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Ärztekammer Vorarlberg über Covid-19: Erfahrungen und Konsequenzen

Die Vorarlberger Ärztekammer sprach über die Maßnahmen zum Coronavirus, die jetzt gesetzt werden.
Die Vorarlberger Ärztekammer sprach über die Maßnahmen zum Coronavirus, die jetzt gesetzt werden. ©VOL.AT/Mirjam Mayer
Die Vorarlberger Ärzte haben am Donnerstagnachmittag ihre bisherigen Erfahrungen aus der Corona-Pandemie geschildert und Verbesserungsmöglichkeiten aus ihrer Sicht aufgezeigt.
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So forderte Burkhard Walla, Vizepräsident der Vorarlberger Ärztekammer, unter anderem einen verbindlichen Versorgungsplan für den niedergelassenen Bereich und die Krankenhäuser. "Konkrete Anweisungen gab es nicht", so Walla.

Pressekonferenz zum Nachsehen

Ärztekammerpräsident Michael Jonas räumte in seinem Eingangsstatement ein, dass man überrascht gewesen sei, "dass uns die Pandemie so getroffen hat". Seitens der Politik habe es eine gewisse Zeit gebraucht, "bis man die Expertise angenommen hat, dann wurde sie zu 100 Prozent angenommen", erklärte Jonas. Die Ärzteschaft habe sich sehr rasch an die Situation angepasst.

Mangelende Koordination im niedergelassenen Bereich

Das stellte auch Walla als Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte fest. Er verwies darauf, dass sich viele Ärzte in Eigenverantwortung auf die Krisensituation eingestellt hätten, das zeige aber gleichzeitig das Problem. "Eine Koordination des niedergelassenen Bereichs gab es nicht", sagte Walla. Trotz größter Bemühungen von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) hätten der Sanitätsbehörde im Land sowohl die Ressourcen als auch die gesetzlichen Möglichkeiten gefehlt. "Verbindlichkeit wäre hilfreich gewesen", stellte Walla fest. Es brauche eine zentrale Stelle, die einen Versorgungsplan ausarbeite. "Das muss rechtlich verankert werden, damit die Vorgaben auf Landesebene angeordnet werden können", so der Vizepräsident. Angesichts der epidemiologischen Herausforderungen müssten die Strukturen des Landessanitätsdienstes grundlegend erneuert werden.

Lücken in der Grundversorgung

Eine weitere Erfahrung sei gewesen, dass das Herunterfahren von Ordinationen und Spitälern Lücken in der Grundversorgung sichtbar gemacht habe, erklärten Hermann Blaßnig (Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärzte) sowie Ruth Krumpholz (Chefärztin des LKH Bludenz). "Medizinische Versorgungsstrukturen komplett stillzulegen - das zeigen uns die Erfahrungen der vergangenen Monate - ist sicherlich nicht sinnvoll", sagten sie. Für Krisenzeiten müsse eine alternative Struktur aufgebaut werden, damit ein normaler Spitalsbetrieb auf möglichst hohem Niveau weitergeführt werden könne und wichtige Operationen nicht verschoben werden müssen.

Mangel an Schutzausrüstung

Für die Zukunft sei es wichtig, dass Schutzausrüstung in ausreichendem Maß vorhanden sei, betonte Jonas. Spitals-Ambulanzen seien ebenso wie die Praxen der Allgemeinmediziner vom Mangel betroffen gewesen. Die Bereitstellung der notwendigen Schutzausrüstung liege in der Verantwortung des Landes und dürfe nicht den Ärzten überlassen werden. Ebenso müsse eine ausreichende und sinnvolle Testkapazität sichergestellt werden. Derzeit liege das Limit in der Pathologie am LKH Feldkirch bei 400 Tests pro Tag, zu Beginn der Corona-Pandemie seien nur eingeschränkte Testkapazitäten zur Verfügung gestanden.

Weiters sprach sich die Ärztekammer für die Einrichtung eines "Pandemie-Beirats mit medizinischer Expertise" aus. Dessen Aufgabe soll es sein, die zuständigen Stellen im Land fachlich zu beraten, "damit die Maßnahmen in sinnvollen Strukturen in einem gesicherten medizinischen Niveau umgesetzt werden können", so die Ärzte.

(Red.)

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