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Aggressive Preise bei LED-Technologie führten zu Zumtobel-Gewinneinbruch

Konzernchef Harald Sommerer nimmt Stellung.
Konzernchef Harald Sommerer nimmt Stellung. ©VOL.AT, Bernd Hofmeister
Dornbirn - Nach dem Gewinneinbruch um mehr als zwei Drittel im Geschäftsjahr 2011/12 versucht der Konzernchef des börsenotierten Leuchten-Herstellers Zumtobel, Harald Sommerer, zu erklären, warum es schlechter lief als erwartet.
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Abschwächung erwartet

“Unsere aggressiven Preise bei LED-Technologie drückten die Marge”, sagte Sommerer am Mittwochvormittag in der Bilanzpressekonferenz. So legte der Umsatz zwar leicht um 4,2 Prozent auf 1,28 Mrd. Euro zu, die Gewinnspanne, gemessen am bereinigten EBIT sank allerdings von 6,4 auf 2,7 Prozent.

Umsatzrückgang von 6,7 Prozent

“Wir sind nicht 100 Prozent zufrieden”, kommentierte Sommerer das Ergebnis, vor allem im Komponenten-Segment sah sich Zumtobel mit mit einem Umsatzrückgang von 6,7 Prozent konfrontiert. Ursache dafür sei ein “schwaches Marktumfeld und temporäre Schwäche im Produktportfolio”gewesen. Im Leuchten-Segment blieb man mit einem Umsatzwachstum von 9,2 Prozent knapp unter dem Ziel von 10 Prozent. USA und Asien hätten da “enttäuscht”.

Mitarbeiterabbau bei Zumtobel möglich

Für heuer schloss Sommerer einen Mitarbeiterabbau nicht aus. Schon 2011/12 ist der Personalstand um 358 auf 7.456 Vollzeitkräfte zurückgegangen – ein Minus von 4,6 Prozent. In Österreich beschäftigte Zumtobel zum Bilanzstichtag 2.362 Mitarbeiter (2010/11: 2.400). Wegen des langsameren Wachstums müsse man bei den – zuletzt gestiegenen – “Fixkosten bremsen”, aber trotzdem “den Schwung halten”, beschrieb Sommerer seinen Drahtseilakt. In der Forschung und Entwicklung seien durch die parallelen Investitionen in konventionelle Lichttechnik und LED-Technologie neue Mitarbeiter eingestellt worden.

Mit den derzeitigen Umsätzen könnten die aktuellen Fixkosten bei LED nicht abgedeckt werden, Zumtobel versucht das durch hohe Volumina zu kompensieren. Im Gegensatz zur subventionierten Photovoltaik rechnet sich die LED-Technologie auf ohne Förderungen, ist Sommerer überzeugt. LED-Lampen seien konkurrenzfähig.

Kein EBIT-Jahr für Zumtobel

Dass das mit 30. April abgelaufene Finanzjahr “kein EBIT-Jahr” wurde, sei keine Überraschung, hielt Sommerer fest. Die Belastungen durch den Technologiewandel hin zu LED seien vorhersehbar gewesen. 2011 sind mehr als zwei Drittel der 70 Forschungs-Millionen in die LED-Technologie geflossen, die im Vorjahr mit 183,2 Mio. Euro lediglich 14,3 Prozent (2010/11: 8,2 Prozent) des Gesamtumsatzes ausmachte. “Das sind die Umsätze von morgen und übermorgen”, so Sommerer, der mit den Investitionen versucht, für die Zukunft vorzubauen.

Die hohen Energiepreise würden Zumtobel in die Karten spielen, LED würde sich schneller rechnen. Aktuell betrifft das laut Sommerer hauptsächlich Renovierungen und weniger das Neubaugeschäft. Als Konsequenz aus dem schlechten Jahresergebnis sollen die LED-Aktivitäten nun klar auf die Allgemeinbeleuchtung ausgerichtet werden, hieß es heute.

Krpytischer Ausblick

Beim Ausblick blieb Sommerer kryptisch. Es habe schon Jahre gegeben, die leichter zu prognostizieren gewesen seien. Die mittelfristen Ziele von einem 10-Prozent-Wachstum bei Zumtobel und einem generellen Plus von 4 Prozent für die Branche seien jedenfalls nicht mehr realistisch. Neue Zahlen nannte er nicht. “Wir müssen uns dem Marktumfeld anpassen”, so Sommerer, der sich nicht einmal sicher ist, ob es in fünf Jahren noch einen Euro gibt. Laut Sommerer trifft das nicht nur auf Südeuropa zu, auch in Deutschland würde Zumtobel eine Abkühlung spüren. An dem Mittelfristziel einer zehnprozentigen EBIT-Marge hält der Vorstand aber fest.

Zumtobel-Aktie wenig zufriedenstellend

Sommerer ist mit der Entwicklung der Zumtobel-Aktie “nicht zufrieden”. Der Kurs ist binnen eines Jahres um 57 Prozent abgerutscht – stärker als der Leitindex ATX. Sorgen, dass Zumtobel aus dem ATX fliegt, hat Sommerer nach eigenen Angaben nicht: “Es bereitet mir keine Kopfzerbrechen, ob wir drinnen sind oder nicht.” Die Eigenkapitalquote verringerte sich im Jahresvergleich geringfügig von 37,1 auf 35,8 Prozent.

Vorschlag für Aktionäre

Den Aktionären will der Vorstand in der Hauptversammlung eine Dividende von 20 Cent je Aktie vorschlagen – bei einem Ergebnis von 37 Cent pro Anteilsschein wäre das etwas mehr als die Hälfte des Gewinns. Damit würde sich der Konzern treubleiben, zwischen 30 und 50 Prozent vom Gewinn auszuschütten. Die Familie Zumtobel hält 35 Prozent an der Aktiengesellschaft. Mehr als die Hälfte der Anteilsscheine befinden sich im Streubesitz. Zumtobel erwirtschaftet mehr als drei Viertel des Umsatzes in Europa, 26,8 Prozent macht das Vorarlberger Unternehmens mit Firmensitz in Dornbirn im deutschsprachigen Raum.

(APA)

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