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Wirtschaftskammer setzt auf Fachkräfte aus den EU-Krisenländern

Österreich will Fachkräfte aus Spanien, Portugal, Griechenland und Irland holen.
Österreich will Fachkräfte aus Spanien, Portugal, Griechenland und Irland holen. ©AP (dapd)
Feldkirch - Qualifizierte Fachkräfte fehlen in ganz Österreich. Fachkäfte aus den krisengebeutelten EU-Ländern zu uns holen, könnten eine Lösung für Engpass sein. Die Vorarlberger Wirtschaftskammer hat mit einem Pilotprojekt in Spanien vorgelegt.
Fachkräftemangel entgegenwirken

Fünf Vorarlberger Unternehmen konnten anlässlich dieses Events mit über 30 vorselektierten Kandidaten Bewerbungsgespräche führen. Im Schnitt wurden in der Folge pro Firma zwei bis drei Kandidaten nach Österreich eingeladen.

Fachkräfte aus Spanien, Irland, Portugal und Griechenland

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wird mit Hilfe der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) die Suche nach jungen und qualifizierten Facharbeitskräften auf europäische Krisenländer mit hohen Arbeitslosenraten ausweiten. Nach einem Pilotprojekt der WK-Vorarlberg in Spanien im Februar diesen Jahres, das laut WKÖ-Präsident Christoph Leitl “ermutigend” verlaufen sei, wird die Kammer dieses Projekt im Herbst auf Länder wie Irland, Portugal oder auch Griechenland ausdehnen, kündigte Leitl am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien an.

30.000 Fachkräfte fehlen

Die Suche nach den benötigten Fachkräften in Drittstaaten (Anm.: Staaten außerhalb der EU) mittels der Rot-Weiß-Rot-Karte werde auf Dauer nicht ausreichen, sagte Leitl. Insgesamt fehlten den österreichischen Betrieben rund 30.000 Fachkräfte, die nicht aus dem “heimischen Nachwuchs” besetzt werden könnten. Jeder fünfte Klein- und Mittelbetrieb klage darüber, bei Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sei es bereits jeder zweite Betrieb. Dies bremse nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Beschäftigungswachstum. Deshalb sei die Suche nach Fachkräften auch Bestandteil einer Vollbeschäftigungsstrategie. Zudem werde sich der Fachkräftemangel durch die Geburtenrückgänge noch verschärfen. “Deshalb müssen wir etwas dagegen tun”, sagte Leitl.

Anreize schaffen

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen müssten mehrere Dinge getan werden. So müsste einerseits älteren Arbeitnehmern ein Anreiz gegeben werden, länger in Beschäftigung zu bleiben. Dazu habe man die 50-25-25-Formel entwickelt: 25 Prozent der Pension sollte der länger arbeitende Beschäftigte erhalten, 25 Prozent das Unternehmen, und 50 Prozent sollten im Pensionssystem verbleiben.

Weiters müsste man das duale Ausbildungssystem so attraktiv machen, dass es im Wettbewerb der Bildungssysteme die attraktivste Ausbildungsform sei. In Ländern mit solchen Systemen liege die Jugendarbeitslosigkeit bei rund 8 Prozent, Länder ohne duale Ausbildung kämpften mit Quoten von 20 Prozent und mehr.

Zeit zum Schnuppern

Und drittens müsste in anderen EU-Ländern, mit denen Österreich bereits einen gemeinsamen Arbeitsmarkt habe, geschaut werden, ob es dort junge und gut ausgebildete Menschen gebe, die in ihren Ländern selbst aber keinen Job finden. “Wenn heimische Unternehmen diese Qualifikationen brauchen, sollte ihnen ein Angebote gemacht werden, zu uns zu kommen und hier einige Zeit zu bleiben”, so Leitl. Der Fokus liege dabei auf jungen Menschen bis 25 Jahre.

Nachdem das Pilotprojekt mit fünf Vorarlberger Unternehmen in Spanien gute Ergebnisse gebracht habe, werde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und AWO auf eine breitere Basis gestellt. “Gerade Länder, die derzeit in einer Krise stecken und hohe Arbeitslosenraten haben, könnten dafür ein Reservoir bieten. Damit können wir auch einen kleinen Beitrag leisten, um dort etwas gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu unternehmen”, meinte Leitl.

Fachkräfte nach Österreich geladen

Beim Pilotprojekt im Februar haben sich fünf Unternehmen mit Fachkräftebedarf gemeldet. Mit über 30 vorselektierten Kandidaten wurden dann Bewerbungsgespräche geführt. Im Schnitt wurden in der Folge pro Firma zwei bis drei Kandidaten nach Österreich eingeladen.

Bei der Wiederholung im Juni werden bereits 16 Unternehmen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg nach Madrid kommen und Erstgespräche mit den Bewerbern führen, so AWO-Marketingleiter Friedrich Steinecker. Gefragt seien vor allem technische Ausbildungen. Insgesamt hätten sich 1.200 Spanier registriert. Unter den österreichischen Unternehmen finden sich etwa Alpla, D. Swarovski KG, Gantner Electronic, Omicron, SAG, WolfVision, Rhomberg Bau, Zumtobel. Einige Spanier würden bereits in Vorarlberg arbeiten.

Es wird nicht abgewerbt

“Wir werben niemanden ab, wir geben denjenigen eine Chance, die etwas gelernt haben, aber in ihrem eigenen Land derzeit keinen Job finden”, betonte Leitl. Sollten sich die Betriebe für einen Bewerber entschieden haben, sei die weitere Betreuung bezüglich Sprache, Wohnung oder Behördenwege Sache der Betriebe. Die angeworbenen Fachkräfte würden nicht nur den Betrieben, sondern auch sich selbst nützten, da sie Erkenntnisse dazu gewinnen könnten.

(APA, VOL.AT)

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