Causa Paspels: Kiesabbau rückt näher

Robert Ess (Agrargemeinschaft)
Robert Ess (Agrargemeinschaft) ©VOL.AT/Hartinger
Feldkirch - Die Mitglieder der Agrargemeinschaft Altenstadt stimmten mit sehr großer Mehrheit für eine Prüfung des möglichen Abbaustandortes.
Kiesabbau wirft Fragen auf
Kiesabbau lässt Wogen hochgehen

Die Paspelsseen zwischen Feldkirch und Rankweil sind ein beliebtes Naherholungsgebiet. Entstanden sind sie aus dem Kiesabbau mehrerer Unternehmen. Jetzt gibt es Überlegungen für eine Neuerschließung für weiteren Kiesabbau. Die grüne Stadtvertreterin Nina Tomaselli machte bereits im März darauf aufmerksam, damals hatte die Stadtpolitik ein vorliegendes Projekt bestritten. Tomaselli zeigt sich vor allem darüber besorgt, dass es zu einer Rückkehr der Nassbaggerung kommen könnte, diese gefährde laut einer Studie aus den 90er-Jahren das Grundwasser.

Der Abbau von Kies scheidet immer wieder die Geister. Während die heimische Bauwirtschaft gebetsmühlenartig und nicht ganz zu Unrecht vor Engpässen bei Kies inmitten des Baubooms warnt, sehen Naturschützer Trinkwasser und Naherholungsgebiete in Gefahr.

Agrargemeinschaft lässt Abbau prüfen

Am Freitag stand auf der Vollversammlung der Agrargemeinschaft Altgemeinde Altenstadt ein Tagesordnungspunkt „Beratung und Beschlussfassung zum Abbau und der Verwertung von mineralischem Rohstoff im Bereich Paspels“ am Programm. Neben dem Bericht über das vergangene Wirtschaftsjahr, berieten die Mitglieder auch über einen eventuellen Abbau von Kies im Bereich von Feldkirch Paspels. Die Mitglieder stimmten mit großer Mehrheit für eine Prüfung des möglichen Abbaustandortes.

Die Grundlage für die Abstimmung der Agrargemeinschaft Altenstadt war eine Studie der Landesregierung aus dem Oktober 2018. Diese zeigte neben dem Bedarf an Kies im Land auch mögliche Gewinnungsorte auf. Es sollen laut Studie bestehende Abbauflächen erweitert werden und auch Nassbaggerungen sollen unter Auflagen wieder realisiert werden. Darum könnte sich wegen des großen Kiesvorkommens der Bereich Paspels anbieten. Dabei gelten jedoch strenge Voraussetzungen – wie beispielsweise die Berücksichtigung des Trinkwasserbedarfs.

Obmann beschwichtigt

“Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, gibt es auch keinen Kiesabbau. Darum würde es nur eine mögliche Kiesgewinnung geben, wenn es ein genehmigungsfähiges Projekt gäbe, dazu zählen auch Punkte aus dem Natur- und Umweltschutz. Das geben auf der einen Seite die gesetzlichen Rahmenbedingungen vor und auf der anderen Seite unsere Wertehaltung in der Agrargemeinschaft“, betont Robert Ess, Obmann der Agrargemeinschaft Altenstadt.

Verkehr und CO2-Belastung durch Kiesimport

Eine erste bereits durchgeführte Prüfung hat ergeben, dass rund vier Millionen Kubikmeter Kies im möglichen Abbaugebiet vorhanden sind: „Ökologisch und ökonomisch ergibt es Sinn, den Bedarf an Kies in Vorarlberg mit regional gewonnenem Rohstoff abzudecken und nicht von Importen weiter abhängig zu werden“, so Ess weiter. Den möglichen Rohstoffabbau wird die Agrargemeinschaft Altenstadt gemeinsam mit dem Feldkircher Bauunternehmen Hilti und Jehle prüfen.

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