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"Bregenz Mitte": Reaktionen fallen unterschiedlich aus

Die Reaktionen auf "Bregenz Mitte" haben nicht lange auf sich warten lassen - Im Bild Veronika Marte von der ÖVP (r.) und Alexander Moosbrugger von den NEOS (l.).
Die Reaktionen auf "Bregenz Mitte" haben nicht lange auf sich warten lassen - Im Bild Veronika Marte von der ÖVP (r.) und Alexander Moosbrugger von den NEOS (l.). ©VOL.AT
ÖVP, NEOS und Grüne haben sich nach der Präsentation von "Bregenz Mitte" mit ihren Positionen zum Großprojekt zu Wort gemeldet.
"Bregenz Mitte" wurde präsentiert

Bürgermeister Michael Ritsch hat am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam mit der Projektgruppe den Entwurf eines städtebaulichen Masterplanes für "Bregenz Mitte" präsentiert.

ÖVP sieht sich bestätigt

Die Bregenzer Volkspartei sieht sich nach der heutigen Präsentation in vielen Punkten bestätigt. Diese Vision von Bregenz Mitte, habe allerdings nicht mehr viel gemeinsam mit der vor der Wahl präsentierten Variante.

"Der Bahnhof befindet sich am richtigen Ort, was auch immer die Position der Bregenzer Volkspartei war, hat sich nun bestätigt.", so VP-Stadträtin Veronika Marte. Was die Unterflurlösung der Straße, die neuen Baufelder und die öffentlichen Räume betrifft, sind noch sehr viele Fragen offen wie z.B. Expertisen zur Funktionalität der Unterflurlösung der Straße und vor allem deren Finanzierbarkeit. "Die Notwendigkeit eines raschen Neubaus des Bahnhofs ist unbestritten. Es liegt in der Verantwortung des Bürgermeisters hier endlich Nägel mit Köpfen zu machen!", betont Stadträtin Marte.

Bürger einbinden

"Die Vision 'Bregenz Mitte' ist ein derart riesiges Projekt für die Zukunft von Bregenz, das nicht unter Zeitdruck ohne alle nötigen Details und Abklärungen mit Land und den Stakeholdern entschieden werden sollte. Zudem ist uns wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt informiert und von Anfang an mitgenommen werden", hält Veronika Marte fest.

Position der Bregenzer Volkspartei

Der offene Zugang zum See, ein Wunsch aller, wird nur möglich, wenn der Durchzugsverkehr auf ein Minimum reduziert wird. "Verkehrsberuhigung wäre dazu sehr wichtig, um die Sicherheit in ,Shared Spaces‘ Bereichen zu erhöhen. Dabei ist eine Unterflurlösung der Straße eine mögliche Variante, auch andere Lösungen müssen geprüft werden und die zukünftige Entwicklung von Mobilität im Auge behalten werden", sagt Stadtrat Michael Rauth. "Auch die Begehbarkeit der Bereiche am Bahnhof, die öffentlichen Wege und Plätze Richtung See, so wie die Verbindung in die Innenstadt und ins Vorkloster sollten essenzielle Themen bei der Planung sein."

Am kommenden Montag werde die Bregenzer Volkspartei die Projekte 'Bregenzer Bahnhof', 'Bregenz Mitte/Unterflur Straße' und 'Unterflur Eisenbahn' im Klub präsentieren und diskutieren. "Wir werden gemeinsam unsere Positionen zu den Projekten festlegen, bei denen bereits alle Fakten auf dem Tisch liegen und auf jeden Fall darauf drängen, dass die Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden", betont Klubobmann Michael Rauth abschließend.

