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Alpla exportiert duale Ausbildung bis nach Indien

Ein Ausbildungszentrum von Alpla
Ein Ausbildungszentrum von Alpla ©Alpla
Fachkräfte-Ausbildung nach österreichischem Vorbild startet 2020 in Indien und Polen. Damit soll der steigende Lehrlings-Bedarf in diesen Regionen vorausschauend gedeckt werden.
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Nach Mexiko und China exportiert ALPLA Group, internationaler Spezialist für Kunststoffverpackungen und Recycling, die duale Ausbildung in weitere Länder: In Indien und Polen werden ab Herbst die ersten Lehrlinge nach österreichischem Vorbild ausgebildet. So soll der steigende Bedarf an Fachkräften in diesen Regionen vorausschauend gedeckt werden.

Derzeit bildet das international tätige Familienunternehmen mit Hauptsitz in Österreich weltweit 250 Lehrlinge aus.

Indien

In der Sieben-Millionen-Metropole Hyderabad entsteht zurzeit der erste indische Future Corner, wie die Lehrwerkstätten bei ALPLA genannt werden. Im Herbst nehmen die zukünftigen Zerspaner und Mechatroniker ihre Ausbildung nach österreichischem Vorbild auf. Bis zu zehn Jugendliche werden diese Chance jährlich erhalten. Zwei indische Ausbilder sind für die Praxis im Werk verantwortlich. Die Theorie erfolgt in Zusammenarbeit mit einer polytechnischen Schule vor Ort.

Polen

Auch in Ostrów Mazowiecka nordöstlich von Warschau startet im Herbst die Fachkräfteausbildung. In Polen werden pro Jahr sechs Mechatroniker aufgenommen. „Das Modell der dualen Ausbildung ist für die Jugendlichen im Land sehr attraktiv“, erklärt Julian Fässler, bei ALPLA zuständig für die Internationalisierung der dualen Ausbildung. „In Polen besteht bis zum 18. Lebensjahr Schulpflicht. Dank des dualen Modells bekommen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, bereits mit 15 oder 16 Jahren ins Berufsleben einzusteigen und parallel dazu einen Schulabschluss zu machen.“

Konzept kennt man nur in Mitteleuropa

Die Einführung der dualen Ausbildung in einem neuen Land erfordert umfangreiche Vorbereitungen. Dazu zählen Gespräche mit den Behörden vor Ort, die Auswahl einer passenden Schule sowie das Verhandeln eines Curriculums. „Das Konzept der dualen Ausbildung kennt man nur in Mitteleuropa. Uns ist es aber wichtig, dass die jungen Leute einen im jeweiligen Land anerkannten Abschluss erlangen können“, betont Fässler.

Am Ende der Lehrzeit legen die Lehrlinge eine Prüfung vor österreichischen Vertretern ab. In Österreich kann um Gleichhaltung angesucht werden, weil die fachlichen und praktischen Kenntnisse den Grundlagen des österreichischen Berufsbildes entsprechen.

Im mexikanischen Toluca haben im Februar neun Lehrlinge den Lehrabschluss nach österreichischem Vorbild erlangt - Foto: Alpla

Factbox Lehre bei ALPLA

Die zentralen Lehrberufe bei ALPLA sind Kunststofftechnik für die Produktion, Elektrotechnik (bzw. Mechatronik) für die Instandhaltung und den Maschinenbau sowie Zerspanungstechnik für den Formenbau. Darüber hinaus werden am Unternehmenssitz in Hard noch IT-Betriebstechnik, seit 2019 Betriebslogistik und ab Herbst zusätzlich Applikationsentwicklung/Coding als Lehrberufe angeboten.

Anzahl der Auszubildenden

  • Lehrlinge in Österreich: 84
  • Lehrlinge in Deutschland: 81
  • Lehrlinge in Mexiko: 44
  • Lehrlinge in China: 41
  • Lehrlinge gesamt: 250

Auszubildende nach Berufen

  • Kunststofftechnik: 100
  • Elektrotechnik/Mechatronik: 70
  • Zerspanungstechnik: 58
  • Administration: 8
  • Konstruktion: 5
  • Logistik: 6
  • IT: 3
  • Gesamt: 250

(Red.)

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