Supro: Cannabis werde stark unterschätzt

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Das moderne Cannabis sei nicht vergleichbar mit jenem von vor einigen Jahren noch, warnt die Stiftung Maria Ebene. Vor allem für Jugendliche sei es gefährlicher als viele denken. Auch die gewünschte Rolle in der Medizin könne es nicht erfüllen.
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Cannabis entwickle sich anders wie viele andere Suchtmittel in Vorarlberg: Die Nutzer würden eher jünger als älter und die öffentliche Stimmung werde von der Pharmazie in Richtung medizinisches Cannabis gedrückt. Dabei spreche die medizinische Sicht eine andere Sprache.

Der Jahresbericht der Stiftung Maria Ebene

Cannabis zum Suchtmittel hochgezüchtet

Früher habe sich noch die Frage gestellt, ob Cannabis ein Rausch- oder Suchtmittel ist. Inzwischen habe sich diese Frage in Richtung Suchtmittel beantwortet. Das Kraut wurde hochgezüchtet, die THC-Konzentration sei viel höher wie noch vor Jahren. Daher sei auch die Gefahr von Psychosen groß, wie auch von die der Abhängigkeit doppelt so hoch wie bei Alkohol. Bei regelmäßigem Konsum im Alter von 15 bis 20 Jahren hätten Studien inzwischen gezeigt, dass die Entwicklung des Gehirns leide und die Zahl der psychotischen Erkrankungen durch den Konsum zunehme.

Studien zeigen keine medizinische Wirkung

Wer die Harmlosigkeit des Cannabis propagiere aufgrund von eigenen Erfahrungen, spreche inzwischen von einer ganz anderen Substanz wie er sie kenne. Und auch die Erwartungen in der medizinischen Nutzung könne es bislang nicht erfüllen. Doch gerade in der Schmerz- und Angstbehandlung zeige es sich bislang in der wissenschaftlichen Untersuchung als ungeeignetes Medikament, betont Primar Michael Willis. Vielmehr zeige sich, dass Cannabis in den meisten Behandlungssituation wirkungslos bleibe.

Cannabis keine Problemlösung

Die Stiftung Maria Ebene sieht hier eine Lobby mit starken wirtschaftlichen Interesse, die diese positive Grundstimmung gegenüber Cannabis ausnutze. Grundsätzlich gelte, dass Cannabis nicht die richtige Wahl bei eigenen Problemen sei. “Wenn jemand täglich Alkohol trinkt zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr fragt keiner nach, ob das wirklich ein Schaden macht”, vergleicht Willis die Gefährlichkeit. Gut jeder zweiter Nutzer gibt an, Cannabis aufgrund eigener Probleme zu nehmen, hier seien jedoch die Suche nach wahrer Hilfe sinnvoller wie Drogenkonsum.

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