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Cannabis-Aktien-Blase droht zu platzen

Nach einem unvergleichbaren Hoch könnten die Cannabis-Aktien schnell wieder fallen.
Nach einem unvergleichbaren Hoch könnten die Cannabis-Aktien schnell wieder fallen. ©AFP
Meist wird in Zusammenhang mit einer Blase, die platzen könnte, die Immobilienblase genannt. Doch in Bezug auf Aktien gibt es ebenfalls solche Blasen. Eine davon betrifft das Thema Cannabis. In den letzten Jahren wurde der Umgang mit Cannabis immer liberaler, nach und nach kam es zu Legalisierungen. Auf der Börse erlebten Cannabis-Aktien einen unwahrscheinlichen Boom. Nun könnte sich die Sache aber wieder in die falsche Richtung entwickeln.
Cannabis stark unterstützt
Rankweil: Cannabis-Arzneimittel

Kanada legalisierte den Besitz von Cannabis im Jahr 2018. In den USA kam es in einzelnen Bundesstaaten schon zur Legalisierung, bei anderen wird es zumindest diskutiert. Nach den zahlreichen Legalisierungen entwickelte sich das Geschäft explosionsartig.

USA und Kanada als Vorreiter

Grund für die rasante Entwicklung war unter anderem die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Kalifornien. Nachdem eine Volksabstimmung 2010 scheiterte, führte eine weitere Abstimmung im Jahr 2016 zum gewünschten Erfolg. Zwei Jahre später war der Marihuana-Konsum in Kalifornien offiziell legal. Viele Firmen sahen ihre große Chance und sprangen auf den Zug auf. Sie fingen mit dem Anbau und Vertrieb von Hanfpflanzen an.

Normalerweise geht es bei den großen Schlagzeilen ausschließlich um den großen Nachbarn im Süden. Wenn es um Cannabis geht, ist aber Kanada das dominierende Land. In den USA wurde der Markt zwar größer, die ganz großen Produzenten finden sich aber alle in Kanada.

1 Million kg und 400.000 m² Fläche

"Canopy Growth" ist das größte Cannabis-Unternehmen der Welt und die Nummer eins im Cannabis-Geschäft. "Fool.com" berichtet, dass dem Unternehmen eine Fläche von Knapp 400.000 m² zum Anbau der Hanfpflanze zur Verfügung steht.

Weiters zähle "Aurora Cannabis" zu den größten Produzenten von Cannabis und Schätzungen zufolge könnten jährlich 662.000 kg angebaut werden. Die Zahl sei sogar in wenigen Jahren ausbaufähig auf eine Million Kilogramm pro Jahr.

Attraktive Investments an der Börse

Nach der erfolgreichen Platzierung auf dem Markt, gingen die Unternehmen an die Börse. Dank des rasanten Aufstiegs und nicht zuletzt auch wegen den Aussagen vieler Experten, die Hanf als das neue Gold priesen, wurden Cannabis-Aktien zu einem attraktiven Investment für eine große Anzahl an Anlegern.

Einjähriger Aktienkurs von Canopy Growth
Einjähriger Aktienkurs von Aurora Cannabis

Nachdem die Aktien zu Beginn - der zweiten Hälfte von 2018 - nach oben schossen, kehrte Anfang 2019 schon Ernüchterung ein. Die Lage erholte sich nach und nach, aber man kam nicht mehr auf das einstige hoch. Seit ein paar Monaten geht es mit den Aktien wieder bergab, ohne Aussicht auf Besserung.

Aussichten nicht mehr so rosig

Die Gründe dafür sind dieselben, wie bei jeder Blase. Das jeweilige Produkt wurde von Experten und Analysten zu Beginn über Monate oder sogar Jahre viel zu hoch bewertet. Die Bewertungen wichen also deutlich von der Realität ab, was sich Jahre später erst entpuppt. Außerdem kam es schon zu Verwarnungen eines größeren Unternehmens wegen Ungereimtheiten bei Verkaufspraktiken, was sich auf den Rest der Branche ebenfalls auswirkt.

Laut "finance.yahoo.com" gibt es unter den Top 10 der Cannabis-Produzenten in Kanada nur einen, dessen Verluste derzeit weniger als zehn Prozent betragen. Weiters ist dem Bericht zu entnehmen, dass die ursprüngliche Prognose von Verkäufen auf 200 bis 500 Billionen Dollar (180 bis 450 Billionen Euro) bis 2030 geschätzt wurde. Aktuellere Vorhersagen gingen nur noch von 50 bis 200 Billionen Dollar (45 bis 180 Billionen Euro) aus.

Die Entwicklung zeigt weiter nach unten, da das Risiko für Investments hoch zu sein scheint. Vieles hängt beispielsweise von den zukünftig gewählten Politikern in den USA ab. Handelt es sich dabei um Demokraten, dürfte die Entwicklung stabil bleiben. Kommen aber Republikaner an die Führungspositionen, könnten weitere Legalisierungen verhindert werden.

Cannabis in Österreich

In Österreich hält man sich in Sachen Cannabis noch zurück. Allerdings gibt es auch schon Zustimmung aus der Politik. Politiker der NEOS, Grünen und SPÖ stimmten für die Legalisierung von Cannabis. In Rankweil startete unterdessen die Herstellung von Cannabis-Arzneimitteln.

(Red.)

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