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100 Schulen sollen zu KI-Pilotschulen werden

Zukünftig könnte auch in Vorarlbergs Schulen mehr mit Künstlicher Intelligenz gearbeitet werden.
Zukünftig könnte auch in Vorarlbergs Schulen mehr mit Künstlicher Intelligenz gearbeitet werden. ©DALL·E 2023
Österreich setzt auf die Einbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungssektor: 100 Schulen werden in den kommenden zwei Schuljahren als Pilotschulen für KI-Initiativen fungieren.

Das kündigten Bildungsminister Martin Polaschek und Digitalisierungs-Staatssekretär Florian Tursky (beide ÖVP) am Dienstag an. Grundsätzlich nach wie vor verboten ist der Einsatz von KI-Programmen wie ChatGPT, wenn damit Leistungen vorgetäuscht werden. In bestimmten Fällen ist die Verwendung erlaubt, muss aber gekennzeichnet werden.

Projekt für alle Schularten und Bundesländer offen

Die KI-Pilotschulen erhalten ein eigenes Projektbudget. Damit kann zusätzliche Lernsoftware angeschafft und - begleitet von Hochschulen - getestet und evaluiert werden. Die Schulen sollen auch etwa die besten Eingaben ("Prompts") für die Bedienung von ChatGPT sammeln - diese sind nötig, um auch die besten Antworten zu erhalten. Für die Teilnahme ist eine Bewerbung nötig. Vertreten sein sollen dabei alle Schularten und alle Bundesländer. Zielgruppe sind vor allem die schon derzeit existierenden Expert-Schulen, insgesamt steht ein Projektbudget von 250.000 Euro zur Verfügung.

Auch Lehrer sollen KI-geschult werden

Darüber hinaus werden auch Unterrichtsmaterialien für alle Schulen besser mit KI-Beispielen ausgestattet - von der Eduthek, einem frei zugänglichen Content-Pool des Ministeriums, über den digi.case, einem Digital-Lernkoffer für die Volksschulen, bis zu den klassischen Schulbüchern etwa für die Digitale Grundbildung. Verstärkt werden soll auch die Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte in diesem Bereich, unter anderem mit einer Grundschulung in Form eines Massive Open Online Courses (MOOC). Das Thema KI soll auch stärker in die Lehrer-Ausbildung integriert werden.

KI-Tools: Unterstützung oder Täuschung?

Nach wie vor verboten bleibt der Einsatz von KI, wenn damit Leistungen vorgetäuscht werden sollen, betonte Polaschek. In diesem Fall würden diese weiterhin nicht beurteilt - Lehrkräfte sollten offen über missbräuchliche Verwendungsformen sprechen und Schüler für das Thema sensibilisieren. Was erlaubt ist, wird weiter von den Lehrkräften festgelegt - etwa Taschenrechner, Formelsammlungen etc. Bei Hausübungen oder auch abschließenden Arbeiten wie der Vorwissenschaftlichen Arbeit oder der Diplomarbeit dürften KI-Tools nur unterstützend eingesetzt werden und müssen klar ausgewiesen werden. "Die Letztverantwortung liegt bei den Schülerinnen und Schülern."

Schüler müssen Entscheidungen begünden können

In diesem Zusammenhang seien die Lehrkräfte aufgefordert, etwa bei Schularbeiten oder Tests auf den Stil zu achten und im Zweifelsfall gezielt nachzufragen, so Polaschek. Außerdem müssten Aufgabenstellungen angepasst und weiterentwickelt werden. Laut Medienpädagogin Elke Höfler gehe es dabei auch darum, "Schriftlichkeit in Mündlichkeit zu überführen". Lehrkräfte könnten sich etwa von Schülern erklären lassen, warum sie bei einer Erörterung oder Übersetzung dieses oder jenes Wort verwenden. "Die Begründungskompetenz wird zentral sein." Übersetzungsprogramme würden etwa immer wieder dieselben Ausdrücke einsetzen.

Umgang mit technischen Neuerungen

Die Herausforderungen durch KI seien nicht neu, betonte Tursky. Technische Neuerungen habe es immer gegeben - vom Taschenrechner über das Internet bis zum Smartphone. Die Frage sei dabei immer: "Soll das integriert werden oder soll das verboten werden?" Man habe sich in der Regierung für die erste Variante entschieden.

Welche KI-gestützte Lernsoftware an den Pilotschulen zum Einsatz kommt, sollen diese laut Höfler selbst entscheiden. Das hänge auch vom Schwerpunkt der jeweiligen Einrichtung ab und reiche von Software für das Vokabellernen über Visualisierungen von Graphen und Modellen bis zum Erstellen und Erkennen von Deepfakes.

(APA)

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