehnsüchtig von der Zeit in der alten Heimat reden und zwei Herzen in der Brust spüren. Gastarbeitern geht es nicht anders: Integration ist kein Schwarz oder Weiß, sondern auch ein Leben in Grautönen. Die Liebe zur Herkunft ist nicht das Problem.

Özil hat einfach nicht verstanden, dass dieser Erdogan das Problem ist: Dass er sich mit einem Staatslenker hat fotografieren lassen, der seinen Machtbereich in der Türkei ausbaut und missbraucht. Der seine Kritiker in Gefängnisse steckt. Der Politiker in Deutschland beleidigt. Der die Demokratie mit Füßen tritt.

Allein darum geht es bei der Kritik an Özil: Dass er sich mit einem, der freiheitliches Denken unter Strafe stellt, überhaupt abgibt. Man muss von einem erwachsenen Menschen verlangen dürfen, dass er, wenn er in der Öffentlichkeit steht, auch die Tragweite seines Handelns begreift. Er kann dieses nicht verteidigen.

Vielleicht versteht man Özil auch falsch. Aber eine Chance auf Nachfragen hat Özil bisher immer rigoros abgelehnt. Man kennt das Gebaren schon. Von Leuten wie Erdogan.

Dieser Kommentar wurde ursprünglich auf Facebook veröffentlicht.

Zur Person:
Pit Gottschalk ist Sport-Chefredakteur bei der Mediengruppe Funke in Deutschland. Zuvor leitete er sechs Jahre lang die Sport-Bild und war auch als Sport-Chef bei der “Die Welt” und “Die Welt am Sonntag” tätig. Zwischendurch war er auch im Top-Management bei Axel Springer. Als Büroleiter bei CEO Mathias Döpfner leitete er u.a. das Change Management für die Digitalisierung von Medien. Dazu veröffentlichte er auch das Buch “The Heart of a Morning Paper beats online“.  (Weitere Bücher) Gottschalk ist auch immer wieder als Experte in der Sport1-Fußball-Sendung “Doppelpass” zu sehen. In Lehraufträgen bei der Macromedia unterrichtet Gottschalk zu Themen, die mit “Neues Medienmanagement” und “Cross Media Publishing” sowie “Business Planning” überschrieben sind.

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