NEOS begrüßen visionäres Projekt

"Es ist schön zu sehen, dass in der Landeshauptstadt Bregenz seit vielen Jahren endlich wieder einmal visionär gedacht wird," fasst 'NEOS plus' Bregenz Stadtvertreter Alexander Moosbrugger die heute vorgestellten Pläne zu ‚Bregenz Mitte‘ zusammen. "Natürlich sind noch viele entscheidende Fragen offen, aber grundsätzlich sind die Pläne unterstützenswert und bedürfen nun einer intensiven Prüfung. Gerade im Hinblick auf den Neubau des Bahnhofs sind viele positive Signale zu einer urbanen und visionären Stadt präsentiert worden, die es weiterzuverfolgen gilt. Offen bleibt aber nach wie vor die Frage der Finanzierung und der weitere Ablauf des Projekts in den nächsten Monaten."

Stadtvertretung ist entscheidend

Entschieden werden die weiteren Schritte im höchsten Gremium der Landeshauptstadt, der Stadtvertretung: "Der Stadtvertretung muss am 15. Juli 2021 bewusst sein, wohin die Reise gehen soll. Kurzfristig brauchen wir ein klares Bekenntnis, dass der Bahnhof sinnvoll neu geplant wird, ohne zu viel öffentlichen Raum zu verbrauchen und die Chancen für die Unterflurlösung zu nehmen. Mittelfristig braucht es einen klaren Fahrplan für die weiteren Schritte betreffend der Unterflurlösung und der Ausarbeitung sowie Vergabe einer Studie zur Überprüfung der Machbarkeit. Langfristig muss die Stadt klare Ressourcen schaffen, um dieses Jahrhundertprojekt auf die Beine zu stellen und zu managen. Ziel muss aber klar sein, dass die Stadt hier mit einer Stimme spricht und das visionäre Projekt einer urbanen Landeshauptstadt nicht am parteipolitischen Parkett geopfert werden darf", so NEOS Bregenz Parteiobmann Moosbrugger abschließend.

Grüne drängen auf Bahnhof

Die Grünen Bregenz verlangen eine rasche rechtliche, technische, sicherheitstechnische und wirtschaftliche Prüfung des Projekts "Bregenz Mitte", um spätestens im Herbst die Entscheidung über den künftigen Bahnhof treffen zu können.

Priorität Bahnhof

Oberste Priorität für die Bregenzer Grünen hat der rasche Neubau des Bahnhofs. Er ist im heute, Freitag, vorgestellten Projekt "Bregenz Mitte" am bisherigen Platz vorgesehen. "Für einen Baubeschluss eines adaptierten Bahnhofsprojekts muss in den kommenden Monaten die rechtliche, technische, sicherheitstechnische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit geklärt werden," verlangt die Bregenzer Vizebürgermeisterin Sandra Schoch. Nach Aussagen der Planer könne der Bahnhof auch realisiert werden, wenn die Landesstraße und/oder die Bahn künftig unterirdisch geführt werden.

"Wir erwarten, dass die Entscheidung für den Bahnhofsneubau ehestmöglich erfolgt", betont Schoch. "Die Grundlagen für die Entscheidung müssen spätestens im Herbst vorliegen. Das ist durchaus ambitioniert. Daher muss Bürgermeister Michael Ritsch dafür sorgen, dass die Prüfungen sehr zügig über den Sommer erfolgen."

Potenziale und offene Fragen

Im heute präsentierten Projekt sehen die Bregenzer Grünen "eine mögliche, langfristige städtebauliche Vision". "Der nächste Schritt muss die breite Einbeziehung der Bevölkerung und eine intensive öffentliche Diskussion des Projekts mit unabhängigen Expert:innen für Fragen des Städtebaus, der Verkehrs- Raum- und Sozialplanung etc. sein", betont Stadtrat Heribert Hehle.

Die Grünen Bregenz danken dem Engagement der Projektgruppe. "Wir sehen in der präsentierten Idee viele Qualitäten und Potenziale. Es gibt aber noch sehr viele offene Fragen und auch Komponenten, die wir anders sehen. Im 21. Jahrhundert kann eine langfristige Vision nur eine autofreie Stadt sein."

Verwundert zeigen sich Die Grünen Bregenz, dass der Gestaltungsbeirat als städtisches Beratungsgremium bislang nicht einbezogen wurde.

(VOL.AT)

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