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Bregenzer Festspiele laden heuer rund 600 Ehrengäste zu Premieren ein

Auch österreichs Polit-Prominenz wird erwartet
Auch österreichs Polit-Prominenz wird erwartet ©VOL.AT/Steurer
Bregenz - Dürfen Mitglieder der Bundesregierung auf Einladung die Bregenzer Festspiele besuchen, ohne sich der Korruption schuldig zu machen? Der Gesetzgeber beantwortet die Frage mit einem eindeutigen Ja.
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Tenor, der aus dem Auge kam

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) wird nächste Woche dennoch auf eine von insgesamt rund 600 Ehrenkarten verzichten, die die Bregenzer Festspiele in diesem Jahr vergeben. Töchterle will Bregenz und auch Salzburg fernbleiben, weil er “nicht mit einem Schild herumlaufen mag: Ich habe meine Karte selber bezahlt. Das ist mir zu deppert”, wie er vor kurzem sagte. Andere seiner Kolleginnen und Kollegen aus der Regierung werden sehr wohl in die Vorarlberger Landeshauptstadt reisen, darunter Kulturministerin Claudia Schmied (S), die eine der Eröffnungsrednerinnen sein wird, oder Vizekanzler Michael Spindelegger (V).

0,3 Prozent aller Tickets

Die Bregenzer Festspiele laden laut Angaben von Pressesprecher Axel Renner in Abstimmung mit dem Protokoll des Landes Vorarlberg und der Stadtamtsdirektion der Landeshauptstadt Bregenz heuer rund 600 Ehrengäste aus dem In- und Ausland zum Besuch der Opern-Premieren auf der Seebühne (“Andre Chenier”) bzw. im Festspielhaus (“Solaris”) ein – zur Einordnung: Auf der Seebühne finden 6.800 Besucher Platz, im Festspielhaus 1.650.

“Bei den eingeladenen Persönlichkeiten handelt es sich um Spitzenpolitiker, Spitzenbeamte, Vertreter der Kirche, der Wirtschaft und von Verbänden sowie Kulturschaffende”, erklärte Renner auf APA-Anfrage. Die 600 Ehrenkarten machten rund 0,3 Prozent aller aufgelegten und käuflich erwerbbaren Tickets aus. Manche der Ehrengäste – etwa die Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung – leisteten für die Einladung eine freiwillige Spende zugunsten des “Fest des Kindes” der Festspiele.

5.750 Freikarten

Insgesamt stellten die Festspiele in den vergangenen beiden Festspielsommern für alle Veranstaltungen pro Jahr etwa 5.750 Freikarten (rund drei Prozent der aufgelegten Eintrittskarten) zur Verfügung, die Ehrentickets sind in diese Zahl eingerechnet. In dieses Kontingent fallen nach Angaben von Renner Karten etwa für Sponsoren, Journalisten oder auch Festspielkünstler. “Diese Tickets vergeben wir, um für die Bregenzer Festspiele einen Mehrwert zu erzielen”, erklärte der Festspielsprecher.

Sponsoren leisteten für die Tickets – die Anzahl ist vertraglich vereinbart – ohnehin einen Gegenwert, tragen diese Geldgeber doch 1,3 Mio. Euro zum 20 Mio. Euro-Budget (bei 5,7 Mio. Euro an Subventionen) der Festspiele bei. Die Berichte Medienschaffender brächten weitere Besucher aus dem In- und Ausland nach Vorarlberg. Und auch dass Mitwirkende an den Festspielen den Veranstaltungen gratis beiwohnen können, sei gut begründbar: Manche der Rollen in “Andre Chenier” sind dreifach besetzt, damit sei “jeder Künstler, der sich eine Vorstellung anschaut, eine Maßnahme zur Qualitätssicherung”, sagte Renner.

Rechnungshof kritisierte hohe Freikarten-Anzahl

Laut einem Bericht des Rechnungshofs aus dem Jahr 2006 lag die Anzahl der Freikarten in den Festspielsaisonen 2001 bis 2004 zwischen 5.471 (2002) und 6.509 (2003), der Anteil an der Kartenauflage betrug in diesen vier Jahren zwischen 2,53 und 2,83 Prozent. Der Rechnungshof hatte diesen Anteil damals kritisch gesehen und empfohlen, “künftig Ehren- und Freikarten nur noch jenen Personen zu gewähren, deren Besuch ausschließlich im künstlerischen oder wirtschaftlichen Interesse der Bregenzer Festspiele liegt”. Die Vergabe von Freikarten werde im Rahmen dieser Empfehlung vollzogen, erklärte Renner.

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