Vorarlberger Seilbahnpionier Artur Doppelmayr verstorben

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Kurz vor Vollendung seines 95. Lebensjahres ist der Vorarlberger Seilbahnpionier Artur Doppelmayr in Kärnten verstorben. Das berichten die VN am Donnerstag.

Die Adoptivtochter Brigitte Doppelmayr-Hernler teilte den VN mit, dasss der Vorarlberger Seilbahnpionier bereits am 12. Mai in Kärtnen verstorben ist, wo er zuletzt seinen Wohnsitz hatte.

Sein Leben

Artur Doppelmayr wurde 1922 in Dornbirn geboren. Er maturierte im Kriegsjahr 1941 an der Bundesoberrealschule in Dornbirn und nahm nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft 1945 das Wirtschaftsingenieurs-Studium an der Technischen Hochschule in Graz auf, das er 1954 als Diplom-Ingenieur abschloss. Im Herbst 1955 trat er in die von seinem Großvater Konrad gegründete Firma ein, die sich seit 1910 mit Aufzügen beschäftigte. Bereits im Jahre 1937 baute das Familienunternehmen in Zürs am Arlberg den ersten Schlepplift. Artur Doppelmayr widmete sich vorwiegend dem Verkauf sowie Marketingfragen. Ein besonderes Gespür bewies er dabei bei der Konstruktion und der Führung des Finanzbereiches. Nach dem Tod seines Vaters Emil im Jahr 1967 wurde Artur Doppelmayr Alleineigentümer und alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens.

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Studium mit 75 Jahren

Nachdem sein ältester Sohn Michael mit Jahresbeginn 1992 die Führung von Doppelmayr übernommen hatte, wechselte der Seniorchef 1994 in den Aufsichtsrat der Doppelmayr Holding, wurde Vorsitzender und begann erneut zu studieren. 1997 – im Alter von 75 Jahren – promovierte er an der Technischen Universität Graz zum Doktor der Technik.

Zerwürfnis mit Sohn Michael

Wenige Jahre darauf kam es allerdings zum Zerwürfnis innerhalb der Familie. Am 7. August 2001 wurde Doppelmayr “mit Billigung meines Sohnes aus dem Aufsichtsrat und damit aus dem Unternehmen entfernt”, wie es Artur Doppelmayr selbst in einer Aussendung formulierte. Die Abberufung wurde vom Obersten Gerichtshof in letzter Instanz bestätigt. Grund für den familiären Streit war die Fusion mit dem Schweizer Unternehmen Garaventa, zu der sich Sohn Michael bekannte. Das Verhältnis Doppelmayrs zum Unternehmen blieb fortan getrübt. Gerichtsverhandlungen folgten.

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Funktionen

Artur Doppelmayr hielt bis zuletzt zehn Prozent der Anteile an der Doppelmayr Holding. Der Seilbahnpioniere engagierte sich viele Jahre in verschiedenen Funktionen in der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer und war zudem als Aufsichtsrat der Bank für Tirol und Vorarlberg und Beirat der Creditanstalt tätig.

Ehrentitel und Auszeichnungen

Für seine Pionierleistungen wurde der Vorarlberger Unternehmer mit zahlreichen Ehrungen bedacht. Unter anderem mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg, dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich oder dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten. 2001 wurde Artur Doppelmayr von Bundespräsident Thomas Klestil der Berufstitel Professor verliehen, er war Ehrensenator der Technischen Universität Wien und war auch Träger des Orden Erster Klasse der Ritterschaft der Finnischen Weißen Rose von der Republik Finnland.

Artur Doppelmayr wird in seiner Wahlheimat Kärnten seine letzte Ruhestätte finden.

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