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Bitschi Bus: 33.000 Euro Spenden und vier Ukraine-Fahrten

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Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Busunternehmerin Bettina Bitschi fuhr bereits viermal an die polnisch-ukrainische Grenze, um Ukrainern zu helfen. Zudem sammelt sie Spenden.
Fotos: Die aktuellste Fahrt
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Eindrücke von Transporten
Bitschi Bus unterstützt Ukraine

Busunternehmerin Bettina Bitschi zeigt derzeit ordentlich Zivilcourage. Am 3. März fuhr sie als erste Vorarlbergerin mit einem Bus in die Ukraine, um Menschen mit Hilfsgütern zu unterstützen. Bereits viermal half sie dabei, Kriegs-Vertriebene in ihr neues Leben nach Österreich zu bringen. "Es sind keine Spazierfahrten. Es sind absolute Höllenritte", verdeutlicht sie im VOL.AT-Gespräch. Hin und retour handle es sich um 30 Stunden reine Fahrzeit, so Bitschi.

"Mir lässt das ganze Zeug eben keine Ruhe", meint sie. So habe sie schon fast ein schlechtes Gewissen: "Ist es denn noch erlaubt, dass ich es jetzt schön habe, wenn es anderen so schlecht geht?" Bei den Fahrten in die Ukraine sei aber auch "ein Hauch von Abenteuer" mit dabei. Sie wisse jetzt wieder, was alles möglich sei. Die Wertschöpfung rund um Rückmeldungen von Geflüchteten und Österreichern macht ihr Freude.

Organisation "wahnsinnig schwierig"

Bei ihrer aktuellsten Fahrt am vergangenen Donnerstag wollte sie vor allem Menschen transportieren, die mit ihren Tieren geflüchtet waren. Zwei Leute hatten auch ihre Katzen mit dabei. "So einen Transport direkt zu organisieren, ist wahnsinnig schwierig", gibt die Busunternehmerin zu verstehen. Die Situation vor Ort ändere sich täglich. Auch die freiwilligen Helfer, etwa im Messeareal in Warschau, wechseln täglich.

"Du hast keinen Überblick, mit wem du dich zusammenschließen kannst", so Bitschi. "Die Leute möchten jetzt wissen, wo komme ich hin", erklärt sie gegenüber VOL.AT. Man müsse Adressen und Fotos schicken, auf denen genau zu sehen sei, wo die Leute hinkommen. Rund 20 Ukrainer stiegen in Brünn in Tschechien am Bahnhof aus. Von dort aus ging es für diese Gruppe von Frauen und Kindern weiter nach Tschechien.

Für Bettina Bitschi gibt es derzeit viel zu tun. Bild: VOL.AT/Mayer

Flädle und Schnitzel für Flüchtlinge

Bitschi ging mit den Ukrainern unterwegs auch Flädlesuppe und Schnitzel essen. "Also sowas habe ich noch nie gesehen, wie die sich auf die Suppe gestürzt haben", meint sie. Dann ging es weiter nach Innsbruck, wo sie bereits von Helfern erwartet wurden. Am Dienstag bekam die Bludenzerin auch eine nette E-Mail von einer Journalistin, die zwei Deutschlehrerinnen aus Charkiw interviewte. Die beiden waren zuvor mit Bitschis Hilfe nach Innsbruck gelangt. Die Frauen übermittelten der Busunternehmerin auf diesem Weg ihr Dankeschön. "Mit ihrer Entscheidung, zu helfen, haben sie einen riesengroßen Unterschied gemacht", schrieb die Journalistin. "Die Welt braucht mehr Bettinas." Diese freut sich: "Das ist irre. Ich habe noch nie so eine E-Mail bekommen in meinem Leben."

In Innsbruck gab es für die Vertriebenen eine Stärkung. Bild: Bettina Bitschi

33.000 Euro für die Ukraine

Bitschis Spendenkonto für die Ukraine kam gut an. "33.000 Euro habe ich eingenommen. Ich werde das heute überweisen der Joana an eine ukrainische Schule", verdeutlicht sie. Das Gebäude sei ein Anlaufposten für viele ukrainische Familien mit Kindern. Das Geld soll auch für notwendige Mittel zur Versorgung von Verletzten im Spital verwendet werden. Auch Sebastian aus Deutschland, der Menschen vor Ort rettet und zeitgleich unterbringt, wird einen Teil der Spenden erhalten.

"Dann ist das Konto wieder auf null gestellt", erklärt die Busunternehmerin. Ein herzliches Dankeschön gelte allen Spendern. Die Leute hätten teilweise 1000 Euro gespendet. Damit hätte sie nicht gerechnet. Es seien nur große Beiträge eingegangen und die Bereitschaft sei riesengroß. Für die engagierte Bludenzerin ist ihre Mission noch nicht vorbei. Als nächste will sie eine Ladung Spenden für Tiere in die Ukraine schicken. Hierfür steht sie in Kontakt mit einem Tierschutzverein in Wien, der in die Nähe der Grenze fährt. Auch Spenden will sie weiter sammeln.

(VOL.AT)

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