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Bürs hat Vorbildcharakter bei Schulstartgeld

Bregenz/Bürs - Der Schulbeginn bedeutet für viele Familien, dass sie mit hohen finanziellen Belastungen rechnen müssen. Die SPÖ möchte daher, dass sich das Land Vorarlberg ein Beispiel an der Gemeinde Bürs nimmt und ein Schulstartgeld einführt. Ein entsprechender Antrag sei eingereicht worden.
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Je nach Schultyp fallen laut ECO Magazin am Schulanfang Kosten zwischen 300 und 600 Euro pro Kind an. Neben zahlreichen Utensilien für den Schulunterricht (Hefte, Taschenrechner, Zirkel, etc.) würden auch sonstige Dinge wie etwa Sport- und Hausschuhe benötigt.

Berechnungen der Arbeiterkammer haben ergeben, dass nur die Grundausstattung für einen Schulanfänger bereits durchschnittlich ca. 118 Euro kostet. Gerade für Familien mit mehreren Kindern bedeutet der Schulanfang deshalb, dass die Eltern sehr tief in die Geldbörse greifen müssen.

SPÖ stellt Antrag

Die SPÖ habe, laut einer Parteiaussendung von Freitag, bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass vor allem Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern, Alleinerziehende oder Familien mit sehr geringen Einkommen durch den Schulanfang finanziell besonders stark belastet würden.

Diese Menschen sollten deshalb vom Land Vorarlberg in punkto Schulausrüstung unterstützt werden.

Die Sozialdemokratische Landtagsfraktion habe aus diesem Grund einen Antrag an die Landesregierung gestellt, dass an Vorarlberger Familien und AlleinerzieherInnen mit einem geringen Einkommen ein Schulstartgeld in Höhe von 100 Euro pro Schüler von 6 bis 15 Jahren durch das Familienreferat des Landes Vorarlberg ausbezahlt werden sollte. Als Einkommensgrenzen sollen hierbei die Richtlinien des Heizkostenzuschusses gelten.

Gemeinde Bürs hat Vorbildcharakter

Die Gemeinde Bürs wollte nicht länger auf die Unterstützung des Landes warten und sei der Meinung, dass die Familien am Schulanfang eine Förderung erhalten sollten. Die Gemeindevertretung hätten in der Sitzung am 16. September 2010 deshalb einstimmig beschlossen, dass jedes Kind mit Hauptwohnsitz in Bürs und welches im Jahr 2009/2010 den Kindergarten besucht hat, mit Schulbeginn 2010 ein Schulstartgeld in Höhe von 120 Euro erhalte.

Die SPÖ sei daher der Meinung, dass sich das Land Vorarlberg diesem guten Beispiel anschließen sollte und das geforderte Schulstartgeld endlich bewilligen sollte. Der entsprechende SPÖ-Antrag wurde bereits an die Landesregierung gestellt.

Bürs geht seinen eigenen Weg

Die Gemeinde Bürs unterstützt die Familien mit folgenden weiteren Förderungen:

  • Studienbeihilfe für Studierende:

100 Euro pro Studienjahr für den Besuch von Universitäten und Fachhochschulen. Hauptwohnsitz des/der Studierenden in Bürs.

  • Gewährung von Musikschulbeiträgen

Die Gemeinde übernimmt für den Besuch der Musikschule Bludenz, falls das entsprechende Unterrichtsfach dort nicht unterrichtet wird, auch für den Besuch der Musikschule Klostertal, die erste Vorschreibung der Musikschulbeiträge. Die Vorschreibung für das zweite Semester ist von den Eltern selbst zu entrichten.

  • Förderung Fahrradanhänger

Der Kauf eines Fahrradanhängers zum Kindertransport wird einmalig mit 50 Prozent der Anschaffungskosten, höchstens jedoch mit 145,34 Euro gefördert. Voraussetzung ist, dass der Familie ein Kind, das noch nicht die Schule besucht, angehört.

  • ÖBB-Berechtigungsmarken

Mit einem Kostenbeitrag von 10 Euro werden folgende Berechtigungsmarken gefördert: Vorteilscard, Schwerkriegsbeschädigte, Begleitermarke für Schwerkriegsbeschädigtenausweis, Zivilblinde, Behinderte, Schüler, Lehrlinge, Hoch- und Privatschüler und Senioren. Die Kosten für die Familienvorteilscard (Bahn bzw. Bahn- und Bundesbus) werden zur Gänze übernommen.

  • Förderung Jugendnachttaxi

Alle Jugendlichen von 14 bis 20 Jahren aus dem Gemeinden Bludenz, Blons, Bludesch, Brand, Bürs, Fontanella, Lorüns, Ludesch, Nenzing, Nüziders, Raggal, Sonntag, Stallehr, St. Gerold, Thüringen und Thüringerberg können ab 22.00 Uhr / im Walsertal ab 20.00 Uhr zum halben Preis mit dem Taxi fahren. Die andere Hälfte der Kosten wird von der Gemeinde übernommen.

Bundesländervergleich

Die Österreicherinnen und Österreicher geben etwa 300 Millionen Euro pro Jahr für die Schule aus. Die Kosten für Nachhilfe schlugen beispielsweise mit 300 Euro pro Kind und Jahr zu Buche und für Exkursionen würden durchschnittlich 70 Euro aufgewendet.

In Österreich haben mittlerweile sechs Bundesländer das Schulstartgeld eingeführt. Neben Niederösterreich und der Steiermark zählt Vorarlberg nach wie vor zu jenen drei Bundesländern, die den Familien am Schulanfang eine Unterstützung in Form des Schulstartgeldes verweigerten.

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