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Alarmierende Katzenflut in Vorarlberg: Tierschutzverein Rankweil ruft zur Hilfe auf

Tierschutzvereins-Obfrau Michael Bonmassar berichtet von einer regelrechten Katzenschwemme.
Tierschutzvereins-Obfrau Michael Bonmassar berichtet von einer regelrechten Katzenschwemme. ©handout/Tierschutzverein Rankweil, VOL.AT/Mayer, Canva Pro
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Der Tierschutzverein Rankweil benötigt dringend Hilfe, was verwilderte Katzen im Ländle angeht. Es gebe so viele Katzen zu betreuen wie lange nicht mehr, darunter auch zahlreiche Katzenmamas mit Jungen.

Der Tierschutzverein Rankweil (TSV Rankweil) hat es sich zu Aufgabe gemacht, sich um verwilderte Hauskatzen zu kümmern. Sie werden von Vereinsmitgliedern eingefangen, kastriert, vermittelt und bei Bedarf zum Tierarzt gebracht.

"Bekommen jeden Tag Hilferufe"

"In Vorarlberg herrscht eine Katzenschwemme, wie nie zuvor", informiert TSV-Obfrau Michaela Bonmassar gegenüber VOL.AT. "Wir bekommen jeden Tag Hilferufe." Das Telefon läute nonstop.

Dieses Bild verwilderter Kätzchen wurde dem Verein zugespielt. ©handout/Tierschutzverein Rankweil

Über 80 wilde Katzen in Brederis

"Wir ersticken in Abgabekatzen und die Kittenschwemme ist dieses Jahr die härteste seit Bestehen des Vereins", verdeutlicht die Tierschützerin. Als ehrenamtlicher Tierschutzverein sei das Katzenprojekt kaum mehr zu stemmen. "Es fehlt uns an allen Ecken und Enden an Hilfe", so Bonmassar. Auch Pflegestellen für die Miezen werden dringend gesucht. Frastanz, Gisingen, Brederis und Meiningen sind laut ihr Hotspots. Allein in Brederis wurden über 80 Katzen eingefangen, die Hälfte davon waren Kitten.

Michaela Bonmassar ist Obfrau des Tierschutzvereins Rankweil. ©VOL.AT/Mayer
Verwilderte Katzen suchen oft Futter in der Nähe von Häusern und Wohnsiedlungen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Der Tierschutzverein kümmert sich um verwilderte Hauskatzen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil

Kastrationspflicht "nicht genug kontrolliert"

Doch warum gibt es so viele wilde Katzen im Ländle? "Zwar herrscht in Vorarlberg eine gesetzliche Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen, doch wird dies nicht genug kontrolliert und umgesetzt oder bestraft", erklärt Michaela Bonmassar. Katzen würden aus verschiedensten Gründen beim Tierschutzverein abgegeben. "Zu hohe Tierarztkosten, Zeitmangel, ungeplante Würfe, Urlaube oder sie werden einfach zurückgelassen und enden oft als sogenannte „verwilderte Hauskatzen“", zählt sie auf. Das habe zur Folge, dass die Katzen nach Nahrung und Schutz suchen. "Diese finden Sie natürlich in der Nähe von Wohngebieten oder sie werden angefüttert", gibt Bonmassar zu verstehen. "Dies hat wiederum zur Folge, dass die Katzen durch die ansässigen Tierschutzvereine eingefangen werden sollten, was horrende Kosten mit sich bringt."

Unter den wilden Katzen sind auch zahlreiche Mutter-Katzen mit Jungen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Eigentlich gilt eine Kastrationspflicht für Katzen, doch trotzdem gibt es viele wilde Miezen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Teilweise sind die Katzen auch schon älter und oder verletzt und müssen tierärztlich betreut werden. ©handout/Tierschutzverein Rankweil

Hohe Versorgungskosten für Verein

Die Kastration von verwilderten Hauskatzen wird vom Land Vorarlberg zwar übernommen, doch die Grundversorgungskosten, sowie Zubehör müssen von den Tierschutzvereinen selbst getragen werden. Diese sind ehrenamtlich aktiv und finanzieren sich durch Spenden. Zu diesen Grundversorgungskosten gehören Zahnbehandlungen, Entwurmungen, tierärztliche Behandlungen von Wunden, Ekzemen, Tumoren und vielem mehr. Auch parasitäre Behandlungen, das Chippen und die Registrierung der Katzen, sowie die Kosten für die Handaufzucht von Kätzchen mit spezieller Kittenmilch und natürlich Katzenfutter kommen dazu. Zusätzlich benötigt der Tierschutzverein auch Zubehör. Hierzu gehören Kratzbäume, Katzenstreu und Katzenfallen zum Einfangen der Katzen. Die anfallenden Benzinkosten werden von den Mitgliedern des Vereins selbst getragen, da der Verein diese nicht finanzieren kann.

Die Tiere werden in Katzenfallen eingefangen und erstversorgt, dann werden sie vermittelt. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Ein junges Kätzchen, das kürzlich eingefangen wurde. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Katzen allen Alters – darunter auch solche mit Jungen – werden betreut und suchen Pflegestellen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil

Schutzgebühren "decken die Ausgaben nicht ansatzweise ab"

"Zudem musste aufgrund der Novelle aus dem Jahr 2018 jeder Verein, der als eingetragen gelten möchte, teilweise Umbauarbeiten auf eigene Kosten tätigen, um eine Betriebsstätte bzw. Quarantäneräume genehmigt zu bekommen", schildert Bonmassar gegenüber VOL.AT. Ohne diese dürfe ein Verein nicht mehr arbeiten und vermitteln. Die verwilderten Hauskatzen würden sich dadurch noch unkontrollierter vermehren, wie die Obfrau des Tierschutzvereins erklärt. "Leider fehlt in diesen Hinsichten jegliche finanzielle Unterstützung vom Land oder Bund, weshalb wir mehr denn je auf Spenden angewiesen sind, denn die Schutzgebühren bei Vermittlungen decken die Ausgaben nicht ansatzweise ab", gibt sie zu verstehen.

Katzen allen Alters werden eingefangen und aufgepäppelt. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Auch dieses Kätzchen wurde kürzlich gefunden. ©handout/Tierschutzverein Rankweil
Verwilderte Hauskatzen suchen Zuflucht auch in alten Gebäuden und Ställen. ©handout/Tierschutzverein Rankweil

Auf Unterstützung angewiesen

Der Tierschutzverein Rankweil ist auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angewiesen, um die seine Arbeit fortzusetzen. Spenden sind herzlich willkommen. Aber auch aktive Mitglieder werden dringend gesucht. Der Tierschutzverein benötigt Hilfe bei den Kastrationsprojekten, sowie beim Aufstellen und Betreuen der Katzenfallen. Auch Unterstützung für Tierarztfahrten und bei der Handaufzucht von Kitten ohne Mutter wird gesucht. "Wir suchen händeringend nach Pflegestellen", meint Bonmassar zudem. Wer kurzfristig Katzen von Klein bis Groß aufnehmen könnte oder bei Tierrettung, Erstversorgung und Co. unterstützen möchte, kann sich beim Verein melden. Tierschutzverein Rankweil +43 660 4508666

Spendenkonto
Raiffeisenbank Montfort
IBAN: AT47 3742 2000 0712 5198
BIC: RVVGAT2B422
Paypal: tsv.rankweil@gmx.at

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(VOL.AT)

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