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Arbeitsinspektion zu Covid-Bestimmungen: "Firmen haben es von sich aus gelöst"

Für Betriebe gelten Covid-Bestimmungen.
Für Betriebe gelten Covid-Bestimmungen. ©Philipp Steurer
Was das Arbeiten zu Zeiten des Coronavirus angeht, gibt es Bestimmungen, an die man sich halten sollte. Beim Arbeitsinspektorat gehen laufend Hinweise auf angebliche Verstöße ein.

Das Coronavirus bedeutet auch für Betriebe einige Einschränkungen. So müssen sich Arbeitgeber und -nehmer am Arbeitsplatz an sogenannte Covid-Bestimmungen halten. Ein besorgter Bürger meldete sich bei VOL.AT und meldete, dass in einem Betrieb in Bludenz die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Das sei aus seiner Sicht unverantwortlich und er habe das auch schon der Arbeitsinspektion gemeldet. Doch wie sieht es allgemein in Vorarlberg aus - halten sich die Betriebe an die Bestimmungen? VOL.AT sprach mit Sabine Krenn, Amtsleiterin der Arbeitsinspektion Vorarlberg.

Sabine Krenn ist die Leiterin des Arbeitsinspektorats. Bild: Philipp Steurer

VOL.AT: Erhalten Sie zahlreichen Hinweise, dass Betriebe die Covid-19-Bestimmungen und Empfehlungen nicht einhalten?

Sabine Krenn: Wir bekommen zahlreiche Hinweise. Jetzt wird es langsam weniger, aber in den ersten Tagen haben sie uns die Tür eingerannt mit Beschwerden, was alles am Arbeitsplatz nicht hinhaut. Aber das ist mit der Zeit immer mehr generell klargestellt worden und auch die Handelsketten haben reagiert. Es ist ja von außen was passiert und über unsere eingeschränkten Möglichkeiten was passiert. Es war äußerst zahlreich, sind immer noch ein paar, aber inzwischen weniger geworden, weil ja auch Maßnahmen gesetzt wurden. Mittlerweile haben sich viele Dinge herumgesprochen und sind gelöst worden. Das war für alle eine neue Situation. Ich will ja nicht einmal den Arbeitgebern was Böses unterstellen – sie haben's einfach nicht besser gewusst.

VOL.AT: Um welche Bestimmungen geht es hier im Speziellen?

Krenn: Vor allem das Abstandhalten war immer das Thema. Das war besonders beim Handel oft Thema, aber da ist mittlerweile viel passiert. Die Handelsketten haben reagiert – nicht auf die Beschwerden, sondern generell. Auch in der Baubranche. Hier ist es ein bisschen zäher, weil die auch unter Druck stehen irgendwelche Termine einzuhalten. Aber da ist auch was passiert. Erstens einmal hat sich hier die Gewerkschaft hinein gekniet. Große Baufirmen sind zudem mit gutem Beispiel vorangegangen, wie die Strabag zum Beispiel, die ihre Baustellen stillgelegt hat. Aber vom Bau gibt’s immer noch Beschwerden.

VOL.AT: Ein besorgter Bürger hat gegenüber VOL.AT angegeben, in seinem Betrieb habe man sich nicht an die Bestimmungen gehalten, was den Abstand angehe. Ist Ihnen der Fall bekannt? Ist das ein Einzelfall?

Krenn: Das ist in Arbeit. Der Beschwerdeführer war selbst nicht mehr tätig, er war in Pension. Ich glaube, das hat ihm wer gesagt. Oder er war vielleicht zufällig auf Besuch im Betrieb. Wie das genau zustande kam, kann ich nicht sagen. Aber ein Kollege ist am Fall dran und da werden sie nicht auskommen. Aber viele Firmen haben es von sich aus gelöst. Sicher vier Fünftel aller Firmen. Die Möglichkeiten jetzt in der Produktion oder was auch immer es sein könnte – was brauchbare Lösungen sind. Erstens einmal die Schichten verkleinern. Also, dass weniger Menschen gleichzeitig anwesend sind, dann kann man auch besser die Abstände einhalten. Zum Beispiel, dass Firmen, die früher einschichtig gefahren sind, jetzt zweischichtig arbeiten. Sie schauen, dass immer die gleichen Teams zusammen sind, dadurch verringert man auch die Ansteckungsrisiken. Und indem sie natürlich Desinfektionsmaßnahmen machen. Also eine Zeit lang hat man ja gar keine Händedesinfektion mehr bekommen. Mittlerweile ist es besser, mittlerweile produzieren auch Apotheken selbst. Es ist noch immer nicht die alte Produktion der Desinfektionsmittelhersteller da, aber im Land haben sich einige Notproduktionen ergeben und inzwischen sind wieder Dinge erhältlich. Manche haben es mit Masken gemacht, aber das müssen die guten sein, damit man wirklich geschützt ist. Wenn die anderen Dinge eingehalten werde – vor allem der Abstand - und immer die gleichen Leute gleichzeitig Dienst haben, dann sind das gute Maßnahmen, mit denen man über die Runden kommen sollte.

(VOL.AT)

Bitte halten Sie Abstand1

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